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Marketing für Social Businesses

Marketing. Ein Wort, das so vieles bedeuten kann.

Für mein Bachelor-Studium hatte ich mich 2008 für den Studiengang “Internationales Marketing” entschieden. Im Master-Studium ging es mit dem Programm “Internationale Marketingstrategie” weiter. Direkt im Anschluss bin ich im Produktmarketing eines niederländischen Großkonzerns eingestiegen, und 5 Jahre lang dabei geblieben.

Persönlich interessiere ich mich für soziale und umweltbezogene Themen. Ich möchte Dinge verändern, anpacken, Herausforderungen meistern und zu einer besseren Welt beitragen. Durch einige Recherchen bin ich recht schnell auf die Begrifflichkeit “Social Business” gestoßen, ein wirtschaftliches Konzept, das auf den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zurückgeht. Demnach zeichnet sich ein Social Business dadurch aus, dass wirtschaftliche Erfolge erzielt werden, jedoch zu 100% in das Sozialunternehmen und seinem gesellschaftlichen Ziel reinvestiert werden. Der gesellschaftliche Beitrag als nachhaltiger, sozialer Gewinn steht demnach im Fokus; nicht der Profit.

Nach 5 Jahren habe mich also für eine Auszeit von meinem Konzernleben entschieden, und bin über Elke von Manager für Menschen und Urs und Erna von EOS Entrepreneur Foundation nach Nicaragua aufgebrochen, um Sozialunternehmerinnen beim Aufbau ihres Business zu helfen und Marketing für einen guten Zweck anzuwenden.

Spannend für mich war die Frage: Funktioniert Marketing für sozial orientierte UnternehmerInnen genauso wie für Profit orientierte?

Meine Arbeit in Nicaragua hat mir gezeigt, dass die grundlegenden Bausteine und Prinzipien des Marketings gleich sind.

Es gibt jedoch einen, wie ich finde, sehr wichtigen Unterschied.

Durch die Plattform REDFworkshop bin ich auf ein Konzept gestoßen. Direkt in den ersten Tagen, in denen ich mit den Sozialunternehmerinnen unterwegs war um neue Kunden zu gewinnen, habe ich erkannt, dass genau diese Erkenntnis helfen kann, eine der größten Herausforderungen der Sozialunternehmerinnen zu meistern: Wie kann ich mein Business in einem unterentwickelten Land, in welchem 45% der Bevölkerung von weniger als 1 USD am Tag lebt, so vermarkten, dass die Bevölkerung den Mehrwert erkennt und bereit ist, dafür zu bezahlen?

“Unlike most for-profit consumer businesses, many social enterprises don’t start their businesses by creating a product that is filling an unmet consumer need. For most social enterprises, the starting point is the mission.”

REDFworkshop

Die Grafik veranschaulicht, das neben dem Produkt (oder Service), die Mission / der gute Zweck, das Social Business selbst, und die Marke den Kern der Unternehmung darstellt. Sprich, es wird mehr verkauft als das “Produkt”.

Natürlich gibt es in jedem Unternehmen auch eine Marke. Diese dient in herkömmlichen Unternehmen jedoch in erster Linie dem Zweck der Identität und Bekanntheit. In Sozialunternehmen scheint es ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtpakets zu sein, wenn man sich mit der Frage “was biete ich an” beschäftigt.

Es war eine der Dinge, die wir im Projekt in Nicaragua als Erstes angepackt haben.

Bevor ich kam, dachten die Sozialunternehmerinnen, dass sie den Service “Blutzuckerspiegel messen” anbieten.

In Wirklichkeit haben wir gemeinsam erarbeitet, dass es viel mehr ist als das:

  • Produkt/Service: Blutzuckerspiegel messen
  • Mission: Zu einer gesünderen Community beitragen
  • Social Business: Prävention und Kontrolle von Krankheiten zu Preise, die sich jeder leisten kann
  • Marke: Emprendedoras Sociales – ein Programm, welches Frauen dazu befähigt ein eigenes Business zu entwickeln, und somit Arbeitsplätze kreiert, die es vorher nicht gab

Das Ergebnis:

  1. Mehr Vertrauen und mehr Motivation rauszugehen und über das eigene Business zu sprechen
  2. Mehr Kundschaft, die den Mehrwert des Business realisieren und weniger den Preis des tatsächlichen Produktes / Services hinterfragen

Jetzt heißt es: üben, üben, üben.

Auszeit von der Auszeit

Auszeit von der Auszeit! Hört sich komisch an, ist aber wichtig.
Wie unser Berater auf Zeit Michael seine Auszeit von der Auszeit verbracht hat, lest ihr in seinem aktuellen Blog-Beitrag!

Zum Artikel…

Handwerker auf Zeit gesucht!

Handwerker auf Zeit gesucht!
Für ein Projekt 50 km südlich von Dar-es-Salaam suchen wir das erste Mal Handwerker auf Zeit.

Auf knapp 5 Hektar fruchtbarem Land ist eine kleine Oase entstanden, in der Kleinkinder von tansanischen Mamas betreut werden. Daneben wird Landwirtschaft betrieben und aktuell entstehen weitere Gebäude, um einen Restaurationsbetrieb und ein Sanatorium zu beherbergen, die das Projekt in naher Zukunft tragen sollen.

Das Konzept ist schlüssig, die Kinder werden in ihrer physischen und geistigen Entwicklung gefördert und die Projektleiter und das ganze Team verdienen Unterstützung.
Bist du handwerklich begabt? Möchtest du tiefer in die tansanische Kultur eintauchen? Hast du Lust, dich mit tansanischen Handwerkern auszutauschen und voneinander zu lernen? Dann suchen wir dich:
Schreiner, Elektriker, KFZ-Mechaniker, Maurer, Zimmerer und Sanitärtechniker.

Unterkunft und Verpflegung werden gestellt.

Interesse? Dann melde dich unter info@managerfuermenschen.com

Soziales Engagement in Deutschland

In der Regel vermitteln wir nur Berater auf Zeit ins Ausland. Aktuell haben wir aber eine Anfrage einer unserer Projektpartner vorliegen, die Unterstützung in Deutschland benötigen.

Du wohnst in München und möchtest dich in deiner Freizeit gerne sozial engagieren.
Du bist davon überzeugt, dass du mit deinem Wissen, deiner Erfahrung und Kommunikationsstärke nachhaltig etwas bewegen kannst?
Dann bieten wir dir eine Möglichkeit, wie du deine Freizeit sinnvoll durch soziales Engagement gestalten kannst.

Leiter der Regionalgruppe München gesucht!

Zur Stellenausschreibung geht es hier…

Lebendige Beispiele – von der Marketingleiterin zur Gründerin von M4M

Christiane Karsch von CK Coaching hat mich im Juni via Skype interviewt.
War ein spannendes Unterfangen…

Zum Video…

Mit 2 Workshops auf der jobmesse münchen!

Am 9. und 10. Februar 2019 findet in München die 11. jobmesse statt.

An beiden Tagen sind wir jeweils mit dem Workshop “Social Sabbatical – Mehr als eine Auszeit” vertreten und stehen danach noch für ein persönliches Info-Gespräch bereit.

Im jeweils 1-stündigen Workshop tauchen Sie ein in die Welt eines Beraters auf Zeit ein. Sie erfahren, wie ein Social Sabbatical in das aktive Arbeitsleben eingebunden werden kann und wie Sie sich neben dem sozialen Engagement gleichzeitig persönlich weiterentwickeln können.

 

jobmesse muenchen

wann?
Samstag, 09. Februar 2019, 10 bis 17 Uhr
Workshop: 13.30 – 14.30 Uhr

Sonntag, 10. Februar 2019, 10 bis 17 Uhr
Workshop: 14.45 – 15.45 Uhr

 

wo:
MOC Veranstaltungscenter
Lilienthalallee 40
80939 München

 

Weitere Infos unter:

https://www.tz.de/leben/karriere/jobmesse-muenchen-ere99581/jobmesse-muenchen-mehr-workshops-mehr-themen-mehr-karriere-11416744.html

https://www.merkur.de/leben/karriere/jobmesse-muenchen-ere99581/jobmesse-muenchen-mehr-workshops-mehr-themen-mehr-karriere-11416744.html

 

Zurück in Camphill – Die Milch macht’s!

Von Januar bis März 2018 war unser Berater auf Zeit Richard in Camphill West/Südafrika und hat dort in einem Community Projekt unterstützt.

 

Teil 2 von 3:
Zurück in Camphill – Die Milch macht’s!

Zurück in Camphill kümmere ich mich verstärkt um die Molkerei, welche als Arbeitspferd sowohl das Camp versorgt, als auch regionale Supermärkte mit Milch, Joghurt und Käse beliefert. Mit Gerard hat dort seit diesem Jahr ein hervorragender Käser mit einigen Auszeichnungen das Ruder übernommen und hat sich die Perfektionierung der Käsesorten Gauda und Cheddar zum Ziel gesetzt, um durch die höhere Qualität bessere Preise zu erzielen und den Kunden das Potenzial der natürlichen Milchwirtschaft erlebbar zu machen. Er erklärt mir die Produktionsverfahren von Joghurt, Käse, Quark, Sahne und Feta. Außerdem dabei sind noch zwei Volontäre und je nach Tagesverfassung fünf bis sechs Bewohner, die jeden Tag bis zu 300 Liter Milch verarbeiten. Und das nur im trockenen Sommer, den im grünen Winter verdoppelt sich die Menge. Das ist insofern erstaunlich, dass alles mit Hand bewegt und verarbeitet wird. Für mich, der mit anpackt, bei 30-35 Grad am Tag eine schweißtreibende Arbeit.

In den ersten Wochen verschaffe ich mir einen Überblick über die Prozesse des Molkereibetriebs und komme damit vollständig in der afrikanischen Arbeitsmentalität an. Spätestens hier verabschiede ich mich von allen Selbstverständlichkeiten unserer Arbeitskultur. Niedergeschriebene Prozesse oder Anweisungen gibt es keine, jeder weiß nur genau das was er tut. Auskünfte sind schwierig zu bekommen, da sich aus Angst Fehler zu machen keiner aus der Deckung traut. Dazu kommt noch ein unglaublich bürokratisches Dickicht in den Bereichen der Logistik, Beschaffung und HR von Seiten des Managements um im Chaos die Kontrolle zu behalten. Akten und Archivierung sind überbewertet, Papiere werden wahllos und unsortiert in Schreibtische gesteckt, bis diese voll sind. Ich falle vom Glauben und komme aus Aha-Erlebnissen gar nicht mehr heraus.

Mir dämmert in den ersten Tagen ausgiebigen Wissensaustauschs: Ordnung ist eine Ausnahme, das hier ist die Regel. Meine Gastgeberin meint dazu lakonisch, “this is Africa”. Was hätte ich denn sonst erwarten sollen? Frei von Vorurteilen – Recht hat sie! Dieses Land hat sowohl eine andere Zeitrechnung, als auch einen anderen Anspruch an Arbeit an sich. Was mich daran jedoch wirklich bestürzt, ist die Tatsache, dass ich mich daran hervorragend anpasse. In den ersten Tagen staune ich noch, wie man im Camp auf nur vier Stunden Arbeitszeit pro Tag kommt und dabei meint, dass ordentlich was geleistet wurde. Zum Schluss erscheinen mir zwei Stunden Mittagspause und die einstündige Frühstückspause schon etwas knapp bemessen. Zudem werde ich mit zwei Grundprinzipien vertraut gemacht. Das Prinzip “Was du heute nicht kannst besorgen, dass schieb gern nach morgen” ist mir bereits bekannt. Aber das Prinzip “We need to adress this in a meeting” ist noch besser: Ein Problem wird einfach weitergeschoben, bis sich niemand mehr zuständig fühlt oder es zu komplex wird.

Man mag sich fragen, wie trotz all der Umstände Dinge geschehen. Meine Erklärung ist der unglaubliche persönliche Einsatz sowie die hohe Motivation und Leidenschaft aller Bewohner und Mitarbeiter. Trotz das es an allen Ecken fehlt und immer etwas knapp ist, versuchen alle ihr Bestes. Da werden Löcher schon mal mit Klebeband versiegelt und Geräte mit Nägeln und Holzbrettern repariert. Dennoch herrscht generell eine entspannte und angenehme Arbeitsatmosphäre. Durch solche Kleinigkeiten lässt sich außer mir keiner aus der Ruhe bringen. Das Improvisationstalent behandelt Probleme einerseits schnell und unkompliziert, aber es fördert die von-Tag-zu-Tag-leben Mentalität und große Entscheidungen und Veränderungen werden aufgeschoben.

Meine Zeit in Camphill West Coast: Die ersten Tage

Von Januar bis März 2018 war unser Berater auf Zeit Richard in Camphill West/Südafrika und hat dort in einem Community Projekt unterstützt.

 

Teil 1 von 3:
Die ersten Tage im Projekt

Cape Town Airport, 4. Januar 16 Uhr. Hinter mir liegen das kalte Deutschland, was mich mit Schneeregen verabschiedet hat, 14 Stunden Flug und deutsche Strukturiertheit und Ordnung. Mein erster Tag in Afrika beginnt mit 35 Grad Sonne und der Ankunft in der afrikanischen Welt. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit am Einreiseschalter geht es über die Autobahn an endlosen Townships nach Kapstadt, immer begleitet vom mächtigen Tafelberg am Horizont.

Nach meiner Akklimatisierung beginnt nun meine Einführungswoche im Camphill West Coast mit einer 50km Fahrt aufs Land und dem Besuch des Camps, welches sich als völlig anders herausstellt, als dass ich es mir vorgestellt hatte. Auf dem riesigen ländlichen Areal muss man nach dem Dorf schon richtig suchen. Die kleinen Häuschen liegen verstreut, aber schön angelegt auf dem gesamten Gelände, auf dem man sich (ich auch) durchaus gut verlaufen kann. Dazwischen liegen große Wiesen und Feldparzellen, auf denen sich trotz sommerlicher Trockenheit einige Kühe tummeln.

Gleich am ersten Tag im Camp werde ich auf eine Einführungstour mit David, einem sehr netten und redseligen Bewohner geschickt. Nach einer Zickzackrunde und gefühlten 15 Plauderpausen, bei denen ich nicht immer genau wusste, was Ernst und was kleine Scherze waren, werde ich etwas verwirrt in die Mittagspause entlassen. Den Rest des Tages verbringe ich mit Gesprächen mit dem Marketing Manager und dem Director, welche mir die Produkte und geschäftlichen Aktivitäten Camphills etwas näher bringen und der weiteren Planung meines Aufenthalts.

Während der nächsten drei Tage arbeite ich jeweils einen Tag in der Bäckerei, der Molkerei, sowie der Farm. Dabei lerne ich die jeweiligen Manager und die Betriebe, sowie die darin arbeitenden Angestellten und Bewohner kennen. Hier bekomme ich den wohl prägendsten Eindruck meines Aufenthalts: Ich habe noch nie Betriebsleiter mit soviel Passion und Hingabe für ihre Betriebe und Produkte, als auch den darin arbeitenden Menschen gesehen. Genauso habe ich von Mitarbeitern noch nie so viel Dankbarkeit und Pflichtbewusstsein für ihre Tätigkeit erlebt. Trotz des allgegenwärtigen Mangels an Ausrüstung und Material, sowie die schwierigen Arbeitsumstände, wie die große Hitze und alte Infrastruktur leisten alle ihr Möglichstes in der Herstellung und Verarbeitung ihrer Produkte.

Nach der ebenso interessanten, sowie fordernden Einführungswoche nutze ich die Sommerpause für eine Rundreise durch Südafrika entlang der Garden Route und dem Westkap. Hier lerne ich die atemberaubenden und abwechslungsreichen Landschaften, sowie die herzliche Gastfreundschaft der Südafrikaner kennen. Ein Ausflug in eines der vielen weitläufigen Game Reserves ist Pflicht. Auf dem Weg besuche ich eine ökologisch arbeitende Farm, sowie die größte Käserei im Westkap, als auch die Lehrmolkerei der Universität Stellenbosch, um mir ein Bild über die landesspezifischen Best Practices zu machen und diese Erfahrungen in Camphill einbringen zu können.

Sie nennen es Urlaub!

Schafe hüten, Tischlern, Brunnen graben in Afrika: Wenn der Job so richtig nervt, muss mehr passieren als ein Strandurlaub. Fünf Menschen erzählen von ihren Arbeitsabenteuern, darunter auch unsere Beraterin auf Zeit Christine.

Zum Artikel…

Die erste Woche in Villa Rica!

Nach einer Woche Sprachkurs in Peru ging es per Bus nach Villa Rica. Dort wird unsere Berater auf Zeit Michael für  Monate in einem Projekt unterstützen.

Zum Bericht der ersten Woche…

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