Karibu Tanzania Steffi und Phil

Karibu Tanzania hiess es für Steffi und Phil Ende Oktober. Eine Woche haben sie mit mir in Dar-es-Salaam verbracht, die schönen Seiten gesehen, aber auch einmal hinter die Kulissen schauen können.
Ihr Feedback möchte ich euch nicht vorenthalten…

 

„Liebe Elke,
wir möchten uns ganz herzlich bei dir für die Karibu-Tanzania-Woche bedanken. So bunt und vielfältig wie Tanzania ist, genauso bunt und vielfältig war unsere Woche mit dir. Mit deinem Netzwerk und deiner offenen, herzlichen Art hast du uns einen Einblick in das „Real Tanzania“ gegeben.
Das Spaghetti-Kochen über dem offenen Feuer gemeinsam mit den Waisenhaus-Kids, die abenteuerlichen Bajaji-Fahrten durch strömenden Regen, die leckere Tamarinde-Mango-Suppe und natürlich auch der Blick aufs türkisene Meer sind nur einige wenige der Wahnsinns Erinnerungen, die wir von der gemeinsamen Woche mitnehmen. Du hast alles super organisiert und wir haben uns mit dir und all deinen Freunden hier sehr wohl gefühlt.
Asante sana Elke! 
Keep up the good work!
Steffi & Phil“

 

Liebe Steffi, lieber Phil,
es war toll euch hier zu haben und euch ein wenig am tansanischen Leben teilhaben zu lassen. Ihr seid großartig gewesen. Ihr habt alles mitgemacht, hattet keinerlei Berührungsängste, dafür aber viele Ideen und Impulse. Danke dafür – auch im Namen von Daniel und den anderen Menschen, die ihr in der Woche getroffen habt.
Karibu tena! Elke

 

Wer nun Lust bekommen hat, sich selbst einmal abseits der Touristenpfade zu bewegen… Karibu Tanzania ab Ende Januar 2018!

 

#1 Postkarte aus Mwanza_Tansania


Heute: Dünnpfiff. Mit allem pipapo. Ein demoralisierender Sonntag im Hotel-Bett, mein zweiter Sonntag in Mwanza. Mit mehr als 600.000 Einwohner ist Mwanza, besser Großraum Mwanza, nach Dar es Salam die zweitgrößte Stadt in Tansania und an dem überwältigend schönen Viktoriasee gelegen. Drama. Die Gedanken nach Hause werden größer an solchen Tagen. Immer wieder bin ich in den sozialen Netzwerken unterwegs, meine Verbindung zu meiner Welt. Die Wertschätzung für das, was ich kenne, brauche, habe, erhöht sich zurzeit. Frischer Röstkaffee, stabiles Internet, geordneter Straßenverkehr, Freunde, Familie. Nach mehr als zwei Wochen in Ostafrika ist der Schalter noch auf Durchhalten gestellt. Manchmal ploppt die Frage auf, was ich hier eigentlich tue. Ich hoffe, ich stelle bald um auf: mehr Humor, Leichtigkeit, Freude. Ein Schritt in diese Richtung könnte sein: Ich habe mich via airbnb bei Anne, einer niederländischen Physiotherapeutin, die seit 15 Jahren in Mwanza u.a. mit Kindern mit körperlichen Einschränkungen arbeitet, eingemietet. Eine weitere Perspektive auf den hiesigen Alltag, Empfehlungen was ich unternehmen kann, Unterstützung bei der Einschätzung von Alltäglichem. Röstkaffee.

Community Work: erste Eindrücke

Mein neues Büro/My new office: Fadhili Teens Tanzania

In der vergangenen Woche erste Einsätze im Außendienst. Die Woche davor war ich vor allem im Büro von Fadhili Teens Tanzania (FTT), einer kleinen Nichtregierungsorganisation (NGO) mit einer Vielzahl von Aktivitäten zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere Mädchen und jungen Frauen, im Sinne von gesellschaftlicher Inklusion und Ermutigung. Fadhili Teens ist ein lokaler fünfköpfiger Organismus auf einem mir unübersichtlichen Markt an Nichtregierungsorganisationen – alle wollen helfen – im Land. Fadhilis Stärke liegt in der Communityarbeit. Zugleich ist die Organisation mitten in einer Diskussion für ein konkreteres Mission Statement und wird darin durch einen externen Berater unterstützt. Das Strategiepapier soll für die nächsten fünf Jahre Multiplikator*innen wie die Projektförderer United Nations Development Programme (UNDP) und Liliane Foundation davon überzeugen, dass die Themen und Arbeitsweisen von Fadhili Teens finanzielle Unterstützung benötigen. Heute etwa habe ich erfahren, dass schwangere Teenager hierzulande nicht mehr zur Schule und nach der Geburt des Kindes nicht zurückkehren dürfen. Der tansanische Präsidenten John Magufuli hat dies im Juli verkündet. Menschenrechtsorganisationen laufen Sturm.

Mehr Sichtbarkeit jenseits eines Roll-up

Wenig von dem, was Fadhili Teens tut, ist sichtbar. Außer einem Roll-up mit Logo in dem 15 Quadratmeter-Büro, einem knappen Mission Statement und einem Organigramm, keine Website, keine Social Media-Aktivität, kein Flyer, kurz keine Plattform, in der die aktuell fünf Projekte zwischen Öko-Toiletten in Kindergärten und Grundschulen sowie Mädchenarbeit in knapper Form in Kisuaheli und Englisch dargestellt sind. Presseresonanz gibt es – dies nur nebenbei – in einem Land mit einer vielstimmigen Presselandschaft. Für die Schaffung von mehr Sichtbarkeit bin ich angefragt, seit langem verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des tanzhaus nrw in Düsseldorf. Nur so viel: Ich habe bislang nur einen Hauch von Ahnung, was zwischen Power Point-Präsentation und Website für eine tansanische Organisation wie Fadhili Sinn macht. Ein freundliches und langsames Eingewöhnen im Office mal mit, meistens mit weniger Internet wurde mir durch meine fünf Kolleg*innen Athanas, Vivi, Emi, Anitha und Stella möglich gemacht. Nebenan ein Kiosk und ein Metzger, gegenüber der Mittagstisch von Mama Mele und – ganz wichtig – Judith aus dem Hinterhaus, die uns mit sauberen Tassen für Nescafe, Chai und Wasser sowie auf Bestellung mit Chapati, der tansanischen Variante des Fladenbrotes, versorgt. Eine meiner ersten bitteren Erfahrungen? Mein Englisch ist nicht wirklich gut, das meiner Kolleg*innen jedoch – zumindest was die Aussprache angeht – stellt eine weitere Herausforderung für mich dar. Dass Kenntnisse des vorherrschend praktizierten Kisuaheli hierzulande die Voraussetzung sind, um überhaupt in Kontakt zu kommen, hatte ich unterschätzt. Ich habe heute meine Kolleg*innen darum gebeten, mir täglich einige Minuten ihrer Zeit für ein paar Übungen in ihrer Sprache zu geben.

Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht

Community Activist Herrmann, Mama Brenda, Community Activist Margarete (v.o./from up), Mwanuua (großes Bild/big picture)_Fotos: fadhili teens tanzania/vu

Endlich also raus! Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen und „Field Workern“ Vivi und Emi von Fadhili Teens machen wir Hausbesuche bei einer Reihe von Menschen, die regelmäßig Unterstützung durch die Organisation erhalten, darunter Manyasi, Brenda, Zainabu, Harima und Mwanuua. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Implementierung und Unterstützung von sogenannten „Community Activists“, die Mädchen und Frauen zumeist in ländlichen Regionen auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und sozialen Status begleiten, darunter Margarete und Herrmann. Ja, Herrmann. Die Kolonialgeschichte Tansanias ist auch eine deutsche. So erhalte ich von zwei Projekten von Fadhili Teens und damit von einem Teil der hiesigen Realität einen ersten unmittelbaren Eindruck vor Ort. Ein Projekt nennt sich „Child Support“ und stellt Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Einschränkungen aus ärmsten Verhältnissen in den Mittelpunkt. Weit außerhalb Mwanzas lebend, manchmal versteckt und häufig ohne Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und sozialer Teilhabe. Ausgehend von der Methodik „Community Based Rehabilitation“ (CBR) werden Familien, oft Klein-Bauern, ermutigt, beraten und und mit einer finanziellen Unterstützung, die zur Selbsthilfe beiträgt, gefördert. Das andere Projekt „Safe, Healthy and Productive Communities for Tanzanian Girls and Younger Women“ konzentriert sich auf das Themenfeld Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen wie Missbrauch, körperliche Übergriffe, Vergewaltigung und Selbstausbeutung. Gemeinsam mit einer größeren lokalen Organisation, den Amani Girls, mobilisiert Fadhili Teens Community Activists, zu denen neben Margarete und Herrmann in den Districts Mago und Kongolo viele andere Menschen zählen. Sie vermitteln jungen Frauen in sogenannten „Clubs“ sowie in Schulen mit einfachen Bildern Visionen jenseits von einer viel zu oft unfreiwilligen Mutterschaft. Logistisch und zeitlich sind die Haus- und Schulbesuche aufwändig. Die Menschen wohnen weit draußen, in Dorfgemeinschaften, die ich bei jeder dieser langen Fahrten hinaus als faszinierend erlebe. Die Straßenverhältnisse sind schlecht, die öffentlichen Verkehrsmittel wie das Dalla-Dalla meist überfüllt und wenn nicht, wird so lange nach Kundschaft gesucht, bis es voll ist. Das Dalla-Dalla ist das meist benutzte Transportmittel in Tansania, ein japanischer Kleinbus in einem technisch maximal ausreichenden Zustand, dafür aber gerne mit Solar TV oder Louis Vuitton-Imitat-Bezügen ausgestattet. Zu schnell, zu eng, aber eine der schönsten Möglichkeiten, Land und Leuten näher zu kommen. Häufig hilft nur noch ein Piki-Piki, eines der unzähligen Motorrad-Taxis, die dich fast überall hinbringen, oder der Rücksitz eines Fahrrad-Taxis. Geht doch.

„We call it double disability“

Da ist etwa Manyasi, 19 Jahre und mit umgedrehten Käppi unterwegs. Man hat ihm als Kleinkind wegen einer Krebsdiagnose den rechten Unterschenkel amputiert. Wir treffen ihn in einer Mini-Werkstatt an, ein im Dorf platzierter Kiosk mit Durchreich-Theke. Hier finden zwei Menschen Platz, Manyasi und ein junger Mann vom Fach, der sich auf die Konstruktion von einfachen elektrischen Zusammenhängen versteht. Der Mann vom Fach erhält für die Betreuung „kleines Geld“ von Fadhili Teens, so dass Manyasi aus dem Haus kommt, sein Recht, etwas lernen zu können erhält, und so Teil eines ökonomischen Struktur werden kann. Wir haben kurz zuvor Manyasis Familie besucht, die in einfachsten Verhältnissen lebt, irgendwo weit draußen. Zu fünft auf minimalem Raum, keine Privatsphäre, für mich unvorstellbar. Die Eltern schlafen immerhin in einem Doppelbett, soweit ich das in der Dunkelheit des geschätzt zehn Quadratmeter großen Hauses erkennen kann und ich vermute, die Enkeltochter, das Kind eines der Töchter von Mama Manyasi, darf da auch noch rein. Die Tochter ist weg, niemand weiß so genau wohin, das Kind ohne Vater. Im kahlen Vorraum dann ein blaues zusammengepresstes Netz nur, das als Moskitonetz dient, und ein Stück Schaumstoff. Manyasis Matratze. Es gibt elektrisches Licht, das er selber konstruiert hat. Mama Manyasi, eine beeindruckende Frau, die das finanzielle und soziale Wohl dieser Familie spürbar verantwortet, zeigt mir die Prothesen ihres Sohnes. Sie haben nie zu irgendetwas getaugt. Außer vielleicht Menschen wie mich zu empören. Einfachste Holzprothesen, die mir beim Anschauen schon weh tun. Manyasi hat sie wegen der Schmerzen nie getragen. „We call it double disability“ hat mir Athanas Evarist, der Leiter von Fadhili Teens, später gesagt. Die Armut gekoppelt mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung lässt die Menschen insbesondere in den ländlichen Regionen in Verhältnissen ohne irgendeinen Gestaltungsraum zurück.

Immer wieder: Single Moms

Harima (großes Bild/big picture), eine Freundin von/a friend of Mama Zainabu, Mama Manyasi (v.o./from up)_Fotos: fadhili teens/vu

Und da ist Brenda, die wir im weiteren Umfeld von Mwanza besuchen. Die Zwölfjährige ist mit einer schweren zerebralen Lähmung auf die Welt gekommen. Wie diese Hirnschädigung bei ihr entstehen konnte, zumeist – so Wikipedia – durch Sauerstoffmangel kurz vor oder während der Geburt erklärbar, kann mir niemand sagen. Sie spricht nicht, versteht vielleicht etwas, braucht für alles, für die Nahrungszufuhr, für die Körperhygiene für den Toilettengang Hilfe, sitzt – immerhin – aufrecht in einem rosa Kleid sichtlich abgemagert in einem zu großen einfachen Rollstuhl und schaut uns – ich erlebe es so – vorwurfsvoll an. Die Hände und Füße sind schmal und weisen wie vieles andere auf eine bestimmte Form der Zerebralbewegungsstörung hin. Und wieder diese Düsternis im Raum, nicht viel größer als acht Quadratmeter, in dem das Bett den meisten Raum einnimmt, in dem alles dieser dreiköpfigen Familie untergebracht ist. Hier sehe, spüre und rieche ich die Armut. Mama Brenda ist wie so viele mit einem Kind mit Einschränkung eine Single Mom. Fadhili Teens hat Mama Brenda mit einer einmaligen finanziellen Start-up-Förderung unterstützt: Sie verkauft jetzt Gemüse, Kohl, Zwiebeln, grüne und weiße Paprika und Tomaten, drei Minuten von zuhause entfernt und erwirtschaftet so ein Einkommen. Als ich Vivi um eine Einschätzung dessen bitte, was er hier aktuell vorfindet, was quasi sein Erfolgskriterium ist, lautet die Antwort: Mama Brenda hat sich durch ihr Einkommen ein Mobiltelefon gekauft und uns vor Kurzem von einer Krankenstation anrufen können, um uns um Hilfe zu bitten. Brenda hatte sich ihre linke Hand verletzt, indem sie in die Speichen ihres Rollstuhles gekommen war. Mama Brenda war es möglich, sich selbstständig auf einer Krankenstation Hilfe zu holen. Und: Sie hat uns benachrichtigt. Ein Erfolg.

Von Harima und Mwanuua

Ein anderes Mädchen mit einer Zerebralparese sitzt vor dem Haus, als wir kommen, und lächelt. Sie lächelt durchweg während unseres Besuches und eine Kontaktaufnahme zu ihr ist möglich. Harima ist 25 und kann selbstständig laufen, hilft im Haushalt und entlastet ihre Mutter so. Das ist viel und eine überzeugende Argumentation gegenüber den Müttern, sich auf ein Hilfsprogramm für ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen einzulassen, erzählt mir später jemand mit viel Praxiswissen. Die Wege sind weit und kosten Zeit und Geld. Auch hier unterstützt Fadhili Teens die alleinerziehende Mutter durch einen einmaligen finanziellen Zuschuss, den sie in eine Art Mini-Stand zwei Minuten vom Haus entfernt investiert hat. Und ihre selbstgemachten Krapfen sind gut! Zainabu hingegen treffen wir an diesem Tag nicht an, weil sie noch in der Schule ist. Dafür aber ihre junge Mutter, wieder eine Single Mom, mit einem Baby auf dem Rücken. Wir bleiben nicht lange und ich bedauere, das 14-jährige Mädchen, das eine starke Fehlstellung des rechten Fußes hat, nicht kennengelernt zu haben. Es bleibt der nachhaltige Eindruck von Mwanuua, einem Mädchen in Mwanzas Außenbezirk Kigombe, das ich am nächsten Tag kennenlerne und das sein linkes Bein als Kind durch einen Unfall verlor. Der Weg in ihr Dorf via Dalla-Dalla, mit kurzfristig behobenen Motorschaden, und später auf dem Rücksitz eines Fahrrad-Taxis ist für so viele hier Alltag. Für mich: ein Abenteuer. Vor der Lehmhütte, die bei Regen in sich zusammensinken muss, sitzen wir dann eine Weile und ich versuche, mit Mwanuua auf Englisch in Kontakt zu treten. Sie geht zur Schule, nur diese Woche nicht, und spricht deshalb ein bisschen Englisch. Spröd und deshalb faszinierend wirkt diese junge Frau – genauso wie ihre Mutter übrigens – wie sie mir mit Teenager-Ohrringen und Nasenpiercing und ihrer einfach zusammengesetzten unbehandelten Holz-Krücke, die nicht zu ihr passen will, gegenüber sitzt. Sie wartet auf eine Prothese.

Erfahrungsbericht von Angela Vucko

Tanzania – The Baobab Home

Wir, Ellis und Nora sind derzeit als Berater auf Zeit in Bagamoyo in Tanzania im Baobab Home. Dieses Projekt wurde 2004 gegründet und begann mit einem Kinderheim, dem Baobab Home. Dort leben derzeit 9 Kinder und zwei Mamas. Später kam eine Schule dazu, in der derzeit 87 Kinder zur Grundschule gehen und komplett in englisch unterrichtet werden. Das Baobab Home, als auch die Schule, namens Steven Tito Acadamy befinden sich auf einer ca. 12 ha großen Farm. Die beiden Gründer des Projektes Terri und Caito haben zudem zwei verschiedene HIV Programme ins Leben gerufen. Zum einen werden HIV-positive Einwohner von Bagamoyo während der Wartezeit im Krankenhaus mit einem warmen Frühstück versorgt und des Weiteren gibt es ein Programm für HIV positive Kinder, stronger together, welches den Kindern einen Rahmen gibt, sich mit anderen betroffenen Kindern am Wochenende zu treffen, um Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit auszutauschen und in der Gruppe verschieden Aktivitäten durchzuführen. Sie lernen Tanzen, arbeiten kreativ und haben Spaß miteinander.

Dieses Projekt und insbesondere die Kinder haben uns sehr beeindruckt. So führen sie mehrmals im Jahr, wenn es die Gelder zulassen, verschiedene Theaterstücke auf, um anderen HIV positiven Kindern zu helfen, sollten diese ausgegrenzt oder unwürdig behandelt werden (was leider sehr häufig vorkommt) oder aufzuklären. Für dieses Projekt haben wir jetzt ein paar Spendengelder zusammenbekommen und können/konnten schon verschiedene Sachen umsetzen. So gab es mit 45 Kindern einen Ausflug in den hiesigen Snake- und Krokodilpark, die Kinder bekommen ein neues Dach für ihr Gelände und es gibt einen Ausflug in ein ca. 60 km entferntes Krankenhaus, wo die Kinder in der Theaterstück aufführen können.

Ein ganz tolles Projekt und ganz tolle Kinder. Wir verneigen uns und sagen Danke!

Elisabeth in Tansania – Karibu Tansania

Karibu Tansania hat in diesem Jahr guten Anklang gefunden. Auch Elisabeth hat sich auf das Abenteure Tansania eingelassen und gemeinsam hatten wir viel Spaß!

 

Liebe Elke,
ganz herzlichen Dank für die umfassende Begleitung und Betreuung vor, während und nach meines Aufenthalts.

Mir hat die Zeit mit Dir in Daressalam persönlich sehr viel gebracht, besonders gut fand ich Deine durchgängig perfekte Organisation unter außerordentlich erschwerten Bedingungen. Deine Strategie, den Wert der empfangenen Leistungen permanent mit der zu erbringenden Gegenleistung zu verhandeln, ist zwar für uns ungewohnt, jedoch ein für mich perfektes Vorbild für eine erfolgreiche Vorgehensweise auch im größeren Zusammenhang, insbesondere natürlich als Ansatz für die eigene Vorgehensweise bei Aufnahme der von Dir vermittelten Tätigkeiten. Am besten gefallen hat mir der Besuch im KCC und das Kochen mit den Burschen. An meine eigenen Grenzen hat mich die Argumentation eines Projektträgers gebracht, der mich mit seiner Anspruchshaltung erschreckt hat.
Ich hätte gerne, egoistischerweise, ein Projekt gesehen, das als erfolgreicher Selbstläufer zeigt, dass es auch ohne permanente Kontrolle und Anschieben mit endlosen Verhandlungen funktioniert. Aber vielleicht war das ja auch Teil Deines Plans, um allzu hochfliegende Erwartungen auf den Boden der Tatsache zu befördern.
Nochmal ganz herzlichen Dank für Deine Mühen und Deine Zeit, ich hab es sehr genossen.

Elisabeth

 

Liebe Elisabeth,
schön, dass du hier warst! Auch ich habe es sehr genossen!
Wer auch einmal Lust auf ein sicheres Abenteuer hat: ab Ende Januar bis bis Mitte April 2017  heisst es wieder Karibu Tanzania!

Welches ist das richtige Sabbatical für Sie?

Dem Arbeitsalltag entfliehen und sich eine längere Auszeit gönnen: Immer mehr Berufstätige in Deutschland können sich das vorstellen. Für jeden zweiten klingt die Vorstellung verlockend — und immerhin jeder Fünfte nimmt tatsächlich ein Sabbatical. Zwar sind die Unternehmen nicht dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine solche Verschnaufpause zu ermöglichen, bei vielen gehört es mittlerweile aber zur Strategie in Sachen Work-Life-Balance dazu.

Doch wie sollte man die Auszeit nutzen? Für eine Reise, und wenn ja, für welche? Oder doch lieber für ein größeres, eigenes Projekt? Finden Sie im Test heraus, welches Sabbatical zu Ihnen passen könnte.

Zum Test…

 

 

Karibu Tansania!

Katja war für 11 Tage in Tansania, um “mein” Tansania hautnah kennen zu lernen.
Wie es ihr dabei erging und was sie erlebt hat, hat sie für uns zusammengefasst.

 

Karibu Tansania!

Seit mittlerweile über einer Woche bin ich wieder zurück in Deutschland!
Zurück von 11 Tagen Tansania inclusive 3 Tage Safari und 3 Tage Sansibar!

Ich bin sehr dankbar für diese unbeschreiblich schönen und ergreifenden Erlebnisse, die ich nie nie mehr vergessen werde!

The Real Africa , Real Tansania !
Das heißt: Fernab vom Tourismus, die Komfortzone zeitweise verlassen; Projekte besuchen in Kindergärten und Schulen – teils mit daran angeknüpften Hausbesuchen – dabei in meist leuchtende strahlende Kinderaugen blicken und fröhlichen kontaktfreudigen Menschen begegnen. Das hat mich sehr berührt und gerührt ! Hautnah und mittendrin….
Landestypisch und sehr lecker Speisen in einfachen und ehrlichen kleinen Lokalen oder Restaurants;
Öffentliche  Verkehrsmittel wie zum Beispiel Dalla Dalla oder auch Bajaji und Motorradtaxi fahren; sie erfordern zwar Geduld, Zeit und Nerven , gehören aber, wie alles andere auch, zum Alltag unbedingt dazu und prägen dieses afrikanische Abenteuer mit, was ich gut 1 Woche lang auf Kigamboni und in Daressalam sehen und erleben durfte!

Ein ganz herzliches Dankeschön an Elke, die mich – der Landessprache mächtig – sehr souverän, umsichtig, rücksichtsvoll, mit viel Herzblut, großem Engagement und Leidenschaft an ihrem Leben in IHREM geliebten Tansania teilhaben ließ und mir letztendlich diese großartige und fantastische Zeit ermöglicht hat…. Ich bin sehr glücklich!

Ihren Rat, eine Safari in meine Reise zu integrieren, habe ich befolgt und bin für 3 Tage nach Ruaha in ein Camp geflogen! Es war sensationell !!!

Vielen lieben Dank!!!
Asante sana!!!

Katja Laumont

 

Liebe Katja, danke, dass du dich auf dieses Abenteuer eingelassen hast! Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht!
Wer auch einmal Lust auf ein sicheres Abenteuer hat: ab Ende Januar bis bis Mitte April 2017  heisst es wieder Karibu Tanzania!
Mehr Infos… 

 

Let´s work

Gestern fand der alljährliche Kindertag des Waisenkinderprogramms OVC (Orphans and Vulnerable Children) statt. Die Kinder des Förderprogrammes kamen gemeinsam mit ihren Vormündern in die Moravian Church in Mabibo. Die Idee des Kindertages beruht im Wesentlichen auf zwei Bestandteilen: Zum einen werden die Kinder mit Materialien versorgt, wie zum Beispiel Moskitonetzen, Bettwäsche und Hygieneartikeln. Zum anderen soll es ihnen und ihren Vormündern an diesem Tag so richtig gut gehen: Es gab warmes Essen und eine Torte; außerdem gab es eine akrobatische Aufführung des Kigamboni Community Center. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt die Daten der Kinder zu aktualisieren.

Einen Tag später nun ein erstes Résumé: Was ist gut gelaufen, was ist nicht gut gelaufen? Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Tag. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten Kinder den Tag genießen konnten und zumindest ein wenig Spaß und einen vollen Magen hatten. Aus organisatorischer Sicht ist einiges nicht so gelaufen, wie wir es geplant hatten. Die tansanischen Verantwortlichen für das Projekt kamen zu spät zur Eröffnungsrede, das Aktualisieren der Listen hat sehr lange gedauert, eine Kollegin kam viel zu spät, der Caterer kam zu spät, das Kinderschminken wurde regelrecht boykottiert…. Diese Auflistung könnte ich noch eine Weile fortsetzen. Ich habe mich im Verlauf des Tages über die eine oder andere Sache ziemlich aufgeregt. Auf dem Weg nach Hause war ich in Gedanken versunken. Was war passiert? Eigentlich fand ich den Kindertag doch wirklich schön. Oder nicht? Gestern Abend ist mir bewusst geworden, dass mir meine eigenen Gedanken im Verlauf der letzten Wochen entglitten sind.

Warum bin ich nach Tansania gekommen? Ich bin hier, weil ich mich einbringen wollte. Ich wollte in dieses Land kommen, in diesem Projekt arbeiten, um zu sehen, wo ich gebraucht werde. Ich wollte die Aufgaben, die mir zugewiesen werden, so gut wie möglich meistern.

Was habe ich mir vorgenommen? Ich habe mir fest vorgenommen, es nicht besser zu wissen. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich versuche zu helfen, wo ich gebraucht werde, und nicht selber definiere, wo ich gebraucht werden sollte. Ich habe mir fest vorgenommen, nicht arrogant und herablassend zu sein, sondern meine tansanischen Arbeitskolleginnen mit Respekt und Achtung zu behandeln. Ich wollte sie  nicht bevormunden. Ich habe mir vorgenommen, nicht zu sagen: Ich weiß genau was ihr braucht und wie wir das am besten umsetzen. Ich habe mir fest vorgenommen, im Rahmen meiner Berichterstattung gegenüber Freunden und Familie keine Stereotypen aufzubauen und zu unterstützen. Ich habe mir fest vorgenommen, kein einseitiges Bild von diesem Land und meiner Arbeit zu zeichnen. Ich wollte alles in seiner bunten Vielfalt, in Grautönen und nicht in schwarz-weiß darstellen. Ich habe mir vorgenommen diejenige zu sein, die von den Menschen hier lernt, und nicht diejenige, die ihnen etwas beibringt. Zumindest habe ich mir vorgenommen, dass dieses Lehren und Lernen auf Gegenseitigkeit und Wertschätzung beruht. Ich habe mir fest vorgenommen, nicht darüber zu urteilen, dass viele Menschen hier kein Englisch können, weil ich diejenige bin, die sich dafür schämen sollte, die Landessprache nicht zu beherrschen.

 

Ich habe mir das alles vorgenommen. Und jetzt bin ich hier und stelle plötzlich fest, dass ich diesen Vorsätzen in den letzten Wochen nicht gerecht geworden bin. Ich habe versucht meine persönlichen Vorstellungen von organisierter und effizienter Arbeitsweise durchzusetzen. Ich habe mich über meine tansanischen Kolleginnen lustig gemacht. Ich habe sie nicht ernst genommen. Das ist mir vor zwei Tagen bewusst geworden. Gestern ist mir dann bewusst geworden, dass das nicht schlimm ist. Schlimm wäre, es gar nicht zu bemerken, oder aber es zu bemerken und nicht zu versuchen, es zu ändern. Ich werde mir wieder fest vornehmen, ein Gast zu sein. Solange, bis ich wieder merke, dass es mir mehr und mehr entgleitet. Und dann hoffe ich darauf, dass ich mich selbst oder jemand anderes mich wieder daran erinnert, was ich mir alles vorgenommen habe.

Die Arbeit als Beraterin auf Zeit ermöglicht wertvolle Erfahrungen. Erfahrungen, die man in einem anderen Umfeld nicht sammeln kann. Sie bietet die Möglichkeit eines Austausches von verschiedenen Kulturen, Mentalitäten und auch Arbeitsweisen. Dieser Austausch und diese Erfahrungen sind ein Gewinn für beide Seiten. Wir sollten uns alle immer wieder daran erinnern, warum wir hier sind, was wir uns davon erhoffen und auf welche Weise wir uns einbringen möchten.

 

 

 

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Same same but different

Drei Wochen. Heute vor drei Wochen bin ich in Dar es Salaam angekommen. Ich habe das Gefühl, ich bin gerade einmal ein paar wenige Tage hier. Ich habe mir vor meiner Abreise wieder und wieder gesagt, dass ich nicht werten will. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich dieses Land, seine Menschen und seine Kultur wahrnehmen möchte, kennenlernen will, ohne sie gleich auseinanderzunehmen. Ich wollte keine Rangordnung aufstellen, was besser oder schlechter ist, welche Lebenskonzepte die richtigen sind, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es keine richtigen Lebenskonzepte gibt. Es gibt viele unterschiedliche Arten zu leben, und keine ist besser oder schlechter als die andere. Soweit die Theorie. Wie das so üblich ist, sieht die Praxis etwas komplizierter aus. Ich hatte heute ein Gespräch über die Rolle der Frauen in Tansania. Meine Gesprächspartnerin hat ihre Sicht der Dinge erzählt, und ich die meinige. In Tansania findet man das, was wir als „klassische Rollenverteilung“ kennen. Die Frau kümmert sich um Haus und Hof, wäscht, kocht, putzt, und geht zusätzlich noch arbeiten. Der Mann kocht nicht. Oft noch nicht mal einen Tee. Falls die Frau auswärts arbeiten geht, muss sie nach Feierabend als erstes ihren Mann versorgen. Natürlich gibt es die tansanische Frau oder den tansanischen Mann nicht – das sind Pauschalisierungen, die in vielen Fällen nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Jeder Mensch lebt individuell. Es gibt auch hier unterschiedliche Lebenskonzepte. Bei diesem Thema fällt mir das nicht-werten relativ leicht. Ich kann für mich sagen, dass es nicht mein Lebenskonzept wäre. Dass ich ganz anders leben möchte, als dies hier der Fall ist. Ich kann verstehen, dass meine persönliche Vorstellung der Geschlechterrollen nicht das Mantra für die ganze Welt ist. Sie ist nicht besser oder schlechter als die Vorstellung einer sogenannten klassischen Geschlechterrolle. Sie ist einfach anders. Nicht mehr, und nicht weniger. Ich bin ein Gast in diesem Land. Ich würde nicht auf die Idee kommen, den Männern hier zu sagen, dass sie kochen lernen sollen. Wenn ich von anderen Freiwilligen höre, auf welche Art und Weise gewisse deutsche Organisationen versuchen, westliches Kulturgut an den tansanischen Mann und an die tansanische Frau zu bringen, dann wird mir regelrecht übel. Mit welchem Recht, frage ich mich dann. Was gibt uns das Recht, Lebenskonzepte für die ganze Welt zu definieren? Unsere wirtschaftliche und technische Entwicklung?
Dann gibt es Themen, bei denen es mir schwer fällt, nicht zu werten. Hexenverfolgung, Übergriffe auf Albinos, weibliche Genitalverstümmelung, Korruption. Dann meldet sich mein westliches Kulturverständnis: Wie kann man nur? Aber wo ist die Grenze? Mit meiner Argumentation von oben wäre zum Beispiel Hexenverfolgung ein Thema, das keinesfalls von westlichen Einrichtungen bekämpft werden dürfte. Wenn dagegen angegangen wird, dann sollte die Initiative von Einheimischen kommen. Was aber, wenn diese niemals kommt? An diesem Punkt bleibe ich jedes Mal hängen. Ich komme nicht weiter, stecke quasi fest. Zusehen, nichts machen? Wie kann man zusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer wahrgenommenen Hexenkraft getötet werden? Eingreifen, „aufklären“? Was, wenn es wirklich Hexen gibt? Ich glaube nicht daran. Die Person, die das hier gerade liest, sicher auch nicht. Aber – haben wir die Wahrheit etwa für uns gepachtet (falls es überhaupt eine Wahrheit gibt)? Man stelle sich nur einmal vor, eine tansanische Einrichtung würde anfangen in Deutschland workshops anzubieten, in denen erklärt wird, woran man Hexen erkennt und wie man diese unschädlich macht. Undenkbar! Aber genau das passiert. Nur mit vertauschten Rollen.

Das nächste Mal schreibe ich endlich was über meine Arbeit hier. Versprochen.