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#1 Postkarte aus Mwanza_Tansania


Heute: Dünnpfiff. Mit allem pipapo. Ein demoralisierender Sonntag im Hotel-Bett, mein zweiter Sonntag in Mwanza. Mit mehr als 600.000 Einwohner ist Mwanza, besser Großraum Mwanza, nach Dar es Salam die zweitgrößte Stadt in Tansania und an dem überwältigend schönen Viktoriasee gelegen. Drama. Die Gedanken nach Hause werden größer an solchen Tagen. Immer wieder bin ich in den sozialen Netzwerken unterwegs, meine Verbindung zu meiner Welt. Die Wertschätzung für das, was ich kenne, brauche, habe, erhöht sich zurzeit. Frischer Röstkaffee, stabiles Internet, geordneter Straßenverkehr, Freunde, Familie. Nach mehr als zwei Wochen in Ostafrika ist der Schalter noch auf Durchhalten gestellt. Manchmal ploppt die Frage auf, was ich hier eigentlich tue. Ich hoffe, ich stelle bald um auf: mehr Humor, Leichtigkeit, Freude. Ein Schritt in diese Richtung könnte sein: Ich habe mich via airbnb bei Anne, einer niederländischen Physiotherapeutin, die seit 15 Jahren in Mwanza u.a. mit Kindern mit körperlichen Einschränkungen arbeitet, eingemietet. Eine weitere Perspektive auf den hiesigen Alltag, Empfehlungen was ich unternehmen kann, Unterstützung bei der Einschätzung von Alltäglichem. Röstkaffee.

Community Work: erste Eindrücke

Mein neues Büro/My new office: Fadhili Teens Tanzania

In der vergangenen Woche erste Einsätze im Außendienst. Die Woche davor war ich vor allem im Büro von Fadhili Teens Tanzania (FTT), einer kleinen Nichtregierungsorganisation (NGO) mit einer Vielzahl von Aktivitäten zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere Mädchen und jungen Frauen, im Sinne von gesellschaftlicher Inklusion und Ermutigung. Fadhili Teens ist ein lokaler fünfköpfiger Organismus auf einem mir unübersichtlichen Markt an Nichtregierungsorganisationen – alle wollen helfen – im Land. Fadhilis Stärke liegt in der Communityarbeit. Zugleich ist die Organisation mitten in einer Diskussion für ein konkreteres Mission Statement und wird darin durch einen externen Berater unterstützt. Das Strategiepapier soll für die nächsten fünf Jahre Multiplikator*innen wie die Projektförderer United Nations Development Programme (UNDP) und Liliane Foundation davon überzeugen, dass die Themen und Arbeitsweisen von Fadhili Teens finanzielle Unterstützung benötigen. Heute etwa habe ich erfahren, dass schwangere Teenager hierzulande nicht mehr zur Schule und nach der Geburt des Kindes nicht zurückkehren dürfen. Der tansanische Präsidenten John Magufuli hat dies im Juli verkündet. Menschenrechtsorganisationen laufen Sturm.

Mehr Sichtbarkeit jenseits eines Roll-up

Wenig von dem, was Fadhili Teens tut, ist sichtbar. Außer einem Roll-up mit Logo in dem 15 Quadratmeter-Büro, einem knappen Mission Statement und einem Organigramm, keine Website, keine Social Media-Aktivität, kein Flyer, kurz keine Plattform, in der die aktuell fünf Projekte zwischen Öko-Toiletten in Kindergärten und Grundschulen sowie Mädchenarbeit in knapper Form in Kisuaheli und Englisch dargestellt sind. Presseresonanz gibt es – dies nur nebenbei – in einem Land mit einer vielstimmigen Presselandschaft. Für die Schaffung von mehr Sichtbarkeit bin ich angefragt, seit langem verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des tanzhaus nrw in Düsseldorf. Nur so viel: Ich habe bislang nur einen Hauch von Ahnung, was zwischen Power Point-Präsentation und Website für eine tansanische Organisation wie Fadhili Sinn macht. Ein freundliches und langsames Eingewöhnen im Office mal mit, meistens mit weniger Internet wurde mir durch meine fünf Kolleg*innen Athanas, Vivi, Emi, Anitha und Stella möglich gemacht. Nebenan ein Kiosk und ein Metzger, gegenüber der Mittagstisch von Mama Mele und – ganz wichtig – Judith aus dem Hinterhaus, die uns mit sauberen Tassen für Nescafe, Chai und Wasser sowie auf Bestellung mit Chapati, der tansanischen Variante des Fladenbrotes, versorgt. Eine meiner ersten bitteren Erfahrungen? Mein Englisch ist nicht wirklich gut, das meiner Kolleg*innen jedoch – zumindest was die Aussprache angeht – stellt eine weitere Herausforderung für mich dar. Dass Kenntnisse des vorherrschend praktizierten Kisuaheli hierzulande die Voraussetzung sind, um überhaupt in Kontakt zu kommen, hatte ich unterschätzt. Ich habe heute meine Kolleg*innen darum gebeten, mir täglich einige Minuten ihrer Zeit für ein paar Übungen in ihrer Sprache zu geben.

Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht

Community Activist Herrmann, Mama Brenda, Community Activist Margarete (v.o./from up), Mwanuua (großes Bild/big picture)_Fotos: fadhili teens tanzania/vu

Endlich also raus! Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen und „Field Workern“ Vivi und Emi von Fadhili Teens machen wir Hausbesuche bei einer Reihe von Menschen, die regelmäßig Unterstützung durch die Organisation erhalten, darunter Manyasi, Brenda, Zainabu, Harima und Mwanuua. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Implementierung und Unterstützung von sogenannten „Community Activists“, die Mädchen und Frauen zumeist in ländlichen Regionen auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und sozialen Status begleiten, darunter Margarete und Herrmann. Ja, Herrmann. Die Kolonialgeschichte Tansanias ist auch eine deutsche. So erhalte ich von zwei Projekten von Fadhili Teens und damit von einem Teil der hiesigen Realität einen ersten unmittelbaren Eindruck vor Ort. Ein Projekt nennt sich „Child Support“ und stellt Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Einschränkungen aus ärmsten Verhältnissen in den Mittelpunkt. Weit außerhalb Mwanzas lebend, manchmal versteckt und häufig ohne Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und sozialer Teilhabe. Ausgehend von der Methodik „Community Based Rehabilitation“ (CBR) werden Familien, oft Klein-Bauern, ermutigt, beraten und und mit einer finanziellen Unterstützung, die zur Selbsthilfe beiträgt, gefördert. Das andere Projekt „Safe, Healthy and Productive Communities for Tanzanian Girls and Younger Women“ konzentriert sich auf das Themenfeld Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen wie Missbrauch, körperliche Übergriffe, Vergewaltigung und Selbstausbeutung. Gemeinsam mit einer größeren lokalen Organisation, den Amani Girls, mobilisiert Fadhili Teens Community Activists, zu denen neben Margarete und Herrmann in den Districts Mago und Kongolo viele andere Menschen zählen. Sie vermitteln jungen Frauen in sogenannten „Clubs“ sowie in Schulen mit einfachen Bildern Visionen jenseits von einer viel zu oft unfreiwilligen Mutterschaft. Logistisch und zeitlich sind die Haus- und Schulbesuche aufwändig. Die Menschen wohnen weit draußen, in Dorfgemeinschaften, die ich bei jeder dieser langen Fahrten hinaus als faszinierend erlebe. Die Straßenverhältnisse sind schlecht, die öffentlichen Verkehrsmittel wie das Dalla-Dalla meist überfüllt und wenn nicht, wird so lange nach Kundschaft gesucht, bis es voll ist. Das Dalla-Dalla ist das meist benutzte Transportmittel in Tansania, ein japanischer Kleinbus in einem technisch maximal ausreichenden Zustand, dafür aber gerne mit Solar TV oder Louis Vuitton-Imitat-Bezügen ausgestattet. Zu schnell, zu eng, aber eine der schönsten Möglichkeiten, Land und Leuten näher zu kommen. Häufig hilft nur noch ein Piki-Piki, eines der unzähligen Motorrad-Taxis, die dich fast überall hinbringen, oder der Rücksitz eines Fahrrad-Taxis. Geht doch.

„We call it double disability“

Da ist etwa Manyasi, 19 Jahre und mit umgedrehten Käppi unterwegs. Man hat ihm als Kleinkind wegen einer Krebsdiagnose den rechten Unterschenkel amputiert. Wir treffen ihn in einer Mini-Werkstatt an, ein im Dorf platzierter Kiosk mit Durchreich-Theke. Hier finden zwei Menschen Platz, Manyasi und ein junger Mann vom Fach, der sich auf die Konstruktion von einfachen elektrischen Zusammenhängen versteht. Der Mann vom Fach erhält für die Betreuung „kleines Geld“ von Fadhili Teens, so dass Manyasi aus dem Haus kommt, sein Recht, etwas lernen zu können erhält, und so Teil eines ökonomischen Struktur werden kann. Wir haben kurz zuvor Manyasis Familie besucht, die in einfachsten Verhältnissen lebt, irgendwo weit draußen. Zu fünft auf minimalem Raum, keine Privatsphäre, für mich unvorstellbar. Die Eltern schlafen immerhin in einem Doppelbett, soweit ich das in der Dunkelheit des geschätzt zehn Quadratmeter großen Hauses erkennen kann und ich vermute, die Enkeltochter, das Kind eines der Töchter von Mama Manyasi, darf da auch noch rein. Die Tochter ist weg, niemand weiß so genau wohin, das Kind ohne Vater. Im kahlen Vorraum dann ein blaues zusammengepresstes Netz nur, das als Moskitonetz dient, und ein Stück Schaumstoff. Manyasis Matratze. Es gibt elektrisches Licht, das er selber konstruiert hat. Mama Manyasi, eine beeindruckende Frau, die das finanzielle und soziale Wohl dieser Familie spürbar verantwortet, zeigt mir die Prothesen ihres Sohnes. Sie haben nie zu irgendetwas getaugt. Außer vielleicht Menschen wie mich zu empören. Einfachste Holzprothesen, die mir beim Anschauen schon weh tun. Manyasi hat sie wegen der Schmerzen nie getragen. „We call it double disability“ hat mir Athanas Evarist, der Leiter von Fadhili Teens, später gesagt. Die Armut gekoppelt mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung lässt die Menschen insbesondere in den ländlichen Regionen in Verhältnissen ohne irgendeinen Gestaltungsraum zurück.

Immer wieder: Single Moms

Harima (großes Bild/big picture), eine Freundin von/a friend of Mama Zainabu, Mama Manyasi (v.o./from up)_Fotos: fadhili teens/vu

Und da ist Brenda, die wir im weiteren Umfeld von Mwanza besuchen. Die Zwölfjährige ist mit einer schweren zerebralen Lähmung auf die Welt gekommen. Wie diese Hirnschädigung bei ihr entstehen konnte, zumeist – so Wikipedia – durch Sauerstoffmangel kurz vor oder während der Geburt erklärbar, kann mir niemand sagen. Sie spricht nicht, versteht vielleicht etwas, braucht für alles, für die Nahrungszufuhr, für die Körperhygiene für den Toilettengang Hilfe, sitzt – immerhin – aufrecht in einem rosa Kleid sichtlich abgemagert in einem zu großen einfachen Rollstuhl und schaut uns – ich erlebe es so – vorwurfsvoll an. Die Hände und Füße sind schmal und weisen wie vieles andere auf eine bestimmte Form der Zerebralbewegungsstörung hin. Und wieder diese Düsternis im Raum, nicht viel größer als acht Quadratmeter, in dem das Bett den meisten Raum einnimmt, in dem alles dieser dreiköpfigen Familie untergebracht ist. Hier sehe, spüre und rieche ich die Armut. Mama Brenda ist wie so viele mit einem Kind mit Einschränkung eine Single Mom. Fadhili Teens hat Mama Brenda mit einer einmaligen finanziellen Start-up-Förderung unterstützt: Sie verkauft jetzt Gemüse, Kohl, Zwiebeln, grüne und weiße Paprika und Tomaten, drei Minuten von zuhause entfernt und erwirtschaftet so ein Einkommen. Als ich Vivi um eine Einschätzung dessen bitte, was er hier aktuell vorfindet, was quasi sein Erfolgskriterium ist, lautet die Antwort: Mama Brenda hat sich durch ihr Einkommen ein Mobiltelefon gekauft und uns vor Kurzem von einer Krankenstation anrufen können, um uns um Hilfe zu bitten. Brenda hatte sich ihre linke Hand verletzt, indem sie in die Speichen ihres Rollstuhles gekommen war. Mama Brenda war es möglich, sich selbstständig auf einer Krankenstation Hilfe zu holen. Und: Sie hat uns benachrichtigt. Ein Erfolg.

Von Harima und Mwanuua

Ein anderes Mädchen mit einer Zerebralparese sitzt vor dem Haus, als wir kommen, und lächelt. Sie lächelt durchweg während unseres Besuches und eine Kontaktaufnahme zu ihr ist möglich. Harima ist 25 und kann selbstständig laufen, hilft im Haushalt und entlastet ihre Mutter so. Das ist viel und eine überzeugende Argumentation gegenüber den Müttern, sich auf ein Hilfsprogramm für ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen einzulassen, erzählt mir später jemand mit viel Praxiswissen. Die Wege sind weit und kosten Zeit und Geld. Auch hier unterstützt Fadhili Teens die alleinerziehende Mutter durch einen einmaligen finanziellen Zuschuss, den sie in eine Art Mini-Stand zwei Minuten vom Haus entfernt investiert hat. Und ihre selbstgemachten Krapfen sind gut! Zainabu hingegen treffen wir an diesem Tag nicht an, weil sie noch in der Schule ist. Dafür aber ihre junge Mutter, wieder eine Single Mom, mit einem Baby auf dem Rücken. Wir bleiben nicht lange und ich bedauere, das 14-jährige Mädchen, das eine starke Fehlstellung des rechten Fußes hat, nicht kennengelernt zu haben. Es bleibt der nachhaltige Eindruck von Mwanuua, einem Mädchen in Mwanzas Außenbezirk Kigombe, das ich am nächsten Tag kennenlerne und das sein linkes Bein als Kind durch einen Unfall verlor. Der Weg in ihr Dorf via Dalla-Dalla, mit kurzfristig behobenen Motorschaden, und später auf dem Rücksitz eines Fahrrad-Taxis ist für so viele hier Alltag. Für mich: ein Abenteuer. Vor der Lehmhütte, die bei Regen in sich zusammensinken muss, sitzen wir dann eine Weile und ich versuche, mit Mwanuua auf Englisch in Kontakt zu treten. Sie geht zur Schule, nur diese Woche nicht, und spricht deshalb ein bisschen Englisch. Spröd und deshalb faszinierend wirkt diese junge Frau – genauso wie ihre Mutter übrigens – wie sie mir mit Teenager-Ohrringen und Nasenpiercing und ihrer einfach zusammengesetzten unbehandelten Holz-Krücke, die nicht zu ihr passen will, gegenüber sitzt. Sie wartet auf eine Prothese.

Erfahrungsbericht von Angela Vucko

Tanzania – The Baobab Home

Wir, Ellis und Nora sind derzeit als Berater auf Zeit in Bagamoyo in Tanzania im Baobab Home. Dieses Projekt wurde 2004 gegründet und begann mit einem Kinderheim, dem Baobab Home. Dort leben derzeit 9 Kinder und zwei Mamas. Später kam eine Schule dazu, in der derzeit 87 Kinder zur Grundschule gehen und komplett in englisch unterrichtet werden. Das Baobab Home, als auch die Schule, namens Steven Tito Acadamy befinden sich auf einer ca. 12 ha großen Farm. Die beiden Gründer des Projektes Terri und Caito haben zudem zwei verschiedene HIV Programme ins Leben gerufen. Zum einen werden HIV-positive Einwohner von Bagamoyo während der Wartezeit im Krankenhaus mit einem warmen Frühstück versorgt und des Weiteren gibt es ein Programm für HIV positive Kinder, stronger together, welches den Kindern einen Rahmen gibt, sich mit anderen betroffenen Kindern am Wochenende zu treffen, um Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit auszutauschen und in der Gruppe verschieden Aktivitäten durchzuführen. Sie lernen Tanzen, arbeiten kreativ und haben Spaß miteinander.

Dieses Projekt und insbesondere die Kinder haben uns sehr beeindruckt. So führen sie mehrmals im Jahr, wenn es die Gelder zulassen, verschiedene Theaterstücke auf, um anderen HIV positiven Kindern zu helfen, sollten diese ausgegrenzt oder unwürdig behandelt werden (was leider sehr häufig vorkommt) oder aufzuklären. Für dieses Projekt haben wir jetzt ein paar Spendengelder zusammenbekommen und können/konnten schon verschiedene Sachen umsetzen. So gab es mit 45 Kindern einen Ausflug in den hiesigen Snake- und Krokodilpark, die Kinder bekommen ein neues Dach für ihr Gelände und es gibt einen Ausflug in ein ca. 60 km entferntes Krankenhaus, wo die Kinder in der Theaterstück aufführen können.

Ein ganz tolles Projekt und ganz tolle Kinder. Wir verneigen uns und sagen Danke!

Abschlussfeier in ungewohnten Räumlichkeiten

Von November 2016b bis Februar 2017 war unsere Beraterin auf Zeit Doris in einem Ausbildungs-Projekt im Bergurwald von Peru.
Die dortige Organisation hat sie mit Ideen zur Entwicklung des Tourismus im unterstützt und ein überzeugendes Konzept erstellt.

Im aktuellen Newsletter des deutschen Vereins berichtet sie über das Abschussfeier in der Sekundarschule.
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Kraftvolle Metaphern wirkungsvoll eingesetzt

Mein Auftrag in Camphill war es, eine Organisationsanalyse durchzuführen. Wie macht man das?
In Absprache  mit dem Management habe ich semi-strukturierte “conversations” mit ca. 40 Mitarbeitern durchgeführt. Darüber hinaus gab es intensive Gespräche mit dem Managementteam.
Da ich Projekte gern vom Ende her denke, war die Frage der Auswertung und Rückmeldung sehr präsent in meinem Kopf. Am Anfang war es eher ein weises Blatt, das sich aber mit jedem Gespräch etwas mehr füllte. Nach ca. 10 Gesprächen kam mir die Idee: Viele Gesprächspartner benutzten bunte Bider, Vergleiche und Metaphern in ihren Schilderungen. Das war es! Aufgreifen, was an Angeboten da ist! So reifte in mir der Entschluss, meine Eindrücke an Metaphern festzumachen. Ein Beispiel: Ein Teilnehmer sagte mir, dass er viele “balloons” über Camphill sehe, die aber alle unterschiedliche Farben und Formen hätten. Dieses Bild habe ich mit meinen Eindrücken ergänzt, dass alle diese “balloons” im Boden von Camphill in Herzen verankert sind.

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Ein zweites Beispiel: Mein Eindruck war es, dass jeder Teilnehmer glaubte, es gäbe nur eine “richtige” Perspektive – die eigene. Mit dem nachfolgenden Bild wurde es allen schnell klar, dass jeder aus seiner Perspektive eine andere Wahrnehmung haben kann.

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Ich hatte das Glück, dass eine sehr talentierte Mitarbeitern dabei war, die diese Metaphern in Bilder umsetzen konnte. Das war wunderbar! Diese Bilder entfalteten eine ungeheure Kraft, weil sich alle damit identifizierten und jeder ein kleines Stück dazu beigetragen hatte.
Was habe ich für mich als Lehre daraus gezogen? Ich arbeite mit dem “Material”, das mir angeboten wird und beziehe so weit wir irgend möglich alle Stakeholder mit ein.
Meine Belohnung bestand darin, die glücklichen Augen der Menschen zu sehen, die ihre Gedanken und Aussagen in den Bildern wiedererkannten. Danke.

 

 

Ich bin dann mal weg

Raus aus der Routine, Ideen verwirklichen, neue Kraft tanken: Immer mehr Menschen träumen von einem Sabbatical, einer Auszeit vom Job. Wie man den Traum wahr macht und was man dabei beachten sollte, in der Ausgabe 06/2017 der Zeitschrift freundin.

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Mit leichtem Gepäck

Kopf des Monats in der aktuellem Ausgabe des IHK-Magazins Wirtschaft im Südwesten.

Die Gründerin und Geschäftsführerin der Manager für Menschen GmbH verschickt nicht nur deutsche Fachkräfte als Berater auf Zeit in Hilfsprojekte. Sie führt auch selbst ein Doppelleben zwischen Schwarz- afrika und dem Schwarzwald.

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Let’s orchestrate a plan to give children their right (for) childhood

written by our interim-manager Jessica who supports a community project un Uganda since the beginning of December 2016

 

4:00 a.m. the community announcements start (If you want the people to get informed, there is no better time and way that reading 20 min of various announcements with a loudspeaker when everything is quiet)…

4:30 a.m. the roosters in the area start their wake up call one after the other…

5:30-6:00 a.m. the loudspeakers announce the call for prayer…

7:00 a.m. the neighbor cooks right outside of my room, under my window….

That is the orchestra that got me ready for my days during my 2 months Social Sabbatical in Uganda.  I am here to support a local social organization called NIRP (Ndibwami Integrated Rescue Project) to redefine its strategic plan, working methods and to set up ways to impulse an organizational development.

 

To begin with, I want to mention that I am very thankful for coming here.  I have learned a lot (Particularly about myself) and this experience pointed me towards a slightly different direction than what I had expected. Nevertheless, I also have to admit that in some ways it was harder than I had anticipated.

All in all, I have a range of feelings about my time here. On one hand I have found great hearts, amazing courage to deal with really difficult situations and special cases of true solidarity. On the other, I had to repeatedly put up against absurd excuses and preposterous explanations that support the oppression and underestimation of women and others that justify denying kids their childhood.  All these, is due mainly to a blind and unquestionable belief that the culture so dictates it and that God himself has given his blessing for it in the bible.

I do not intent to tell you if things are right/wrong, correct/incorrect, because being fair, sometimes it depends with what they are compared to and/or in which context they are set, but also some others (many other times) it does not!

 

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I arrived in Masaka, Uganda on the 2nd of December to find something that was not exactly matching the pictures I had neither in mind nor in the emails, but thankfully this package also unexpectedly included lots of little neighboring kids, which have been a real highlight. With them, I remembered how to jump the rope (and even make one out of a banana leaf), run around chasing each other while avoiding falling in the very bad dirt roads, discovered that people play similar games in Mexico (Specially “Avioncito”) and even learned local games and dances. It is an amazing feeling to come home after a long day in the office and being welcomed by lot of hugs, little voices screaming  “Jesca, Jesca”” and the best is when they knock on my door to ask if I will come out to play. They were also the stars in my bday party. However, let me tell you a little bit of what it means to be a kid here.

“I must have many children to prove that I am Man enough and if they die or have a miserable life is their own luck, because every child brings its own luck”, “I did not go to school and look at me, I have 9 kids and 3 wives, so my children do not need to go to school and who says that one simple meal a day is not enough for them?”,  “You must produce children!”, “Children have to be caned, otherwise how can you educate them”, “Children need to be tamed”,  “The children belong to the father”, “If a child is not good is because there is something wrong with the mother”, “Children are just smaller adults”, “My small daughters are lucky, because if I can’t feed them anymore, I will give them in marriage and I even get a dowry for them”.

Those are just a few quotes of what I have been told about children. Here a woman does not give birth, she produces children.  In the majority of the cases, the fact that children deserve to have a childhood is nonexistent. In a way, kids are as responsible for the well-being of the family as the adults. They cook, work, hand wash the family clothes and clean as early as when they are 5 years old. Being little does not stop you from taking care of one even smaller than you; so very often 3-4 year olds are caring 1-2 year olds on their backs.  Interestingly, this happens not only between siblings, but also among the kids of the community or neighborhood.

Since they are so many, from all ages, going through the same at the same time, they grow very close together. Therefore, the kids look after each other as if they were a big family. A mother can without a problem give instructions to some else’s kid and the child will obey.  If a baby cries, any of the kids around will pick him/her up. Nice is also when you give something to one, it’s automatic that it will be shared among all. Unfortunately, the great majority of adults do not cherish any this.

 

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I had the opportunity to do several home visits in close by, but also very, very remote communities. We targeted vulnerable children. The stories are numerous: single mothers that ran away from strong domestic violence, grandmothers that are left to look after their orphan grandchildren and support up to 6 kids on their own, child headed “homes”, whose parents had died or simply abandon them.

Here are just 2 examples:

There is a man who lives with 6 of his 9 children in a very isolated, tiny one- room mud house with no electricity, no water, no toilet, no beds, no nothing. He does not know how old his kids are (I estimate that they range between 3 to 10 years old), they have never been to school, they are afraid of people, they work from sunrise to sunset in the field, sleep on the floor, do not shower (“why should they? they will anyways get dirty again”; said the father), are almost naked, visibly malnourish (they only get one meal a day: plain posho most of the time) and they show clear signs of having worms. Despite all these, the man has kicked out the mother of the kids and has a new “wife”, who doesn’t have nor feel any responsibility over the children. Additionally, he proudly said that he is planning to produce more children. He has to prove that he is man enough and one has to keep producing because maybe the last kid is the good one.

In another case, the parents of 5 were always fighting, so one day the father left. The mother then did not want to be responsible for “his” kids, so she also left. In that tiny mud house, without electricity, no water, no toilet, the 5 kids were left alone. The smallest was 2 at that time. They are not sure how long it took until someone noticed the situation and went to another far village to get the grandmother. She left her house and moved in with the kids, who she can only provide with a once a day meal and some kind of care. One kid died, one boy has an untreated serious disease on his foot, the oldest girl (14) recently got a baby (not married) and none of them have been to school; because they must help the grandmother with the work and there is no money for that type of luxury. It’s been 6 years since the parents left; no one has heard of them again, the “house” is in truly bad conditions (About to fall on them any moment) and the grandmother is sick and getting too old.

These kids are kept alive only to work and/or as a sign of how big someone else’s ego/virility is, while not being exposed to any type of education, interaction, care or love.

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As a response to the findings, the organization is launching a sponsorship program. This will be closely conducted by the hardworking and big hearted social worker of the organization. The goal is to identify vulnerable kids (We have already 15), to support them to attend and stay in school; it is AMAIZING how much can be done with so little.

If the conditions demand it, the kid could also be allocated to a boarding school (System that is quite popular in Uganda). The program aims to have a holistic approach, in which the kid and his/her main care taker will also receive systematic psychosocial counseling and if appropriate, the main care taker will be coached and supported in her/his main income generating activity; as to provide the child and siblings with the basics of life in a dignified manner.

So, do kids bring their own luck?

Als Beraterin auf Zeit in Namibia

Berater auf Zeit – was ist das eigentlich? Was macht man so? Welche Aufgaben hat man? Und wie schaut ein Tag im Leben eines Beraters auf Zeit aus?

Christine Stockmann, die für den Verein Make Change Possible e.V. im Sommer 2016 in Namibia war nimmt uns mit nach Mayana…

 

Danke an Christine Stockmann und Make Chance Possible e.V., dass wir den Film nutzen dürfen!

Women and work 2017

Wir sind wieder mit dabei!

women&work – Europas größter Messe-Kongress für Frauen am 17. Juni 2017 in Bonn
Ob Studentin, Absolventin, erfahrene Fachfrau, Wiedereinsteigerin, Führungskraft oder einfach nur ambitioniert – auf der women&work treffen Besucherinnen auf über 100 Top-Arbeitgeber und können sich im Franchise-Forum und im Weiterbildungs-Forum über alternative Karrierewege informieren.

Vorterminierte Vier-Augen-Gespräche (Bewerbung ab Januar 2017), Vorträge und ein umfangreiches Kongress-Programm helfen beim persönlichen Networking und bei der erfolgreichen Karriereplanung. In der Karriere- und Leadership-Lounge können zusätzlich Kontakte zu fast 100 Netzwerken, Beratern, Coaches und Experten geknüpft, berufliche Chancen ausgelotet und Informationen darüber ausgetauscht werden, wie Frauenkarrieren heute und in Zukunft aussehen.

Für ambitionierte Frauen ist die women&work das Highlight, wenn sie auf der Suche nach einem passenden Arbeitgeber für ihren Berufseinstieg nach dem Studium sind, den Wiedereinstieg nach der Elternzeit planen, einen Job-Wechsel erwägen oder sich generell über Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten informieren möchten.

Kongressschwerpunkt 2017 ist das Thema “Veränderung & Transformation”.

Der Besuch der women&work ist kostenfrei!

Save the date!
17. Juni 2017
10:00-17:30 Uhr
World Conference Center Bonn | ERWEITERUNGSBAU
Platz der Vereinten Nationen 2
53113 Bonn

Weihnachten in Peru

Schöne Grüße von unserer Beraterin auf Zeit Doris aus Peru:

Die Weihnachtsstimmung kommt bei mir hier nicht wirklich auf, denn seit 2 Tagen scheint ungebrochen die Sonne. Zwar ist es auf 1.800 m nicht so heiß, aber in der Sonne könnte ich definitiv kurze Hosen tragen. Ich bin gespannt wie Weihnachten hier ablaufen wird. Da ich noch im Projekt mit einigen Mitarbeitern bin, wurde ich von 2 Consejeras (Erzieherinnen unserer 33 Jungs) zu Weihnachten eingeladen. Wir treffen uns morgen Abend um 20.00 Uhr in Oxapampa (kleines Städtchen mitten im Regenwald) und verbringen die Noche Buena (Heiligabend) gemeinsam. Ich bin gespannt wie es ablaufen wird und werde euch berichten … Nun aber erst einmal FELIZ NAVIDAD y BUEN ANO NUEVO. Doris