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Karibu Tanzania – Mein Aufenthalt in Kigamboni

Nachdem überraschend mein Arbeitsleben frühzeitig beendet wurde, brauchte ich eine Auszeit.

Ohne Arbeit und mit zwei erwachsenen Kindern die gut alleine klarkommen, fühlte ich mich ziemlich verloren und musste mich neu orientieren. So habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, Betätigungsfelder im sozialen Umfeld kennenzulernen und das gleichzeitig so, dass ich Abstand zur Arbeit und Alltags-Routine bekomme. Dabei habe ich Elkes Angebot der Vermittlung von Fach- und Führungskräften für soziale Projekten gefunden und spontan Termine abgestimmt. Da mir für eine „Auszeit“ eine Woche zu kurz war, habe ich mich für einen Aufenthalt von zwei Wochen entschieden. Die eine Projektwoche habe ich gemeinsam mit Anni durchgeführt. Anni hat bereits ausführlich und sehr anschaulich über die phantastische Woche berichtet. Ich beschränke mich daher auf meine Eindrücke.

Gestresst von meiner Arbeit und allem was der plötzliche Arbeitsausstieg mit sich brachte, zudem geschwächt durch eine Grippe kam ich in Afrika an. Wie auch Anni wurde ich von Edson abgeholt und vom ersten Moment an fühlte ich mich willkommen und geborgen durch die umwerfende Gastfreundlichkeit und Wärme aller Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Das Kennenlernen der Projekte war nicht ein von draußen drauf schauen, sondern – soweit möglich – direkt einsteigen und mitmachen. Dies war eine ganz besondere, intensive Erfahrung, die super von Elke vorbereitet wurde.
Obwohl meine Projektwoche ja erst mit der Ankunft von Anni startete (und mit ihrem Abflug endete) hat Elke mich rund um die Uhr betreut bzw. mich in das dortige Leben von ihr und ihren Freunden eintauchen lassen.

Wir haben Konzerte besucht, getanzt und getrommelt und gemeinsam gegessen, Sonne und Meer und wunderschönen Strand genossen und Zeit miteinander verbracht. In den wenigen Tagen wurde ich komplett aus meinem Alltag rausgerissen und konnte ganz viel Lebensfreude tanken.

Mich hat selten eine Reise so beeindruckt wie diese:

So Africa smiled a little when you left. „We are in you“ Africa said. „You have not left us yet“.

Genauso fühle ich mich. Meine Wurzeln sind in Europa, aber Afrika und besonders die Menschen, die ich etwas näher kennen gelernt habe, natürlich Elke, aber auch Rehema, Rita, Haidary, Catherine, Ester, Josef und viele andere haben mich tief beeindruckt und ich weiß, ich werde wiederkommen. Bis dahin werde ich gern von hier aus unterstützen – soweit möglich.

Back in Tanzania…

… und da war er wieder dieser spezielle Geruch, den ich nicht wirklich beschreiben kann. Eine Mischung aus Staub, Sonne, verbranntem Unrat, aus Großstadt, Lebensfreude und wieder zuhause ankommen. Den Geruch den ich seit 1,5 Jahren vermisst habe. Endlich wieder in Tanzania, endlich wieder in Dar. Für zwei wunderbare Wochen, die viel zu schnell vorbei gegangen sind…und die voller schöner Momente waren.

Es fällt mir im Hinblick auf das setting fast schwer von Arbeit zu reden. Aber nichts anderes waren die zwei Wochen…Dennoch, 30 Grad, kurze Hose, kurzes Shirt bis einen die Moskitos am Abend aufgefressen haben, mit boda-boda, dala-dala und Fähre zum Projektort, ein Feierabend-Serengeti am Mikadi-Beach und traumhafte Sonnenuntergänge lassen das Thema Arbeit irgendwie in einem anderen Licht erscheinen. Ich habe viel Zeit in meinem alten Projekt verbracht, mir einige neue Projekte angeschaut, einen Kooperationspartner getroffen und für einen deutschen Projektträger eine Projektevaluation gemacht. Und ich konnte Susi, die gerade als Beraterin auf Zeit die nächsten 2 Monate ein Community-Projekt in Kigamboni/ Dar-es-Salaam unterstützen wird, in ihren ersten Tagen vor Ort begleiten.

Ich habe viele alte Bekannte und Freunde wieder getroffen und neue Leute kennen gelernt, die mir meine Abreise letzten Freitag nicht gerade leicht gemacht haben.

Der schönste Moment war jedoch, als ich meine kleine Naa wieder in die Arme schließen konnte. Naa hatte ich 2009 bei meinem eigenen Einsatz als Beraterin auf Zeit gleich am ersten Tag kennen gelernt. Mit ihren Eltern und ihrem größeren Bruder hat sie neben unserem Projektbüro gewohnt und wir hatten schon damals jede Menge Spaß. Nach fast 5 Jahren haben wir nun einen wunderbaren Nachmittag zusammen verbracht und aus dem kleinen schüchternen Mädchen von damals ist nun eine selbstbewusste 10-jährige geworden, die fleißig in die Schule geht und gerne Pilotin werden möchte.

Viele Bilder gibt es leider dieses Mal nicht. Naja, sagen wir mal so, es gibt sie, irgendwo in Kimbiji, aber nicht bei mir. Das erste Mal in 42 Jahren bin ich tatsächlich am helllichten Tag überfallen worden und der Typ hat meine Kamera mitgenommen. Ich habe genau das gemacht, was ich in unseren Vorbereitungsseminaren immer wieder predige: “Keine langen Spaziergänge am Strand, schon gar nicht alleine und schon gar nicht mit Wertsachen…”. Naja…Wakati shiti hits shabiki…when the shit hits the fan…Kamera weg und ein paar Kratzer am Arm…schade um die Bilder…aber mir ist nichts passiert. Das ist die Hauptsache.
Daher Danke an die freundlichen Spender der meisten der hier nun gezeigten Bilder.

Wenig Bilder im Gepäck, dafür aber ein paar spannende neue Einsatzmöglichkeiten für ein Social Sabbatical:

  • Berater auf Zeit für ein Bauprojekt in Sansibar
  • Physiotherapeut für eine neue Einrichtung für schwerstbehinderte Kinder
  • Berater auf Zeit für die Einführung einer computergestützten Abrechnung und Buchführung für ein Schulprojekt
  • Berater auf Zeit für die Weiterentwicklung eines Waisen-Projekts

Die Ausschreibungen dazu werde ich die nächsten Tage fertig machen und nach und nach hochladen. Lust auf ein Social Sabbatical? Dann bewirb dich unter info@managerfuermenschen.com

Mich hat das Fieber jedenfalls wieder gepackt und ich könnte mir durchaus vorstellen, in eines der Projekte selbst als Beraterin auf Zeit zu gehen. Mal schauen, wie ich das zeitlich unterbringen kann. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!