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Chaos und Ordnung ergänzen sich

Artikel “Chaos und Ordnung ergänzen sich” erschienen in Ausgabe 02/2015 der weltweit verbunden.

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Frankfurt, 3 Grad Celcius

Und so schnell gehen 2,5 Monate rum. Am Montag nachmittag noch bei über 30 Grad in das Flugzeug in Dar-es-Salaam gestiegen und dann das…Frankfurt, 3 Grad Celsius und Zugverspätungen.
Karibu Deutschland, karibu Deutsche Bahn!
Bahnverspätungen stressen mich ja in der Regel nicht, sondern amüsieren mich viel mehr. Ohne ordentliche Winterausrüstung hat es am Dienstag morgen aber ganz schön an meinem Nervenkostüm gezerrt…zugige kalte Bahnhofshallen und Gleise sind nicht so mein Ding. Insbesondere nicht, wenn die passende Winterausrüstung nicht an der frau ist.

Der Abschied war wie erwartet nicht wirklich schön.
Es war eine wunderbare, wenn auch zu kurze Zeit. Aber ist das nicht immer so, wenn man sich wohl fühlt? Und ich habe mich mehr als wohl gefühlt. In den Projekten, in Kigamboni, in Dar-es-Salaam. Mit meinen Projektteams, meinen Nachbarn, meinen alten und neuen Bekannten und Freunden.

In allen 3 Projekten haben wir aus deutscher Sicht und mit deutschem Maßstab gerechnet nicht wirklich alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Aber, wir haben viel geschafft. Mit einigem habe ich nicht mehr gerechnet und bin super stolz auf die Teammitglieder, dass sie das zum Schluss noch alles irgendwie hinbekommen haben. Hongera sana!

Das Konzept im Aids-Waisenprojekt für die nächsten Jahre steht, jetzt muss nur noch die finale Zusage seitens des Sponsoren zur Übernahme aller Kosten kommen.
Die Sekundarschule in Ifakara wird planmäßig im Januar eröffnet. Wenn gleich auch mit ein paar Einschränkungen baulicher Seite und weniger Schülerinnen als geplant.
Und in der Vorschule kann der Projektleiter nun auf ein ordentliches Berichtswesen zurückgreifen und die monatlich geforderten Abrechnungen liefern. Und die Baumaßnahmen für die Erweiterung haben begonnen.

Spannend ist nun, wie sich alles weiterentwickelt…

Ich für mich habe viel mit der Zeit in 2009 und 2010 verglichen: wie ich heute im Vergleich zu damals reagiere und agiere. Und ich kann in der Tat sagen, dass ich in vielen Dingen einfach ruhiger bin und weniger selbst Hand angelegt habe. Akzeptieren kann, dass Dinge nicht so funktionieren wie es Deutschland gerne hätte, und eine bessere Kulturübersetzerin bin. Denn als Kulturübersetzerin sehe ich letztendlich meine Aufgabe. Ich habe viel mehr das Leben genossen, viele neue Dinge ausprobiert, Sonne, Farben und den Alltag dort aufgesogen…so dass ich bis zum nächsten Mal in Tanzania tatsächlich wieder einen Anker habe, an den ich mich halten kann, wenn es mir in Deutschland zu schnell geht und zu grau ist.

Es sind die Begegnungen mit Menschen,
 die das Leben lebenswert machen und die meinen Einsatz als Beraterin auf Zeit so wunderbar gemacht haben.

Daher gilt mein Dank an Fred Walch, der einmal wieder mein Soundboard war, wenn es in den Projekten gehakt hat.
Danke auch an meinen Mann Olli, der mich wieder einmal hat ziehen lassen. Einfach weil er weiß, dass mir Tanzania am Herzen liegt und so wichtig für mich ist.

Mein größter Dank geht aber…
… an meine Teamkollegen, die mich auch ausserhalb des eigentlichen Projekteinsatzes in ihre Familien integriert haben. Die sich von mir haben antreiben lassen und die ich mit Sicherheit das ein oder andere Mal auch ein wenig überfordert habe. Gemeinsam haben wir wieder einiges bewerkstelligt.
… an all meine Freunde und Bekannte in Tanzania, die mich wieder einmal mit offenen Armen empfangen haben, an ihrem Leben haben teilhaben lassen, die mich ihrer Kultur wieder ein Stückchen näher gebracht haben. Die Sätze zig mal wiederholt haben, weil ich den Satz nicht auf Anhieb verstanden habe, die für mich übersetzt haben, die mit mir unterwegs waren und auch die eine oder andere Nacht durchgetanzt haben. Ihr habt mir einmal wieder gezeigt, was wirklicher Luxus ist. Nämlich Zeit haben und das Leben genießen, ohne Uhr, ohne Druck, ohne den ganzen Schnickschnack hier in Deutschland.
Danke! Und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass man aus so einem Einsatz mit viel mehr zurück kommt, als man gegangen ist oder eventuell dort gegeben hat.

Ich werde mit Sicherheit wieder eine Weile zu kämpfen haben, bis ich tatsächlich wieder hier angekommen bin. Das Zurückkommen ist einfach wesentlich schwieriger als das Gehen. Aber ich weiß auch, dass ich irgendwann wieder zurück bin – in Tanzania.

Kweli, unaondoka? Utarudi lini?
Bado sijui. Lakini nitarudi – hivi karibuni! Versprochen!

Die letzten Wochen im Schnelldurchlauf…

Haraka, haraka, haina baraka…Eile mit Weile…Die letzten paar Tage und Wochen hat das leider nicht so wirklich zugetroffen. Wenn man merkt, dass die Zeit immer schneller vergeht und die eigenen Tage in Tanzania gezählt sind, dann versucht man doch immer noch alles unter einen Hut zu bekommen, nochmal alle zu sehen, Teilprojekte zum Abschluss oder auf einen guten Weg zu bringen und fragt sich, wo nur 2,5 Monate geblieben sind.

Daher gibt es heute im Schnelldurchlauf die letzten Tage und Wochen:

Ekke ist da
Es ist unglaublich aber wahr. Mein ehemaliger Arbeitskollege bei hansgrohe, der nur ca. 40km von mir zuhause entfernt wohnt und den ich in Deutschland so gut wie nie sehe, war einmal wieder in Tanzania! Einmal wieder, denn das letzte Mal haben wir uns vermutlich in 2009 auch hier in Tanzania gesehen.
Siehe auch Versprich dem Ekke nichts, was du nicht halten kannst

 

Sherehe ya watoto
Am 10. Oktober war es endlich soweit! Seit mehreren Jahren veranstaltet mein OVC-Projekt einen Kindertag, an dem alle Kinder, Vormünder und Schüler zu einer kleinen Feier eingeladen sind. Es gibt Essen und Trinken, die besten Schüler werden ausgezeichnet und jedes der Kinder erhält ein paar kleine Geschenke. 120 Kinder waren dieses Mal da. Die Kirche in Mabibo war gut gefüllt und wir hatten einen recht lustigen Tag. Ich hatte nun das erste Mal das Glück, am Kindertag mit dabei zu sein. Neben den Homevisits die wir gemacht haben, eine weitere Möglichkeit viele der Kinder von früher wieder zu sehen. Naja, Kinder sind es ja nicht mehr wirklich. Es sind junge Erwachsene geworden und es war schön zu sehen, dass es ihnen gut geht und dass die Unterstützung durch uns sie tatsächlich erreicht und ihnen die Schulausbildung ermöglicht.

 

Geburtstagsfeier in der Shelter
Mapikipiki ist 25 geworden! Er ist einer der großen Jungs in der Shelter von KCC. Und weil viele der kleinen Jungs, die dort wohnen nicht wissen, wann sie geboren sind, hat Mapikipiki kurzerhand seinen Geburtstag zum Geburtstag aller dort lebenden Kinder erklärt. Noch ein Nachmittag mit Kuchen, Huhn, Soda und Tanz!

 

Noch mehr home-visits
Ich bin leider? mittlerweile ziemlich abestumpft, was Leid und Elend angeht. Dennoch lassen mich manche Geschichten dann doch nicht kalt. Die home-visits in der ersten Runde waren gelinde gesagt nichts, gegen das, was ich dieses Mal gesehen habe. Und doch treffe ich dann inmitten des Elends Kinder an, die Klassenbeste sind, die selbstbewusst sind und die es irgendwie schaffen, im heillosen Durcheinander und inmitten betrunkener Nachbarn und Angehöriger zu lachen und an ihrer eigenen besseren Zukunft arbeiten.

 

Erection Day in Tanzania
Die letzten Wochen gab es hier nur ein Thema: die Wahlen! Und so hat dann auch ein boda-boda Fahrer letzten Samstag zu mir gesagt „Tomorrow is erection day in Tanzania!“. Da konnte ich nur darauf antworten: „ Aha! I am very much looking forward to it!“

So viel zu der spaßigen Seite der Wahlen…

Die nicht so spaßige Seite haben schon ein paar Tage vor den Wahlen angefangen. Lebensmittel- und Wasservorräte sollten aufgefüllt werden, es wurde zu erhöhter Vorsicht geraten. Am Samstag, dem Vortag des Wahltags gab es ab 18 Uhr Versammlungsverbot und alle Kneipen haben gegen 23 Uhr dicht gemacht. Es war Totenstille in der Nacht! Tanzanier, die sich für die Wahl registriert haben, haben sich am Sonntag nicht auf den Wahllisten wiedergefunden. Die Uni wurde dicht gemacht. Wer sich also dort registriert hatte, konnte nicht wählen. Auch am Montag waren fast alle Geschäfte hier auf Kigamboni geschlossen, Büros waren zu und am Strand war es herrlich leer.

Heute soll nun eigentlich das Ergebnis verkündet werden….in einigen Teilen des Landes ging es die letzten Tage hoch her. Brennende Wahlurnen, Tränengas im Einsatz, ein paar Tote. In Kigamboni ist es weiterhin ruhig. Auf Zanzibar ist gestern die Wahl für ungültig erklärt worden. „Shida!“, so die Aussage vieler Tanzanier. Ich will mich dazu gar nicht äussern, ausser dass die ganze Veranstaltung eher einer Farce, als einer demokratischen Wahl gleicht. Ich bin gespannt, was heute verkündet wird und wie sich die Lage hier weiter entwickelt.

Den Text gestern morgen geschrieben, dann kein ordentliches Internet. Somit geht der Post mit einem Tag Verspätung on air und ich kann nun heute verkünden: wir haben einen neuen Präsidenten. CCM hat das Rennen mal wieder gemacht. Wer hätte das gedacht?!?

 

Erste Abschiedsrunden…

Ausflug nach Ifakara

Ich wusste gar nicht mehr, wie anstrengend und adrenalinreich Überlandfahrten in Tanzania sind. Da sieht man einmal wieder, wie nicht ganz so spannende Ereignisse doch recht schnell verdrängt werden…

Dienstag morgen letzter Woche um 3 Uhr ging es los. Mein Wecker klingelte zu einer Uhrzeit jenseits von gut und böse. Kurz vor 4 Uhr wurde ich vom Taxifahrer meines Vertrauens abgeholt und um 5 saß ich dann im Bus. Um 7 Uhr ging es endlich los. 6-8 Stunden waren von meinen tansanischen Kollegen anvisiert. Im Endeffekt sind wir um 17 Uhr in Ifakara gelandet. Durchgeschüttelt, verschwitzt und leicht dehydriert, denn wir haben mal wieder nur einen Pippi-Stopp eingelegt, was bedeutet, dass ich die Flüssigkeitsaufnahme drastisch reduzieren musste.

Schon beim Einstieg in den Bus wusste ich, dass ich meinen Platz teilen würde. Erica neben mir hat mich zwar freundlicherweise ans Fenster sitzen lassen, dafür aber auch die Hälfte meines Sitzes mit beansprucht und kurz nach der Abfahrt ganz gemütlich an meiner Schulter ein Nickerchen gemacht. Beinfreiheit null, Kopf anlehnen nicht möglich, weil Rückenlehne zu kurz und on top ein Busfahrer, der mir eine vergnügliche und adrenalinreiche Fahrt beschert hat. Aber: wir sind heil angekommen, das ist die Hauptsache.

Besonderes Highlight auf einer Fahrt gen Westen ist, dass man den Mikumi-Nationalpark durchquert und vom Bus aus Elefanten, Zebras, Giraffen und anderes weniger spektakuläres Wild vors Auge bekommt.

Unfassbar hingegen macht mich dann, dass man im Bus zwar einen Mülleimer hat, den aber kurzerhand während der Fahrt im Ruaha-River entleert. So geht Abfallentsorgung!

Auch der Rückweg war spannend. Dieses Mal ein Dreisitzer…Niemals nicht, werde ich den Gangplatz wieder wählen…zwar hatte ich immense Beinfreiheit, die habe ich aber damit bezahlt, dass ich zur Hälfte in der Luft hing und ich mich mit meinem linken Arm ständig auf der gegenüberliegenden Seite versucht habe abzustützen.

Karibu Nyumbani
Ifakara – Ein kleines Städtchen, staubig, heiß, aber total entspannt. Es wäre fast Urlaubsfeeling aufgekommen, wenn nicht mein geliebtes Meer gefehlt hätte. Ifakara ist Hauptort des Kilombero-Distrikts in Tanzania, liegt im Tal des Kilombero-Flusses, rund 400 Kilometer südwestlich von Dar-es-Salaam. Der Ort hat rund 46.000 Einwohner, Vororte eingeschlossen rund 80.000. Ifakara ist Verwaltungszentrum des Kilombero-Distrikts und wichtiges Handelszentrum für das Kilombero-Tal. Schade, dass ich zum Arbeiten hier her gekommen bin und nicht wirklich Zeit hatte die Gegend zu erkunden.

Großes Hallo dann bei Erica Zuhause: Faustin – Ericas Mann hatte ich das letzte Mal in 2009 gesehen – der Stiefsohn, samt Freunden und der ganzen Nachbarschaft. Mir scheint, halb Ifakara hat sich im Hof von Ludelas die Hand gegeben, denn nicht alle Tage sitzt da eine mzungu. Und wenn sie dann auch noch lustig swahili vor sich hin plappert, mit Faustin kocht und in der Nachbarschaft Wasser einkaufen geht, dann ist Trubel angesagt. Jeden Abend gab es lecker Fisch, Reis und Gemüse und Chachandu – eine Tomatensauce -, die so lecker schmeckt, dass ich Fisch und Gemüse nicht wirklich gebraucht hätte. Am Donnerstag haben wir dann auch den Kilombero-River angeschaut. Hm, ja, hätte ich besser nicht gesehen, weil man sich dann schon fragt, wieso man den Fisch aus dem Dreckwasser isst…und der auch noch lecker schmeckt.

Erica und ihr Familie haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich mich bei ihnen wie zuhause gefühlt habe. Übernachtet habe ich dennoch in einem kleinen Gästehaus in der Nachbarschaft. Die Aussicht mit Erica und Faustin das Bett zu teilen und quasi 24 Stunden on duty zu sein erschien mir dann doch nicht so spaßig.

 

Pole kwa kazi
Der Grund meines Ausflugs nach Ifakara war aber nicht lustig durch die Gegend zu fahren und mich satt zu essen, sondern Arbeit stand auf dem Plan. Kazi kubwa sozusagen.

Am Mittwoch und Donnerstag stand der Besuch der Sekundarschule an, die offiziell im Januar eröffnet werden und an der ab Oktober bereits die pre-form one stattfinden soll. Ich wusste, dass die tanzanische Definition, von „die Schule ist fertig und wir können mit dem Unterricht starten“, womöglich nicht ganz mit meiner übereinstimmen würde. Dennoch war ich, sagen wir mal – positiv formuliert – überrascht, wie stark das, was ich sehen musste von meiner Vorstellung abwich….ich stand quasi vor 2 Rohbauten. Wir müssen uns also ganz schön warm anziehen und auf das Nötigste kürzen, um die Schule tatsächlich planmäßig eröffnen zu können.

Aber, wenn das ganze Bauvorhaben fertig ist, also deutsch-tanzanisch fertig, wird es toll werden. 9 km von Ifakara entfernt, 2 km bis zur „besseren“ Strasse und umgeben von Cashew-Bäumen, Mango-Bäumen und Bergen. Da lässt es sich mit Sicherheit gut lernen.

Ich muss mich also weiterhin in Geduld üben, bis die Registrierung durch ist, die Anmeldeformulare fertig sind, wir nächsten Montag nochmal das Budget durchkauen und dem Bauherrn klar machen, was er bauen soll und was noch warten muss, bis wieder Geld in der Kasse ist.

Mal wieder eine harte Probe für mich, denn das, was für mich irgendwie klar erscheint, und Grundstock eines jeden Bauvorhabens ist, ist hier Neuland. Keine klare Planung, keine Budgetaufstellung und für den dann bald laufenden Betrieb keine Cash-Flow Aufstellung…Aber mit meiner Zuversicht und Beharrlichkeit und der Kreativität meiner tanzanischen Kollegen werden wir die Schule schon noch rocken! Da bin ich mir sicher.

Habari wa Tanzania – Zeit für ein Update aus Tanzania

Mittlerweile bin ich schon 3 Wochen hier. Die Zeit vergeht wie im Flug.
Die zweite Woche lag ich erst mal mit Fieber flach und war nur 2 Tage am arbeiten. Der kuehle Wind – ja es ist gerade recht chilly hier – , das Runterkommen, keine Ahnung was es war. Auf jeden Fall wurde ich erst einmal gut ausgebremst…

Diese Woche war nun wieder gefüllt mit Projektarbeit. Es gestaltet sich in allen 3 Projekten ziemlich zaeh. Entweder ich komme ins Büro und man sagt mir, dass man heute nur bis 11 Uhr im Büro ist (ich bin um 10.30 Uhr angekommen, nicht wie verabredet um 10 Uhr), oder man muss auf eine Beerdigung, oder erscheint erst gar nicht. Gut, ich fahre ja gerne 2 Stunden zur Arbeit, um diese Neuigkeiten zu erfahren…und dann wieder den Heimweg anzutreten.

In Projekt 2 lief diese Woche gar nichts, weil großes Frauentreffen ist.

In Projekt 3 herrscht das große Problem, dass man vor Ort nicht wirklich arbeiten kann, weil kein Büro, dafür aber 80 schreiende Kinder und kein Strom. Unser Treffen am Mittwoch – das Meeting fand aus gegebenem Anlass in einer Beach Lodge am Strand statt – war sehr produktiv, dafür dann gestern am Projektstandort dann das komplette Gegenteil.

Den gestrigen Tag habe ich nun in „meinem neuen Büro“ verbracht. Freies W-LAN, Strom satt, ein kühles Tangawizi und diese Aussicht….mehr brauche ich wohl nicht sagen.

Da sind die ständigen Powercuts – am Montag wurde ein 7-tägiger Powercut angekündigt – doch recht gut zu ertragen. Einzig und allein unserem Kühlschrank gefällt es nicht so wirklich gut und auch ich finde es am Morgen recht unertraeglich, wenn ich zwar tolle Kaffeebohnen habe, aber keinen Strom um diese zu mahlen…Ich mahle also vor…auch wenn das dem Aroma nicht gerade zuträglich ist. Jammern auf hohem Niveau!

Wie komme ich eigentlich zur Arbeit?
Die Fahrt in die Stadt ins OVC-Büro, aber auch ins Büro nach Chamazi nimmt zwar jeden Tag viel Zeit in Anspruch. Der einfache Weg ist – wenn alles gut geht – eine Stunde, meist ende ich aber bei 2 Stunden. Der Verkehr ist abartig und eines der Verkehrsmittel hat mit Sicherheit einen Aussetzer oder wird von der Polizei geräumt, weil der Kohlesack, den jemand mit an Bord genommen hat, zu groß ist und das Bakshish wohl für den Polizei-Freak zu wenig. So geschehen gestern irgendwo zwischen Mbagala und Chamazi. Und ich glücklich, das richtige dala-dala im Trubel von Mbagala gefunden zu habe, musste dann wieder aufs Neue suchen. Zwei Stunden hören sich zwar lang an, aber ich wechsle so oft das Fahrzeug, dass es nie langweilig wird. Und die Fahrt lohnt sich allemal, um am Abend wieder hier auf Kigamboni zu sein, wo das Leben so viel entspannter ist, als im lauten, staubigen und überfüllten Dar-es-Salaam.

So habe ich jeden Morgen 5 Minuten Fußmarsch zum boda-boda Stand (Motorradtaxi), das mich an die Hauptstrasse bringt. Von dort aus geht es im dala-dala weiter. Bis nach Chamazi wechsle ich das dala-dala noch einmal in Kongowe und in Mbagala, bevor ich endlich in Msambarauni oder Stendi Kanisani ankomme und noch 10 Minuten ins Büro laufe.

Wenn es nach Dar rein geht, ist es sogar noch abwechslungsreicher:
Das boda-boda bringt mich zur Hauptstrasse, das dala-dala zur Fähre. Mit der Fähre geht’s dann rüber nach Dar. Dort nehme ich ein shared bajaji (ein tuktuk) bis Mnasi-Moja weil es einfach schneller durch den Stau kommt und ein dala-dala bis direkt vors Büro.

Nächste Woche geht’s nun per Überlandbus nach Ifakara, um einmal den Status in Projekt 2 – die Sekundarschule für Mädchen – in der Realität zu sehen. Wenn alles gut geht, nur 6-8 Stunden Fahrzeit… ich freu mich jetzt schon drauf…Busfahren ist ja nun gar nicht meins….

Karibu tena Tanzania

Kaum zu glauben, mein erste Woche in Tanzania ist schon rum und das, obwohl sich die Zeiger an der Uhr hier etwas langsamer bewegen.
Die Woche war gefüllt mit dem Wiedersehen alter Freunde und Bekannte, mit den Projektteams, mit den Kindern in den Projekten, mit langen Fahrten im dalla-dalla, mit dem Verschaffen eines ersten Überblicks in den drei Teilprojekten und mit dem Planen der nächsten Wochen. Mit Tangawizi – meinem Lieblings-Soda, Chipsi Kuku (Hühnchen mit Pommes und Tomatensalat) und anderen Leckereien wie dagaa (kleinen getrockneten Sardinen, die man zum Maismehlbrei Ugali ist), Chapati (kleine Pfannkuchen zum Frühstück) und Seafood, aber auch Magenzoten-Suppe…mh…
Ach ja und mit wunderbaren Feierabenden am Strand. So kann Arbeit auch aussehen.

Gleich am Samstag war ich zu einer Hochzeit eingeladen…irgendjemand hat mal eine Packliste für Berater auf Zeit geschrieben und es bei jedem Vorbereitungsworkshop von Manager für Menschen nochmal betont: für jegliche Einsätze darf im Koffer nie etwas Nettes zum Anziehen fehlen, weil man mit Sicherheit auf eine Hochzeit oder ein anderes Fest eingeladen wird. Hm, ja…weiße Bluse und Jeans haben es dann auch getan.

Hamna
Auch mein altes Lieblingswort hamna hat sich direkt schon wieder in den alltäglichen Sprachgebrauch eingeschlichen.
Hamna umeme, hamna maji, hamna Internet und davon genug! An 2 Tagen dieser Woche hatten wir komplett kein Wasser, weil die Pumpe kaputt war , der Strom hat sich in regelmäßigen Abständen verabschiedet und demnach war auch das Netz ein wenig angeschlagen. Und so lerne ich schnell wieder Akkus aufzuladen, auch wenn sie noch halbvoll sind und die warme Dusche zu geniessen und Wasserflaschen aufzufüllen für die Katzenwäsche im Notfall. Jetzt weiß ich auch wieder, warum meine Haare so kurz sind!

 

Und was steht die nächsten Wochen an?
Teilprojekt Orphans and Vulnerable Children:
Ende des Jahres werden nun fast alle restlichen Kinder die Grundschule beenden. Es braucht nun ein Konzept, wie wir die 200 Kinder weiterhin betreuen. Sekundarschule oder Ausbildung? Wie finanzieren wir die Unterstützung? Wie stellen wir sicher, dass das in den letzten 7 Jahren aufgebaute Wir-Gefühl bestehen bleibt, auch wenn alle über viele Schulen verstreut sein werden? Und wie können wir Abläufe im Projektteam verbessern und nachhaltiger gestalten?

Teilprojekt Sekundarschule in Ifakara:
Der große Traum einer Projektmitarbeiterin soll Anfang Januar 2016 endlich Realität werden. Eine weitere private Sekundarschule für Mädchen. Ein Teil der Gebäude steht bereits. Was aber noch fehlt ist die Registrierung, Lehrpläne und Lehrer, die Einrichtung und nicht zuletzt die Schüler. Mitte September sollen die Aufnahmeprüfungen stattfinden für den ersten Roll-Out mit 2 Klassen a 45 Mädchen. Noch wird die Schule nicht beworben…Wenn wir tatsächlich im Januar eröffnen wollen, müssen wir uns warm anziehen die nächsten Wochen und weiterhin hart arbeiten, damit Erica Ludelas Traum wahr wird.

Teilprojekt Pre-School in Chamazi:
Auch hier hat sich seit meinem letzten Besuch im Juni einiges getan. Die Anzahl Kinder steigt, das Gebäude platzt aus allen Nähten. Die eh schon geringen Schulgebühren können nicht von allen Eltern bezahlt werden und so reichen die Einnahmen gerade mal für die Verpflegung der Kinder (Uji – Porridge am Morgen und Ugali oder Reis mit Bohnen am Mittag). Es bedarf dringend einer Überarbeitung des Berichtswesens und eines Konzepts, wie wir die weiteren Ausgaben decken können. Eine Idee ist der Verkauf oder die Vermietung von Solarlampen für ein Extra-Einkommen und das Ankurbeln der Schneiderei.

Mir wird also gewiss nicht langweilig werden die nächsten Wochen. Insbesondere weil mein Ziel, mit allem soweit durch zu sein der 23. Oktober ist. Am 25. Oktober sind Wahlen und meine Projektteams fürchten schon jetzt Aufstände. Somit muss ich gewappnet sein, denn wenn es tatsächlich dazu kommt, werde ich als Mzungu mit Sicherheit nicht in den Vierteln Kariakoo und Mbagala unterwegs zu sein, die jeden Tag zu meinem Arbeitsweg gehören.

Nun ist aber erst einmal Wochenende! Week-endi njema!

Fast auf den Tag genau 6 Jahre später…

2009 war ich das erste Mal in Tanzania. Für geplante 3,5 Monate, aus denen nachher wunderbare 7 Monate wurden, bin ich im August 2009 als Beraterin auf Zeit für ein Projekt der Herrnhuter Missionshilfe nach Dar-es-Salaam in Tanzania ausgereist.

In einem AIDS-Waisen-Projekt, das 200 AIDS-Waisen und Kindern aus schwierigen Verhältnissen den Besuch der Grundschule ermöglichen sollte, habe ich das Projektteam beraten und gecoacht und gemeinsam haben wir es damals geschafft, das Projekt auf sichere Beine zu stellen. In den letzten Jahren war ich in regelmäßigem Kontakt und Austausch mit dem deutschen Projektträger und dem tanzanischen Team. Und es war toll zu sehen, dass ich vielleicht als Mensch dort gefehlt habe, aber nicht als Wissensgeber.

Bereits Ende letzten Jahres haben 40 Kinder die 7-jährige Grundschulzeit erfolgreich abgeschlossen. Im Dezember werden weitere 160 Kinder folgen. Phase 1 des Projektes ist dann also abgeschlossen. Nun geht es darum ein Konzept zu entwickeln, was mit den Kindern weiterhin geschieht. Sekundarschule, privat oder öffentlich, oder eine Ausbildung, wenn ja welche und wo. Und die große Frage der Finanzierung ist auch noch nicht geklärt. Weiterhin muss auch der abgebrochene Kontakt zu den Rotariern in Dar-es-Salaam wieder aufgebaut werden.

Und nun komme ich wieder ins Spiel…Bei meinem Besuch im Juni stellte sich schnell heraus, dass das lokale Team hierbei ein wenig Unterstützung braucht. Und ich musste nicht wirklich lange überlegen, ob ich den Einsatz ausschreibe, einen Berater auf Zeit suche, oder doch selbst gehe…

 

Impressionen aus 2009 und 2010

 

Fast auf den Tag genau 6 Jahre später…
…sitze ich also nun hier, schreibe den letzten Blog-Beitrag vor meiner Ausreise. Morgen geht mein Flieger. Die Koffer sind noch nicht gepackt, aber die Stapel werden immer größer. Wie immer machen meine Klamotten den geringsten Anteil aus, dafür liegen Mitbringsel für Freunde und Bekannte bereit, Projektunterlagen, Brillen, Solarlampen…

Ich bin weniger aufgeregt, als vor 6 Jahren, als es doch eine Reise ins Ungewisse war, ich nicht wusste, was auf mich zukommt, keinen kannte, die Sprache nicht verstand. Ich am liebsten kurz vor knapp alles abgebrochen hätte, nicht geflogen wäre, weil ich plötzlich Angst vor meiner eigenen Courage hatte. All meinen Mut zusammengenommen und es dann doch durchgezogen und in Summe die beste Zeit meines Lebens dort verbracht habe. Eine Zeit, die mich nachhaltig verändert hat und die zur besten Entscheidung meines Lebens zählt.

Die große Aufgeregtheit weicht dieses Mal der Freude. Freude, alte Bekannte und Freunde wieder zu sehen. Mehr als nur 2 Wochen am Stück in Tanzania zu sein, gemeinsam mit dem Team an einer Lösung zu arbeiten. Mit meinem Wissen zu unterstützen, aber noch viel mehr Wissen und Erfahrung vom Team und meinen tanzanischen Umfeld aufzusaugen. Gemeinsam voneinander zu lernen. Ich freue mich noch mehr in den Alltag in Tanzania einzutauchen, denn ich werde dieses Mal nicht bei den katholischen Schwestern im Msimbazi-Center wohnen, sondern auf Kigamboni. Der morgendliche Weg zum Büro wird dann zwar etwas länger sein und vom Heimweg rede ich erst gar nicht, aber das nehme ich gerne in Kauf. Auf Kigamboni ist es ländlicher, ruhiger, besser für die Seele. Ich bin glücklich, dass ich mir erneut meinen großen Wunsch erfüllen kann und für 2,5 Monate wieder in meinem alten Projekt, wieder in Tanzania sein kann.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg…so habe ich meinen Blog-Beitrag nach meiner Rückkehr aus Tanzania im Juni abgeschlossen. Und genau so ist es.

 

Die große Frage lautet also dieses Mal: Was werde ich anders machen?
In meinem Abschlussbericht im Juni 2010 habe ich auf diese Frage eines Bekannten wie folgt geantwortet:
„Ich würde alles genau so wieder machen wie ich es gemacht habe. Vielleicht würde ich noch mehr genießen, noch mehr aufsaugen und noch mehr Farben, Fröhlichkeit, Zufriedenheit und buntes Treiben in meinen Rucksack nach Hause einpacken, denn trotz der Schönheit Deutschlands geht mir jetzt doch schon einiges hier wieder ab.“

Ja, genau das werde ich tun. Und ich streiche das Wörtchen vielleicht. Ich werde noch mehr genießen, noch mehr unternehmen, noch mehr Druck rausnehmen, alles auf mich zukommen lassen. Meinen deutschen Maßstab nicht mit in den Koffer packen. Auch weil ich weiß, dass meine deutschen Ideen auch nur in Deutschland zielführend sind. Ich weiß heute, dass man auch mit weniger Geschwindigkeit und Hektik ans Ziel kommt. Und dass für uns vermeintlich kleine Schritte, dort gar nicht so klein sind.

Ich freue mich auf das Warten, auf Stromausfälle – ja, die sind gerade mehr als nur ein bisschen auf der Tagesordnung –  und darauf, einmal nicht permanent erreichbar zu sein. Ich freue mich darauf, mal wieder einen Gang runter zu schalten und jeden Tag aufs neue zu sehen, was wirklich wichtig im Leben ist.

Ich habe JETZT die Chance das, was ich beim letzten Mal vielleicht nicht getan habe, nicht nachzuholen, sondern besser zu machen…Tanzania – ich freue mich auf dich!

Back in Tanzania…

… und da war er wieder dieser spezielle Geruch, den ich nicht wirklich beschreiben kann. Eine Mischung aus Staub, Sonne, verbranntem Unrat, aus Großstadt, Lebensfreude und wieder zuhause ankommen. Den Geruch den ich seit 1,5 Jahren vermisst habe. Endlich wieder in Tanzania, endlich wieder in Dar. Für zwei wunderbare Wochen, die viel zu schnell vorbei gegangen sind…und die voller schöner Momente waren.

Es fällt mir im Hinblick auf das setting fast schwer von Arbeit zu reden. Aber nichts anderes waren die zwei Wochen…Dennoch, 30 Grad, kurze Hose, kurzes Shirt bis einen die Moskitos am Abend aufgefressen haben, mit boda-boda, dala-dala und Fähre zum Projektort, ein Feierabend-Serengeti am Mikadi-Beach und traumhafte Sonnenuntergänge lassen das Thema Arbeit irgendwie in einem anderen Licht erscheinen. Ich habe viel Zeit in meinem alten Projekt verbracht, mir einige neue Projekte angeschaut, einen Kooperationspartner getroffen und für einen deutschen Projektträger eine Projektevaluation gemacht. Und ich konnte Susi, die gerade als Beraterin auf Zeit die nächsten 2 Monate ein Community-Projekt in Kigamboni/ Dar-es-Salaam unterstützen wird, in ihren ersten Tagen vor Ort begleiten.

Ich habe viele alte Bekannte und Freunde wieder getroffen und neue Leute kennen gelernt, die mir meine Abreise letzten Freitag nicht gerade leicht gemacht haben.

Der schönste Moment war jedoch, als ich meine kleine Naa wieder in die Arme schließen konnte. Naa hatte ich 2009 bei meinem eigenen Einsatz als Beraterin auf Zeit gleich am ersten Tag kennen gelernt. Mit ihren Eltern und ihrem größeren Bruder hat sie neben unserem Projektbüro gewohnt und wir hatten schon damals jede Menge Spaß. Nach fast 5 Jahren haben wir nun einen wunderbaren Nachmittag zusammen verbracht und aus dem kleinen schüchternen Mädchen von damals ist nun eine selbstbewusste 10-jährige geworden, die fleißig in die Schule geht und gerne Pilotin werden möchte.

Viele Bilder gibt es leider dieses Mal nicht. Naja, sagen wir mal so, es gibt sie, irgendwo in Kimbiji, aber nicht bei mir. Das erste Mal in 42 Jahren bin ich tatsächlich am helllichten Tag überfallen worden und der Typ hat meine Kamera mitgenommen. Ich habe genau das gemacht, was ich in unseren Vorbereitungsseminaren immer wieder predige: “Keine langen Spaziergänge am Strand, schon gar nicht alleine und schon gar nicht mit Wertsachen…”. Naja…Wakati shiti hits shabiki…when the shit hits the fan…Kamera weg und ein paar Kratzer am Arm…schade um die Bilder…aber mir ist nichts passiert. Das ist die Hauptsache.
Daher Danke an die freundlichen Spender der meisten der hier nun gezeigten Bilder.

Wenig Bilder im Gepäck, dafür aber ein paar spannende neue Einsatzmöglichkeiten für ein Social Sabbatical:

  • Berater auf Zeit für ein Bauprojekt in Sansibar
  • Physiotherapeut für eine neue Einrichtung für schwerstbehinderte Kinder
  • Berater auf Zeit für die Einführung einer computergestützten Abrechnung und Buchführung für ein Schulprojekt
  • Berater auf Zeit für die Weiterentwicklung eines Waisen-Projekts

Die Ausschreibungen dazu werde ich die nächsten Tage fertig machen und nach und nach hochladen. Lust auf ein Social Sabbatical? Dann bewirb dich unter info@managerfuermenschen.com

Mich hat das Fieber jedenfalls wieder gepackt und ich könnte mir durchaus vorstellen, in eines der Projekte selbst als Beraterin auf Zeit zu gehen. Mal schauen, wie ich das zeitlich unterbringen kann. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

An interim balance

8. Juni 2014
An interim balance: How far have we moved from the pioneer and into the differentiation phase?

Two thirds through my time with KCC and time to draw an interim balance. In my blog from 22nd May I wrote about the main areas I planned to work on and when I look at them now, then I am quite happy about the progress so far.
In terms of my basic message I have tried to support and encourage KCC in two complementary areas. On the one hand strengthening the consultation procedures within KCC, so that the volunteers know their views are important, these are listened to and that they flow into the decision-making processes. (This didn’t happen sufficiently, for example, in the decisions last year concerning payments for the volunteers which led to the crisis). On the other hand ensuring that the Board of Directors is aware of its role and responsibility to make clear decisions, which are written down, followed and well communicated. In the past these two areas have been neglected, so that it was often unclear who was making decisions and what decisions were being made at all. And if decisions were made at all, they were sometimes not carried out or quickly superseded by a new one.

So what did I do in practical terms? Firstly, I concentrated on making an organisational chart (also very good for me so that I got a good picture of the organisation’s structure). It has been a very fruitful exercise. The chart had to be remade many times as people and tasks got found, as it became clear that assumed structures were wrong or made no sense. Sometimes I didn’t find it easy to hold back from saying that a particular hierarchical construction in a department seemed to have more to do with historical reasons and is in many ways confusing and unclear. I emphasised that the structure seemed wrong when viewed from outside the organisation, but as long as everybody involved know who does what and where to go if they have a question, then my opinion doesn’t really matter.

After the organisational chart was more or less sorted out I wanted to concentrate on clarifying the roles and responsibilities of all staff posts and meetings, so that all in KCC know what they are expected to do and what they can expect of others. It was clear from the beginning that we wouldn’t be able to finish this while I’m here, but I hope in the case of the most unclear jobs to talk with all the relevant people and to make a first draft of the job descriptions. I’m half way through this now. I’ll also have made a start at clarifying the roles and powers of the various committees. When I came there was no one taking minutes of the meetings of the Board of Directors but now someone has been found and he’ll start today. When all these measures are in place then things should be better ordered and clearer for everybody; something for which they are very thankful. (They realise that the positive aspects of flexibility, openness to everything new etc. has its downside in not knowing where one should start with the work, feeling overwhelmed etc.).

I’ve already written about the bad state of the book-keeping. Further work with Sakina, the Finance Director, has only confirmed this. She and I have revised the procedures within the department and we’ve written a description of the state of the bookkeeping so that the expert who’s coming via Molly’s Network to introduce a new book-keeping system will have an idea of what to expect before he or she starts. I wanted to help her prepare a budget, but the accounts for 2013 are so incomplete, it is proving impossible to use previous experience as a basis for a start. At best we’ll get a rudimentary budget completed based on the imperfect information from 2013 and without consideration of new initiatives or planned changes.

Each department has so-called action plans which are outdated but are now being checked and pursued where possible. Only the ‘Office and Administration’ didn’t have one and Rashid and I have made a draft of that. He’s very pleased at last to have a picture of what he’s supposed to do. Without the plan he had no systematic overview and basically felt paralysed. Importantly, KCC’s strategy paper is long out-of-date and needed to be renewed. We had no time for a wide ranging review and arguably it wasn’t necessary considering all the other things going on, so I played the role of secretary – or perhaps more the midwife – with Nas and Rashid and we drafted a new strategy. We’ll present this and the Office Action plan to the Board of Directors today.

I wrote on May 22nd of my involvement in a dispute with a major funder. (I offered to mediate as it was causing a lot of uncertainty, even bad blood, and absorbing too much time and energy). Well, when I met the other side, I found that their wish to be flexible combined with what I see as a lack of professionalism, were making the situation worse. I rewrote the assessment of what KCC had achieved, as their first one was often imprecise, vague and far too long, so that the funders, understandably, I think, were very unhappy with it. (As KCC recognise themselves they are in great need in training in report-writing). At the same time they’ve been carrying out their own investigations, which I expect to show that they themselves have unwittingly contributed to the problems. So now I’m not so pessimistic and, contrary to my initial fears, maybe the agreement will be restarted. The major result has been though, that KCC no longer prostrate themselves in front of the big funder (you think I’m exaggerating? Well maybe if they aren’t doing this physically, they have been in every other way). They accept they may not get the much needed financial support, but are no longer prepared to continually cower down, and quite right so!

So, how far have we moved from the pioneer and into the differentiation phase? A good start I would say, but there are lots of pitfalls on the way yet. Clarifying things and writing them down on paper is all well and good, but far more important is a change in the mind-set (see my opening remarks on my basic message) and here only time will tell if my five weeks here have helped or not. On that sobering note I’ll sign off.

Umgang mit Unvorhergesehenem

Egal ob der Einsatz in Tanzania, Kambodscha oder Argentinien ist. Als Berater auf Zeit steht man auch einer ganzen Reihe Herausforderungen gegenüber. Sprache, kulturelle Unterschiede, oder aber auch regelmäßiger Stromausfall und knappe Ressourcen…im Einsatz lernt man kreativ zu sein und mit Unvorhergesehenem umzugehen.

Seit Mitte Mai ist ein weiterer Berater auf Zeit in seinem Einsatz in Tanzania. Rick berät in einem Community Projekt im Großraum Dar-es-Salaam. Nach Stromausfällen, schwachem Internet und wahrscheinlich auch den ständigen Netzschwankungen, gibt es seit mittlerweile nun knapp 2 Wochen Probleme mit dem Akku in seinem Laptop. Und so ist die Aktualisierung seines eigenen Blogs und der Einträge bei Manager für Menschen nicht immer reibungslos möglich. Zukünftig werden wir mit Ricks Erlaubnis eine Auswahl aus seinem privaten Blog hier posten.

Viel Spaß beim Lesen!

 

1. Mai 2014 
“Lets start at the very beginning, a very good place to start” (The Sound of Music)
‘Let’s start at the very beginning.’ That’s easy for Julie Andrews to say, but the tale of how I got to go to Kigamboni Community Centre (KCC) is a rather long one, so I won’t start at the beginning.

A few points are important nonetheless. Apart for a short period of unemployment about 12 years ago, I haven’t had a longer break than 3 weeks from work in over 30 years. So the prospect of getting an extra month’s paid leave after having worked for 10 years in HEKS was wonderful, but also a challenge. What to do with this once-in-a-lifetime chance? A month walking in the alps? Or along the coast in Crete? Or doing the rest of the Dales Way in England? All very attractive options. But I also wanted to experience something new and different. So I took up an old idea of being a volunteer in another country. (Fresh out of university 40 years ago I was a full-time volunteer for 6 months working with homeless people, an experience which changed my life radically and positively, so the idea has been dormant for a while). Africa had always fascinated me, especially Tanzania because of its first president, Julius Nyerere, and his African Socialism (I know it failed in many ways, but he was and still is an impressive and revered person). I was in Tanzania two years ago for a couple of weeks (in Moshi at the foot of Kilimanjaro) and had a great time. What to do though for the 5 weeks I’d allowed myself?

Via internet I came across ‘Manager für Menschen’, an organisation based in Germany which links up “qualified managers and experts who would like to spend a meaningful sabbatical in order to involve themselves in a social community development and NGOs requiring short-term missions of experts or consultants”. The general manager, Elke Dieterich, had been inspired to found M4M by her own experiences in Tanzania and was just the person who could help me. With my CV and a letter of motivation she was able to find 3 organisations who were interested in having me help them; I skyped with two of them on the basis of which KCC and I agreed to give it a go!

KCC attracted my interest from the very start because of the vitality and commitment of those involved. In the short space of 7 years the organisation has grown fast and they have built up an impressive array of projects. KCC is currently undergoing an assessment by Molly’s Network, an independent accreditation scheme based in Dar es Salaam which “endorses local organisations that run effective and efficient organisations and achieve impact in their communities” On the 12th May KCC will receive their report and recommendations. Two days later I arrive for my 5 week stint – the timing is coincidental but perfect – and assist KCC in the process of deciding which recommendations to take up and how to implement them. Parallel to this, but less intensively, Molly’s Network will continue to support KCC over the next 18 months.

So that’s my main work for the next five weeks, and I’m really looking forward to it! But in the spirit of Abraham Lincoln (Give me six hours to chop down a tree and I will spend the first four sharpening the axe”), I want to get to know KCC and the people there first. I guess I won’t be participating in the acrobatics’ classes (take a look at the videos on the website to see why), but maybe I can teach some English or help in other ways. And when I’m not working? Well at the moment I’m especially looking forward to swimming in the Indian Ocean at the beautiful Mikadi Beach which is only a mile or so away from where I’ll be staying. Sounds good, doesn’t it?

 

15. Mai 2014
Arriving in Tanzania
As expecteod it has been quite a plunge into another world in the last couple of days. Just the airports for a start. Doha, Kuwait, where I had changed planes a few hours earlier, was opulent and, seen from the plane, looked like somewhere in a science-fiction film. And then Dar es Salaam which reminded me of the film ‘Casablanca’!

After landing and getting a visa by a process which I didn’t really understand but seemed to work, Nas met me and off we went to Kigamboni in a bajaji, a three wheel vehicle for up to 3 or 4 passengers, along totally congested and potholed roads. It took the best part of an hour and I’m glad it wasn’t any longer. I hadn’t slept much so I had a break and then Nas took me to KCC. It’s just 10 minutes to walk there along busy untarred roads flanked by shops and even more numerous street vendors. Once there, the community centre as such was much as I had imagined thanks to the picture I had been able to make from their website. In the space of a few hours I was able to observe a variety of activities all being led by volunteers and all pursued seriously yet with humour: acrobatics, music, English and computer lessons, theatre and, of course, the ubiquitous football.

In talks with Nas and Rashid, two of the founder members, and Sakina, the financial manager I got my first taste of the work facing me. I won’t go into that now except to say that KCC is facing even more difficulties than I suspected. Importantly though, I have been made very welcome and I feel a lot of trust from those I’ve met. And parallel to this, high hopes and expectations on me. I hope I don’t disappoint them!

Otherwise my first 36 hours here have been spent settling in, trying to catch up on sleep and sorting out sim-cards and internet access. All rather annoying and time consuming. Despite globalisation countries seem to have very different ways of administering even these things. My own impatience and tiredness leading to irritation with electronic devices hasn’t helped either. And that’s a sign to post this and get off to bed. Tomorrow I’m getting up early to go for a run on the Mikadi beach with Nas. Looking forward to that after so much sitting and talking.

 

22. Mai 2014
What am I doing here?
The rhetorical question above shouldn’t be understood as my questioning whether I should be here or not. Far from it. In KCC I’ve found a really impressive grassroots community organisation doing very interesting things and which deserves to be supported. Moreover an organisation with a few problems where I feel I can bring in lots of the experience which I have collected over the years. I’m relishing it!

I think I’ve already written that KCC has just been assessed by a local organisation, Molly’s Network. When making their recommendations they knew I was coming here and made some suggestions as to what I could do. In the meantime I’ve added a couple of things myself and having discussed it all with Nas and Rashid and now have a plan what I want/should do and at the moment it looks realistic!

The problems which KCC face are very typical of a young organisation coming out of its pioneering phase. Until now much has been achieved through the inspiration and dedication of the four founder members. But the informality and spontaneity of the first years do have their disadvantages, as they tend to develop into a lack of consistency and clarity. There was a crisis last year in KCC centring around the former director who then had to leave. (I don’t think it’s rare for a founder to be kicked out or to leave with both sides being disillusioned; it’s happened in at least three of the organisations for which I have worked and I haven’t worked in so many!). And now the next phase is due, in fact overdue. And that’s where I have more experience and feel more at home. (Interestingly the problems which KCC has are not significantly different from those of the organisations I was in. I showed Nas a paper on the subject written by Europeans and he could agree that many of the characteristics of the crisis described there are to be found in KCC today. Any cultural differences aren’t that significant.)

So coming back to my original question, what am I actually doing here?

I’m assisting KCC in 3, maybe 4 areas. Firstly with the bookkeeping. I don’t often use the word ‘shocked’ but here it’s appropriate: I’ve been shocked how neglected their bookkeeping has been. And it’s not just KCC who are at fault: the auditing firm can’t find the audit report for 2012! At KCC expenditure and income are recorded on excel spreadsheets and that’s about it. The amounts aren’t even added up, let alone checked against the bank statements. There’s no formal petty cash account (just money in an envelope) even though cash is the main means of transactions here, etc. etc. Luckily everybody thinks this must be improved and urgently. I heard today that my request that Molly’s Network tries to provide some bookkeeping software and expertise to train and support the finance director will almost certainly be successful. Great news, not just for Sakina, the finance director, but also a confirmation for me. (Of course she should have complained earlier that she was out of her depth, but anyway).

A second area is the organisational structure. It is there basically, but not fully utilized. So for example there are neither job descriptions (in fact some were drawn up two years ago but never implemented) nor an organisational chart. These are all the more urgent as the Board of Directors are planning to pay an allowance to those who have positions of responsibility and need a clear basis for their decisions. Here, as everywhere I guess, money is a sensitive theme, so they have to do this very carefully.

The third piece of work I’ve been asked to do is do a kick-off meeting to develop a new strategy and then help with the first draft. I’m especially looking forward to that as I can bring in my experience as an adult educator which I haven’t used for a long time.

The fourth area I’ll go into on another occasion (it’s a long, complicated story, especially for me coming from the outside): their difficult financial situation, where I’m coaching Nas and Rashid.

All very fascinating and challenging, but I’m really enjoying it.

 

23. Mai 2014
But its not all work
It must be around midday (I haven’t worn a watch since I’ve been here which helps me get in the local attitude towards time!) and I’m typing this into my netbook lying in a hammock on Mikadi beach having had a lovely swim. For a change there are no clouds and as there’s hardly a breeze and the temperature is about 28 degrees (82 F) it’s very pleasantly warm.

One other good thing about Mikadi is that I can eat some different food from that at Nas’. Not that the food there is bad; it’s just rather monotonous. Breakfast is chapatti with brown sugar and tea strongly flavoured with ginger. The evening meal has always been rice up until now with some vegetables, usually a type of spinach, and with a sauce and a smallish bit of fish or meat. For dessert it’s usually a banana but yesterday I saw some mangoes on a street stall and we had thoseWhen I get back toThe shore’s fairly flat here so the tide goes out a long way and swimming is only really possible around high tide. The waves aren’t high so the swishing noise of them going up and down the sand is calming. More like the Mediterranean than the North Sea so one can really swim and not just jump up and down in the waves (although this is what most of the locals do here, probably as many can’t swim). And there’s no underwater tug or drift so it’s very safe. At the moment there are very few people here so if it wasn’t for the disco music coming from next door it would be totally idyllic.
My day started with an early morning jog along the beach with Hassan from KCC. along , It’s really beautiful running on sand.I’ve been warned not to go alone on that stretch of the beach because there’s a chance of being mugged, so I’m glad to have a companion. We don’t talk much during the run which suits me. Because he’s not as fit as I am we don’t go for as long as I would really like, but I’m glad to be able to go at all.

My time at KCC has been fascinating and absorbing as you blog-readers will already know, so I’m glad to be able to get away now and again to think and to relax, which I’ve managed to do here in Mikadi every day lately. For that the beach is perfect and I’m very glad I can get here so easily. It’s only about 500 metres from Nas’ house where I’m staying. Unfortunately I have to leave before it gets dark for safety reasons,