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Weltladen unterstützt Kinderhort in Tansania

Schöner Bericht über eines unserer Projekte, das wir unterstützen und in dem ich aktuell selbst tätig bin.

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Arbeit statt Urlaub

Karitative Einsätze mit längeren Auszeiten sind auch im Mittelstand möglich. Sie erfordern aber viel Eigeninitiative. Unser Berater auf Zeit Paul und sein Chef berichten im Handelsblatt, wie ein Social Sabbatical für alle Beteiligten einen Mehrwert hat.

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Haraka haraka, haina baraka

Ich kann es kaum glauben, dass die Zeit so schnell vergeht. Mein letzter Blog-Eintrag ist schon eine ganze Weile her, die Zeit rast nur so und wenn ich nach vorne blicke…so sind es nur noch 3,5 Wochen, bis ich Tanzania wieder verlassen muss…und meine to-do-Liste aber irgendwie mehr zu- als abnimmt.

Die letzten Wochen waren randvoll. Mein Tag könnte in der Tat mehr als 24h-Tag haben. Haraka haraka, haina baraka – oder No hurry in Africa führen dann dazu, dass das Blog-Schreiben eher in den Hintergrund rückt und ich lieber mal kleine Lebenszeichen in Facebook poste.

 

Kleine Fluchten
Schon 2009 und 2010 war Zanzibar meine kleine Flucht. Nur 1,45 h mit der schnellen Azam-Fähre entfernt liegt die Trauminsel Ungunja, die fälschlicherweise immer als Zanzibar bezeichnet wird. Dabei ist Zanzibar eigentlich der Name des Archipels bestehend aus Ungunja, Pemba, den Latham-Inseln und geographisch gesehen auch Mafia.

Es ist eine andere Welt. Stone-Town mit seinen kleinen, verschlungenen Gassen, den tollen geschnitzten Holztüren und dann die Strände…Ja, die habe ich hier auch vor der Türe…dennoch ist das Wasser dort sauberer, wärmer und von einem unglaublichen blau-grün und man ist einfach weg aus Dar, weg von den Projekten. Um mal was anderes zu machen, hat es mich dieses Mal nach Paje verschlagen, das Paradies für Kitesurfer. Nett, aber nach nur einer Nacht habe ich beschlossen, dass man ein winning system nicht ändern soll und bin dann doch wieder nach Sunset Kendwa. 3 Tage dort, 2 wunderschöne Tauchgänge (bei 30 Grad Wassertemperatur springe sogar ich mit einem Shorty ins Wasser) und der Akku ist wieder aufgeladen.
Auszeit von der Auszeit bzw. vom Projekteinsatz nenne ich das dann auch ;-)

Kurz vor der Heimreise habe ich dann noch unseren Kindergarten in Mwera besucht und nicht schlecht gestaunt, was Pfarrer Siwelwe da so auf die Beine gestellt hat.

 

Die Deutsche Delegation
Pünktlich zu meinem Geburtstag kamen dann auch Fred, Bettina und Linda von der Herrnhuter Missionshilfe aus Deutschland. Wer meinen Blog aus 2009/2010 gelesen hat, der weiß, dass Fred mein Soundboard war und für das Projektteam auch immer das Zauberwort. Für ihn war es die Abschiedstour und für Bettina und Linda, die ich kurzerhand nun zu meinen neuen Soundboards ernannt habe, die Kennenlerntour.

Samstag gab es ein großes Meeting mit meinem OVC-Team und anschliessend haben wir mit einigen der Patenkinder und ihren Vormündern zu Mittag gegessen. In 43 Jahren habe ich das erste Mal an meinem Geburtstag gearbeitet. Dennoch war es ein toller Geburtstag, mit dankbaren Vormündern, lachenden Patenkindern und am Abend einer tollen Band in einem der lokalen Pubs.

Montag standen homevisits auf dem Plan und ab Dienstag haben wir einige hundert km per Minibus von Dar-es-Salaam über Ifakara, Iringa, Mbeya, Subawanga, zurück nach Mbeya gerissen und dann ging es für mich mit dem Flugzeug zurück nach Dar-es-Salaam. Eine lange Reise, schlechte Strassen, aber eine gute Gelegenheit um meine neuen Ansprechpartnerin in Deutschland kennen zu lernen und um neben meinen eigenen Projekten auch einige weitere Projekte der HMH zu besuchen.

 

Projektarbeit
In den Projekten läuft es zäh. Pläne sind da, um über den Haufen geworfen zu werden, insbesondere weil ständig unbekannte Faktoren auftauchen, die alles zunichte machen. Kurzfristig angesetzte Meetings der Pfarrer, Malaria, Krankheit oder Tod von Angehörigen, Verkehrschaos, Eheprobleme, Unverständnis, kein Strom etc.

Ich werde immer wieder vor die Zerreißprobe gestellt, war diese Woche auch schon einmal kurz vor dem Aufgeben. Nein, natürlich gebe ich nicht auf. Ich wünsche mir nur, dass ein paar Projektverantwortliche nicht nur den eigenen Benefit (im Sinne von Gehalt) sehen, sondern verstehen, dass das Projekt zum Wohl der Kinder ist. Auch kämpfe ich immer wieder mit der Tatsache, dass man glaubt, dass der Geldstrom aus Deutschland unerschöpflich ist und man selbst nichts dazu tun muss. Naja, ich bzw. wir machen das Beste daraus.

Es gibt aber auch Positives zu vermelden…
Mittlerweile haben wir im OVC-Projekt 103 der bis dato 200 Kinder für die zweite Projektphase registriert. Sie gehen nun mit unserer Unterstützung auf die Sekundarschule und am nächsten Samstag – so der Plan – haben wir eine große Verteilaktion. Von einigen Kindern wissen wir leider nicht, wo sie verblieben sind. Hört sich für deutsche Verhältnisse komisch an. Für tanzanische Verhältnisse ist es aber ganz normal, dass Kinder aufgrund ihrer aktuellen Situation mal eben von der Tante in Dar zur Oma nach Moshi transferiert werden oder, dass wenn Kinder nicht in die Sekundarschule zugelassen wurden, keiner weiß wo sie jetzt sind.

Moses, der Projektleiter der Nursery School hat den Report für Februar komplett alleine erstellt. Könnt ihr euch vorstellen, wie stolz ich bin?

Und in Ifakara geht es polepole voran und wir lassen uns bzgl. ständig neuer und härterer Regularien für Privatschulen nicht unterkriegen.

 

Und sonst so…?

  • Nach ewiger Zeit konnte ich Mary lokalisieren. Sie wird von einem kleinen deutschen Verein unterstützt und kann mit deren Hilfe ein College besuchen. Sprachbarrieren haben dazu geführt, dass die Unterstützung fast abgebrochen wäre. Aber wir sind wieder back on track!
  • Mit der Unterstützung von Paul, einem Ex-Berater auf Zeit konnte ich Osman letzte Woche ein Fahrrad kaufen. Osman wird ab sofort das College besuchen und anstatt jeden Tag Geld in Bustickets zu investieren, ist er nun stolzer Besitzer eines Bob Marley Bikes. Vielen Dank nochmal Paul!
  • Novität im Massai-Dorf!!! Letzten Samstag haben wir in der Tat wohl zum ersten Mal Skype ins Massai-Dorf von Mariki gebracht. Kein Wasser und kein Strom vor Ort. Aber die Masten der Mobilfunkanbieter haben es möglich gemacht zu skypen. Ich weiß nicht, wo die Freude größer war: bei Susi und mir oder im Massai-Dorf.
  • Ende nächster Woche kommt Norbert zu Besuch. Nach seinem 6-monatigen Einsatz als Berater auf Zeit am anderen Ende der Welt in Neuseeland schließt er sein Sabbatical nun hier bei mir in Tanzania ab. Das wird ein krasser Gegensatz sein…aber vielleicht verliebt er sich ja auch in Tanzania ;-)
  • …und ich habe mir zu Ostern eine neue Sim-Card geschenkt! Tigo 4G…wow! Was ist das Netz jetzt hier schnell!

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Osterfest und ein paar entspannte und erholsame Feiertage!

Erster Monat in Mabopane, Pretoria, Südafrika als Volunteer

Ich bin jetzt ziemlich genau einen Monat in Pretoria, Südafrika. Mein Alltag ist geprägt von Gegensätzen.

Ich wohne in einem luxuriösen Guesthouse in Brooklyn, eine reiche Wohngegend von Pretoria, mit ca. 15 anderen Gästen, alle so zwischen 20-32, mehrheitlich Europäer und Südafrikaner. Die Atmosphäre im Guesthouse ist extrem familiär. Man kocht zusammen, unternimmt Weekend-Trips, geht aus in die vielen Restaurants, Clubs und Bars oder geniesst die Zeit am Swimmingpool. Die Umgebung lässt sich m. E. mit Kalifornien vergleichen: Es ist herrlich warm, blauer Himmel, die Sonne scheint. In der nahen Umgebung hat es alles, was das Herz begehrt: Ein modernes Einkaufszentrum, viele Restaurants und Bars, ein Sportplatz mit Bootcamp (4 mal die Woche), ein Autoverleih, Jogging Gelegenheiten und dergleichen mehr. Es ist sicher und für Schweizer / Deutschland Verhältnisse günstig (Ich habe 1250 Euro pro Monat inkl. Miete gebraucht).

Arbeiten tue ich bei einem NGO mit Namen Lesedi La Batho. Wir verfügen über zwei Lokalitäten: Das Büro befindet sich in günstigen Räumlichkeiten eines Rugbystadions ca. 30 min zu Fuss vom Guesthouse oder 5 min mit dem Auto in einer sehr sicheren Gegend. Dort verfüge ich über einen Labtop und teile das Büro mit Chrisna, unserer Chefin, Ronel, unserer Buchhalterin, Loren, unserer Administratorin und ca. 4 weiteren Personen von einem anderen NGO. Unsere Infrastruktur ist top und der Büroalltag gestaltet sich ähnlich wie in der Schweiz oder Deutschland. Die zweite Lokalität befindet sich in Mabopane ca. 45 min mit dem Auto im Nordwesten von Pretoria. Dort verfügt Lesedi La Batho über ein Community Center inmitten eines “Townships”. Die Gegend dort ist signifikant ärmer als diejenige in Brooklyn. Die Aktivitäten unseres NGOs und damit diejenigen unseres Community Centers, zielen auf die Verbesserung der Lebensumstände der in dieser Gegend wohnenden Bevölkerung ab. Leider ist diese Gegend zurzeit geprägt von Armut, HIV, Arbeitslosigkeit und schlechten Schulen, was die Bevölkerung leider zu Kinderschwangerschaften, Drogenkonsum, Kriminalität und dergleichen Schrecklichem mehr verleitet.

Meine Aufgabe bei Lesedi ist die Strukturierung und Optimierung aller operativen Aktivitäten im Community Center. Diese lassen sich in drei Bereiche gliedern:

Im Center werden lokale Personen während eines drei monatigen Ausbildungsprogamms in den Bereichen Kindererziehung, Nähen, Computeranwendung, Schmuckherstellung, Backen und “Life Skills” ausgebildet und erhalten danach ein Zertifikat, welches es ihnen erleichtern sollte einen Job zu finden. Unser internes Jobberatungsbüro unterstützt sie dabei.

Der zweite Bereich besteht aus 14 sogenannten Social Auxillary Workers. Diese schwärmen tagtäglich zu 9 High- und 4 Primary- Schools aus und schulen / beraten Schüler in den Bereichen HIV, Gewalt, Menschenrechte, Drogenkonsum, Life skills und dergleichen mehr. Diese vollziehen auch sogennante “Home visits” wobei es sich dabei um Hausbesuche handelt um sozial benachteiligte Individuen zu identifizieren und zu unterstützen: entweder mit den Leistungen des Community Centers oder mittels Empfehlungen zu Kliniken, Schulen, Polizei oder schlichtweg mit dem Vorbeibringen von Food Parcels.

Beim dritten Bereich handelt es isch um “Social Enterprises”. Diese sind eine Art Kleinunternehmungen, welche von Absolventen des Ausbildungsprogramms gegründet wurden und nun geführt werden. Zurzeit produzieren diese Kleinunternehmen eine Vielzahl von Produkten: Teddybären für eine Firma aus Cape Town, Schuluniformen für lokalen Schulen, Tragtaschen und ab und zu Schmuckstücke. Auch hat es ein “Child Care Center” für zurzeit 60 Kinder von “Teenage Mothers” welches sich über Tag um Kleinkinder kümmert, damit die Mütter in die Schule gehen können.

Meines Erachtens funktionieren viele Aktivitäten gut. Es gibt aber einige Bereiche, welche noch verbessert werden können. Unser Fokus für die nächsten Monate liegt im Ausbau der “Reporting” Aktivitäten, im weiteren Empowern des 5 köpfigen Management-Teams vor Ort im Center, in der Erweiterung der Infrastrktur und in der stärkeren Abkoppelung der “Social Enterprises”  damit diese unabhängig von Spenden werden. Auch scheint das Potential der Social Auxillary Workers noch nicht vollumfänglich ausgeschöpft. Vergangene Woche haben wir erste Akzente setzen können. Meine Ideen werden von den total 42 Mitarbeiter kritisch aber sehr wohlwollend angenommen und dann weiterentwickelt.

Es herrscht ein sehr offenes und angehenmes Betriebsklima. Viele der Mitarbeiter sind sehr interessiert und auch dankbar, dass man versucht ihnen und damit indirekt den vielen Hilfsbedürftigen zu helfen. Die Motivation ist also hoch und ich hoffe, dass ich beim nächsten Update bereits erste Erfolgsstories berichten kann…

 

Heat, Dust and Dreams

Mit meiner Abreise letztes Jahr am 2. November 2015 stand eigentlich auch schon wieder fest, dass ich bald zurück kommen würde. Alleine das Reisedatum war noch nicht fixiert und so habe ich meinen Koffer samt Inhalt direkt hier gelassen.
Tanzania macht süchtig. Das brauche ich wohl niemandem mehr zu erklären.

Knapp 2,5 Monate später bin ich also wieder in den Flieger gestiegen. Und in der Hitze und dem Staub Tanzanias lebe ich seit nun fast schon wieder 4 Wochen meinen afrikanischen Traum.
Auch wenn hier alles pole pole geht, so rast die Zeit einfach nur dahin. Die Tage scheinen mir manchmal kürzer als in Deutschland. Wobei das mit Sicherheit der Tatsache geschuldet ist, dass ich für viele Dinge, die ich in Deutschland mal eben kurz mache hier den halben Tag brauche. Ich komme aktuell kaum zum Schreiben, daher gibt es heute nur ein kurzes Lebenszeichen:

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Am Tag als der Regen kam…

…kam auch hier hier an. Dabei hatte ich so früh noch gar nicht mit der Regenzeit gerechnet. Dem Land tut der Regen gut, den Strassen jedoch nicht wirklich und so fahren wir momentan eher Umwege statt shortcuts um von A nach B und insbesondere Nachhause zu kommen.

 

 

 

 

Shule ya Secondaria in Ifakara
Gleich in der zweiten Woche bin ich nach Ifakara aufgebrochen, um nach unserer Sekundarschule zu sehen. Leider haben wir nicht im Januar eröffnen können. Denn seitens der Regierung gibt es immer wieder neue Auflagen, die wir einhalten müssen um die finale Registrierung zu bekommen. Hapa kazi tu – unser neuer Präsident Magufuli greift ganz schön durch. Mit all seinen positiven Seiten und Aspekten, die ich sehr begrüße, hat es aber in Bezug auf den Schulbau für uns gerade eher ein paar negative Aspekte. Somit heisst es durchhalten, Auflagen erfüllen, weiterbauen, um dann hoffentlich bald die Registrierung zu bekommen. Spaß hatten Erica und ich dennoch!

 

Mein OVC-Projekt
Aktuell habe wir viel Besuch im Projektbüro, denn unsere 200 Kinder aus dem Projekt müssen sich melden, ihre Schuleinschreibung und die letzten Zeugnisse vorbeibringen, um dann in Phase 2 des Projektes aufgenommen zu werden. So ganz nebenbei wird Mama Mwaiseje auch dem Papierchaos Herr – wie sie das macht, ich weiß es nicht. Aber sie hat das Chaos fest im Griff.

 

Und zu guter letzt, einfach weil sie so süß sind meine Kids…noch ein paar Bilder aus Projekt 3, der Nursery School

 

 

 

 

Neuer Berater auf Zeit auf dem Weg!

Gestern Treffen und letzte Absprachen mit dem deutschen Vorstand, heute Koffer packen und morgen geht es für unseren Berater auf Zeit Philipp für 6 Monate nach Südafrika. Er wird dort unseren Projektpartner Lesedi la Batho im Bereich Prozessoptimierung beraten, sowie das Management-Team in der Administration und Organisation unterstützen.

Eine gute Reise, viel Spaß und viele wunderbare Erfahrungen!

Wir freuen uns auf deinen ersten Blog-Beitrag!

Das war 2015!

Erst am Ende eines Jahres weiss man,
wie sein Anfang war!

(Friedrich Nietzsche)

 

Nun ist es also schon wieder so weit, das Ende des Jahres ist in Sicht!
365 Tage voller spannender Erlebnisse, Einsätze von Beratern auf Zeit, neuer Einsatzländer, guter Gesprächen auf Messen und Veranstaltungen, Spaß in Workshops, durchaus auch mal schmerzhaften Erfahrungen und neuer Projektpartner. In Summe war es ein wunderbares Jahr, auf das ich gerne zurückblicke!

Möglich war das nur, durch eure / Ihre Unterstützung!

Daher geht mein Dank an alle Berater auf Zeit, die sich für ein Social Sabbatical mit Manager für Menschen entschieden haben. Toll, dass ihr den Mut hattet eure Komfortzone zu verlassen, um vielleicht eines der größten Abenteuer eures Lebens anzugehen.

Ein Dank geht auch an alle Projektpartner. An die, die wir schon seit unserem Start in 2011 begleiten dürfen, aber ganz besonders auch an die Projektorganisationen, die sich entschieden haben mit einem Berater auf Zeit einmal neue Wege zu gehen. Danke für Ihr Vertrauen!

Und ein Dank geht auch an alle Geschäftspartner, Kooperationspartner und Unterstützer von Manager für Menschen, die daran glauben, dass ein Social Sabbatical in ein aktives Berufsleben integriert werden kann und dass der gegenseitige Wissentransfer nicht nur Partnerschaften auf Augenhöhe schafft, sondern ein Mehrwert für alle Beteiligten ist – für den Berater auf Zeit, für die Projektorganisation und insbesondere auch für die Wirtschaft.

Wir freuen uns schon jetzt auf eine gute Zusammenarbeit in 2016!

 

Das war 2015!

 

 

 

Wie lekker war das denn bitte?! – Das Leben im Camp und Abschied

Paul, 30 Jahre, Accountant aus Hamburg war für 3 Monate in Camphill Village, Südafrika.
Er hat dort im Rahmen eines Social Sabbaticals eine Einrichtung für Menschen mit intellektuellen Defiziten beraten.

 

Das Leben im Camp und vor allem im Haus ist geprägt von Freundlichkeit und Vielfalt. Ich fand es ausgesprochen angenehm, wie freundlich einem die Leute, egal ob Residents, Mitarbeiter oder sonstige Personen, begegnet sind. Man wurde ständig von dem Gefühl umgeben, sehr willkommen zu sein. Gerade im Zuge der aktuellen Flüchtlingsdiskussion in Europa ist diese Willkommenskultur doch ein sehr gutes Beispiel.

Neben der Arbeit im Haus hatten wir aber vor allem auch viel Freude zusammen. Neben einigen Braais haben wir mit dem Haus auch einige Ausflüge zum Strand oder zum Café gemacht. Zu meinem Geburtstag habe ich die Bewohner meines Hauses in ein italienisches Restaurant eingeladen (italienisches Restaurant in Südafrika mit deutschem Besitzer :-) ). Von diesem Ausflug wurde mir bis zum Ende berichtet. Diese Dankbarkeit zu erfahren, war ein Geschenk.

Die freien Tage bzw. Wochenenden konnte ich auch immer sinnvoll nutzen. Es wäre auch eine Schande, sich dieses schöne Land mit seiner unfassbaren Landschaft entgehen zu lassen. U.a. waren wir in Hermanus zum whale watching, einige Male in Kapstadt, am Kap der guten Hoffnungen, in Stellenbosch zum Wine Tasting usw.. Wer sich hier langweilt, ist selber schuld!

Ungewohnt war der Unterschied beim Thema Sicherheit. Gerade in Kapstadt sollte man schon aufpassen, wo man sich hinbegibt. Es ist eine wunderschöne Stadt, jedoch gibt es (wie in ganz Südafrika) relativ viel Armut, was sich vor allem in der Kriminalitätsrate wiederspiegelt. Hierdurch kann ich die Sicherheit in Deutschlands Öffentlichkeit nun umso mehr zu schätzen wissen.

Ich bin sehr froh, das Leben in einer Community kennengelernt zu haben. Es bringt Licht- sowie Schattenseiten zum Vorschein. Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich schon meine Freiheiten brauche und längerfristig das Leben in einer Community eher schwierig für mich persönlich wäre. Trotzdem bin ich über die Erfahrung sehr dankbar und möchte sie auch nicht missen!

 

Der Abschied aus Camphill ist mir daher auch schwer gefallen. Viele Leute sind mir doch sehr ans Herz gewachsen und es war mir eine große Freude, diese Vielfalt an Menschen, mit den verschiedensten Hintergründen kennengelernt haben zu dürfen. Glücklich bin ich auch darüber, dass ich meine eigentliche Aufgabe erfüllen konnte und zumindest die Basis für eine ausführlichere Kostenkalkulation schaffen konnte. Auch wenn mir viel Dankbarkeit begegnet ist, so muss ich doch am meisten danken. Diese Erfahrungen, gerade im Umgang mit Problemen und Hindernissen, haben mir sehr geholfen. Man kann hier viel planen, Flexibilität in der Umsetzung muss man trotzdem immer beweisen!

Als guter Übergang, bevor es wieder zurück ins kalte Deutschland gegangen ist, konnte ich noch für 2 Wochen die Garden Route bereisen.

Damit endet meine dreimonatige Auszeit. Viel Afrikaans konnte ich leider nicht lernen. Ein Wort jedoch war allgegenwärtig und fasst meine Auszeit außerdem sehr gut zusammen: es war einfach nur LEKKER… Ich durfte so viel Schönes sehen und erleben, wofür ich unendlich dankbar bin. Falls mich jemand nach meiner Meinung bezüglich Weiterempfehlung fragt: nur zu!! Ich kann diese Erfahrung nur jedem empfehlen, sofern er die Möglichkeiten hierfür hat. Vielleicht sei an dieser Stelle auch noch kurz „das Finanzielle“ erwähnt. Für dieses Social Sabbatical gab es für mich kein Geld. Alle Kosten wurden aus meiner eigenen Tasche beglichen, was für soziale Projekte eher die Regel ist. Durch die gute Unterstützung seitens meines Unternehmens, konnte ich allerdings fast die gesamten drei Monate mit Urlaub und Überstunden abdecken, was mir mein normales Gehalt während dieser Zeit gesichert hat. Und in Camphill Village hatte ich das Glück, kostenfrei eine Unterkunft und Verpflegung zu erhalten, was die Ausgabensituation sehr entspannt hat. Es muss an dieser Stelle aber ausdrücklich erwähnt sein, dass sich jeder investierte Euro meinerseits mehr als gelohnt hat. Die Erfahrungen und Erlebnisse sind nicht mit Geld aufzuwiegen.

Danken möchte ich an dieser Stelle vor allem Elke Dieterich von „Manager für Menschen“, welche die komplette Organisation im Rahmen der Vorbereitung meiner Auszeit übernommen hat. Ebenfalls danken möchte ich Dr. Katrin Emmrich von „Rays of Hope“, welche den Kontakt zu Camphill hergestellt hat. Ein weiterer Dank geht an James von Camphill, welcher sich auf dieses Projekt eingelassen hat und mir somit die Möglichkeit für meine Zeit hier gegeben hat. Natürlich gebührt auch ein Dank meinem Unternehmen, welches mir den Freiraum für dieses Social Sabbatical eingeräumt hat.

 

Wie lekker war das denn bitte?! Meine ersten Eindrücke

Paul, 30 Jahre, Accountant aus Hamburg war für 3 Monate in Camphill Village, Südafrika.
Er hat dort im Rahmen eines Social Sabbaticals eine Einrichtung für Menschen mit intellektuellen Defiziten beraten.

 

Die Residents in meinem Haus sind sehr nett und deren Handicaps reichen von klein bis sehr ausgeprägt. Aber alle sind sehr herzlich. Das Leben hier ist von einem 9 – 5 Job so weit entfernt, wie der HSV vom nächsten Meistertitel. Neben den Residents, der Hausmutter und einer Freiwilligen ist unter der Woche auch eine Maid zum Putzen und Mittag kochen da. Aufstehen ist meist um 6 Uhr (an den Wochenenden auch mal etwas später), die Essenzeiten sind fix und werden mit deutscher Genauigkeit eingehalten. Jedem Bewohner des Hauses ist ein Job zugeordnet. Dieser will auch stetig kontrolliert werden. Micheal z.B. muss jeden Morgen die Tische nach dem Frühstück abwischen und die Platzdeckchen einsammeln. Das familiäre Zusammensein macht Spaß. Gewöhnen musste ich mich allerdings an die Mäuse, die manchmal durch die Küche huschen und die Ratten die sich wohl im Dach befinden.

Mein Zimmer (ca. 9 m²) ist sehr einfach. Die Wände haben keine Tapeten und ich habe nur eine Steckdose. Ansonsten gibt es ein Bett, einen Schrank, einen Tisch und einen Nachttisch. Reicht aber vollkommen aus. Das Gemeinschaftsbad ist ebenfalls sehr einfach und nicht unbedingt sauber. Wenn man lange genug wartet, kommt sogar warmes Wasser aus der Dusche. Das Haus ist das mit Abstand am Weitesten entfernteste Haus vom „Farmzentrum“. Das bedeutet jeden Morgen und Abend (und ggf. zwischendurch) einen 30 min. Fußweg. In Deutschland würde mich das ziemlich nerven. Hier finde ich es sogar ziemlich entspannt. Man läuft querfeldein und kann dabei sogar den Tafelberg sehen. Ein wenig auf den Weg achten muss man trotzdem. Neben den Molesnakes (nicht giftig) soll es nämlich auch giftige Kobras und Skorpione geben. „watch your step“

 

Warum bin ich eigentlich hier?
Meine Aufgabe wurde versucht im Vorfeld zu definieren. Ziel soll es sein, meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse derart einzubringen, dass für Camphill ein Nutzen entsteht. Im ersten Gespräch mit dem Leiter von Camphill (James) wurde festgelegt, dass ich zunächst versuchen sollte, ein neues Kassenprogramm für den Shop zu installieren und zu integrieren. Im Anschluss daran sollte ich für die Molkerei ein Costingmodell aufsetzen um festzustellen, ob die erzielten Verkaufspreise einen Gewinn einfahren oder nicht.

Die Arbeit in beiden Projekten hat viel Spaß gebracht. Außerdem war ich (wie auch alle anderen Mitarbeiter) nicht durchgängig an meiner Arbeit gebunden. Es sind immer wieder Aufgaben angefallen, welche mit meinem eigentlichen Projekt nichts zu tun hatten. Gerade das hat es aber auch sehr interessant gemacht. So konnte ich zwischendurch beim Aufbau des monatlichen Marktes helfen oder einfach mal eine Kuh melken. Gut war hierbei vor allem, dass man sich immer selbst mit Ideen einbringen konnte, egal ob man davon nun Ahnung hatte oder nicht. Gerade diese Flexibilität in jeglichen Lebenslagen war vor allem lehrreich für mich.

Wie lekker war das denn bitte?! Meine Auszeit in Südafrika

Paul, 30 Jahre, Accountant aus Hamburg war für 3 Monate in Camphill Village, Südafrika.
Er hat dort im Rahmen eines Social Sabbaticals eine Einrichtung für Menschen mit intellektuellen Defiziten beraten.

Vor dem Aufbruch ins unbekannte Abenteuer stand noch ein Abschlussabend mit Freunden an. Erst hier wurde mir tatsächlich bewusst, dass die monatelange Vorbereitung nun ein Ende findet und ich nun wirklich drei Monate meine Auszeit nehmen werde.

Das Packen des Koffers stellte sich als eine größere Herausforderung heraus, als zunächst angenommen. 3 Monate sind doch etwas anderes als 3 Wochen Urlaub. Trotz der langen Überlegungen habe ich natürlich die falschen Klamotten eingepackt. Dass ich die nächsten Monate auf einer Farm verbringen werde, habe ich in meine Überlegungen nicht vollständig mit einbezogen.

Der Flug war lang aber unkompliziert. Wie vereinbart, stand dann auch Eastlynn (60 Jahre?!?) am Ausgang mit einem Schild mit meinem Namen drauf. Sie war sehr nett und wirkte ein wenig verwirrt (Simkarte, Geld tauschen, Schlüssel fallen lassen, Wo ist mein Zettel… Ahhh). Irgendwie sympathisch. Vielleicht war sie auch aufgeregt, weil sie nicht wusste, was sie von mir halten soll. Sie ist doch sehr „öko“ und ich ein (junger) Mann, der zumindest im Job viel mit Geld zu tun hat, was zumindest auf dem Papier schon sehr fremd für sie wirken musste. Auf der einstündigen Fahrt nach Camphill plauderten wir über jedermanns Motivation und Lebenseinstellung. Sie findet Geld und den Kapitalismus nicht gut und will nur so viel haben, wie sie für ihre „needs“ benötigt. Naja, wir warten mal ab.

In Camphill angekommen hat sie mich ein wenig rumgeführt, mich „tausenden“ Menschen vorgestellt und mir „unser“ Haus gezeigt. Vorgestellt wurde ich als der „IT-Guy“, was ich später klarstellen musste. Mit IT habe ich leider nicht viel am Hut. Spätestens als ich Karl (kommt ursprünglich aus Kiel und wohnt seit 45 Jahren im Camp) beim Einrichten des neuen Routers für das Community Center helfen sollte, musste ich das klarstellen. Ich bin ein Accountant!! ☺

Camphill:
Camphill ist ein eigenes Dorf, in welchen Menschen mit verschiedensten Handicaps in einer Community leben und arbeiten. Hierfür gibt es diverse Wohnhäuser, in welchen jeweils 3 – 10 Residents gemeinsam leben. Je nach Handicap sind die Residents auch diversen Workshops zugeordnet, in welchen sie arbeiten oder sich einfach nur beschäftigen. Diese sind u.a. Farm, Gärtnerei, Molkerei, Shop, Bäckerei usw.. Ziel ist es, ein gewöhnliches Leben in einem stabilen Umfeld zu kreieren. Hierfür gibt es für die einzelnen Workshops entsprechende Angestellte, welche die Verantwortung tragen. Genauso gibt es für die Wohnhäuser sogenannte Hausmütter (Co-Worker), welche als Art Hausvorstand verstanden werden können. Außerdem gibt es im Camp noch junge Freiwillige, welche ein Jahr im Camp verweilen und sowohl in den Workshops als auch in den Häusern helfen und wohnen.