Welches ist das richtige Sabbatical für Sie?

Dem Arbeitsalltag entfliehen und sich eine längere Auszeit gönnen: Immer mehr Berufstätige in Deutschland können sich das vorstellen. Für jeden zweiten klingt die Vorstellung verlockend — und immerhin jeder Fünfte nimmt tatsächlich ein Sabbatical. Zwar sind die Unternehmen nicht dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine solche Verschnaufpause zu ermöglichen, bei vielen gehört es mittlerweile aber zur Strategie in Sachen Work-Life-Balance dazu.

Doch wie sollte man die Auszeit nutzen? Für eine Reise, und wenn ja, für welche? Oder doch lieber für ein größeres, eigenes Projekt? Finden Sie im Test heraus, welches Sabbatical zu Ihnen passen könnte.

Zum Test…

 

 

Erfolgreicher Projektstart @Joybells

Mittlerweile bin ich schon wieder seit 3,5 Wochen in der Joybells School & Orphanage im Norden von Indien – Zeit genug, dass sich ein Gefühl des Angekommen-Seins eingestellt hat und sich erste Routinen entwickeln. Ja, ich kann wohl behaupten, dass ich einen neuen Alltag habe. Wie der aussieht? Zunächst einmal, dass spätestens morgens um 6.00 Uhr der Wecker klingelt, wenn ich nicht sowieso schon vorher von selbst wach bin – was eigentlich immer der Fall ist. Trotzdem stelle ich noch immer in kontrollierender Manier den Wecker – nur zur Sicherheit. Man kann ja nie wissen ;-) Mal sehen, ob ich das mit zunehmender Gelassenheit bzw. dem Vertrauen auf meine innere Uhr irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes abstelle.

Anders als zu Hause fällt es mir hier überhaupt nicht schwer, früh aufzustehen, um mit den Kindern eine Runde Morgensport zu machen. Wir haben die morgendliche Joggingrunde um das Fußballfeld her um mit anschließender kurzer Yogaeinheit eingeführt, um uns auf eine zweiwöchige Expedition in die Berge vorzubereiten. Auf die Frage von SS Singh, ob ich sie nicht auf eine schon von langer Hand geplante Expedition Ende September begleiten möchte, habe ich natürlich spontan und aus vollsten Herzen zugesagt. Mit so einem Ziel vor Augen lassen sich die Runden morgens leichter drehen. Noch dazu ist es hier in den frühen Morgenstunden noch angenehm frisch – obwohl wir mitten in der Natur sind, umgeben vom Dschungel und den Bergen, heizt sich die Luft nach 9.00 Uhr merklich auf und es entsteht eine drückende Schwüle. Insofern gleicht das Leben hier dem der Südländer in Europa – mittags wird nach dem Lunch erst mal Siesta gemacht, um den heißesten Stunden des Tages zu entfliehen.

Aber zurück auf Start: nach dem Morgensport und einem stärkenden Frühstück (manchmal sogar mit noch dampfend-frischen Pancakes – ein Traum!), heißt es um 8.00 Uhr dann aufstellen zur Morgen-Assembly – der gemeinsame Start in den Schultag, in dem der Sinn für Disziplin und Ordnung vollsten zur Geltung kommt. Exakt aufgestellt in Reih und Glied, die Schuluniform sauber und perfekt sitzend werden Gebete und Lieder rezitiert, um schließlich immer mit der indischen Nationalhymne zu enden. Ich frage mich, warum sich dieser Hang dann eigentlich nicht im indischen Alltag und der Kultur wieder spiegelt, wo er doch im Schulsystem in Perfektion gelebt werden muss. Auf staatlichen Schulen noch mal potenzierter als in Joybells, da hier die oberste Maxime lautet, dass die Kinder voller Liebe zu Selbstverantwortung und Mitsprache erzogen werden. Sie sollen darüber hinaus auch die Vielfalt aller Kulturen und Religionen kennen- und tolerieren lernen, so dass die Morgen-Assembly aus einer wilden Mischung ladakhischer Lieder, hinduistischer und christlicher Gebete besteht. Die wechselnden Volunteers aus unterschiedlichen Ländern tragen natürlich auch zu einem übergreifenden Kulturverständnis bei, mit dem die Kinder hier wie selbstverständlich aufwachsen. Irgendwie schon ironisch – auf der einen Seite so viel Weltoffenheit und Wissen, auf der anderen Seite kennen sie nicht mal das Leben außerhalb der Mauern von Joybells und wurden bis dato noch so gut wie nie mit der wirklichen Realität konfrontiert bzw. können sich nicht daran erinnern (die meisten Kinder zuminderst nicht – leider gibt es auch ein paar traurige Ausnahmen, deren eigenen Erfahrungen mit der Realität besser nicht stattgefunden hätten).

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Mein Vormittag gestaltet sich dann so, dass ich mich zunächst eine Stunde mit den Kleinsten beschäftige (Kindergartenalter zwischen 4 und 6 Jahre), was das mit Abstand anstrengendste und nervenaufreibendste von allem ist ;-) Danach bin ich froh, eine Stunde bei den Ältesten (13-15 Jahre) zu sein, die über amerikanischen Fernunterricht die Möglichkeit haben, ihren Abschluss online zu erlangen. Hier helfe ich bei individuellen Fragen, wo ich kann – meistens muss ich mich selbst erst einlesen und lerne dabei ebenfalls sehr viel. Ich nutze die Zeit mit den Älteren für mich auch, um sie zu beobachten und besser kennen zu lernen, um ein Gefühl für jeden einzelnen zu entwickeln, das ich dann wiederum fürs Coaching nutzen kann. Danach stehen dann jeweils zwei Deutschstunden mit “Standard 3” (6-9 Jahre) und “Standard 5” (9-12 Jahre) an – hier kommen mir meine Trainerskills zu Gute, um den Unterricht so erlebbar und unterhaltsam wie möglich zu machen. Trotzdem schüttel` ich mir das nicht so einfach aus dem Ärmel und bin dann mittags erst mal fix und fertig und Siesta-reif ;-)

imageDann geht die eigentliche Arbeit ja erst richtig los, weil ich nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr immer das Einzelcoaching mit einem der älteren Schüler habe, was auch vor- und nachbereitet werden will. Am Donnerstag war ich mit der ersten Runde durch und ich finde, dass sie ganz gut gelaufen ist. Hab ihnen das als “career-questionaire” verkauft – wir haben in den Einzelgesprächen viel über ihre beruflichen Träume, aber auch ihre Stärken und Interessen geredet und gemeinsam reflektiert, in welchen Situationen sie das im Alltag erleben und in Joybells erfahren. Zumindest haben wir es versucht – ich muss gestehen, dass mich der eine oder andere bei mancher Frage auch wie ein Auto angeschaut hat. Klar, was will man in dem Alter von 13-15 teilweise auch erwarten – oder habt ihr da schon gewusst, was ihr beruflich machen wollt (außer dass die Jungs alle von einer professionellen Fußballkarriere träumen) oder was euch wichtig im Leben ist?! In einer Phase wo die Hormone Purzelbäume schlagen und man sich manchmal gar nicht selbst ertragen kann. Naja, ich werde sie damit einfach weiter “nerven” und hoffen, dass sie doch auch etwas damit anfangen bzw. für sich mitnehmen können. Einige von ihnen haben auch schon sehr konkrete Zukunftsvisionen und -vorstellungen – bei anderen beginne ich mit dem Projekt jetzt eben damit, dass sie anfangen sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. Zumindest ist jeder Einzelne am Ende der Stunde freudestrahlend gegangen und hat mich umarmt – sogar die pubertierenden Jungs – aber vielleicht waren sie auch einfach nur froh, dass die Fragestunde mit der Ollen vorüber ist ;-) Und um gerade zu den Jungs auch einen Zugang zu bekommen, habe ich damit angefangen, bei ihrer nachmittäglichen Lieblingsbeschäftigung – dem Fußballspielen – mitzumachen. Anstrengend und lustig zugleich (für sie wahrscheinlich eher belustigend)…

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Freitag stand dann unser erster gemeinsamer “Praxisnachmittag” an – jeden zweiten Freitag wollen wir das Ganze auch praktisch erlebbar machen und die Kompetenzen trainieren. Was gestern konkret hieß im sogenannten “Leadership-Walk” zu lernen, jemand anderes zu führen und umgekehrt auch jemanden blind zu vertrauen. War neben einer Menge Spaß auch lehrreich und ich glaube, sie finden Gefallen daran. Zu guter Letzt habe ich ihnen noch eröffnet, dass sie sich ein Projekt überlegen sollen, an dem wir die “Projektmanagemenkompetenzen” trainieren können. Ich habe ihnen mal die Idee mitgegeben, ein eigene Pharrell Williams “Happy”-Joybells School Version zu produzieren… sprich ein Musikvideo zu drehen, das sie selbst planen müssen, sich eine passende Choreographie überlegen, in der sie auch alle anderen Kinder und Joybells-Mitarbeiter mit einbeziehen können und letztlich dann auch technisch umzusetzen. Ohne mich jetzt selbst zu loben – ich glaube das war ein Volltreffer! :) (vielleicht lobe ich mich an der Stelle auch einfach mal selbst für die Idee, auf die ich schon ein bißchen stolz bin). Für mich wäre das die perfekte Mischung aus Fun, unterschiedlichen Skills (vor allem auch die, die sie mir in den Interviews gesagt haben wie z.B. Organisieren, Interesse an Technik, Begeisterung für Musik und Choreographie, Sportlichkeit) und ein Projekt, bei dem alle beteiligt werden können und es ein konkretes Ergebnis gibt). Sie haben zwei Wochen Zeit, sich das zu überlegen, alternative Ideen zu entwickeln und Freitag in 2 Wochen tagen wir dann das erste Mal als Projektteam und treffen eine Entscheidung. Dann weiß ich mehr und werde euch sicherlich wieder berichten…

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Alles in allem also eine erfolgreiche Woche – der Projektauftrag ist gut angelaufen, wie ich finde. Zu guter Letzt kam gestern nach zwei Wochen Joy Singh aus Dehli zurück – und mit ihr im Gepäck drei kleine Hundewelpen – Zuwachs für die Joybells-Familie und eine schöne Wochenendbeschäftigung! Der Umgang mit Tieren und die Fürsorge für sie ist sowieso eine gute Schule für Kinder… mein Coachingkopf rattert schon wieder los ;-) Es steht also gerade alles im Zeichen der Wiedersehensfreude und Jubel, Trubel, Heiterkeit. In diesem Sinne: ein schönes und erholsames Wochenende euch allen!

Erste Eindrücke

Ich nutze das lange Wochenende in Indien – begründet durch den Nationalfeiertag am 15. August – meine Eindrücke aus den ersten eineinhalb Wochen zu sammeln. Endlich komme ich dazu und habe ein wenig Ruhe, denn die ersten Tagen waren doch sehr aufregend und turbulent:

Angekommen in der Joybells School wurde ich zunächst sehr herzlich und offen von der Familie Singh und den insgesamt 36 Kindern im Alter zwischen 4 und 15 Jahren empfangen. Die Kinder sind es gewohnt, dass wechselnde Volunteers zum Unterrichten an die Joybells School kommen – insofern wirkten die Umarmungen anfangs auf mich mehr aus einer Verpflichtung und Höflichkeit heraus. Sobald sie mich dann etwas besser kannten, kam das Interesse und das Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit wie von selbst – man kann sich schließlich gar nicht mehr retten vor Kindern, die auf einem herum klettern, die Hand halten oder einem einfach nur nahe sein wollen. Wirklich herzzerreißend süß!

Da in der ersten Woche meines Einsatzes noch eine Gruppe von 12 englischen Volunteers vor Ort war (2 englische Lehrer mit einer Gruppe ihrer Schülerinnen), konnte ich die ersten Tage viel mitlaufen, beobachten und mich in die ganze Situation einfühlen. Col SS Singh und Althea Joy Singh – die Gründer und Leiter der Schule – haben sich viel Zeit genommen, mit mir über meinen Einsatz hier zu sprechen und mir wertvolle Einblicke in die Entstehung und Philosophie der Einrichtung sowie ihrer persönlichen Haltung und dem Background der Kinder gegeben. Meine anfängliche Befürchtung sie könnten mich wie die sonst üblichen Volunteers nur in der Rolle als Lehrerin sehen wich einem Gefühl der Erleichterung, als sie mir signalisierten, sie sähen in mir auch einen Mehrwert in anderen Bereichen – jenseits des klassischen Unterrichts. Als wir uns auf folgende Haupteinsatzfelder verständigt haben, waren sie sich einig, dass ich genau die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt wäre – schmeichelnd auf der einen Seite, aber auch gleichzeitig mit einem mir selbst auferlegten hohen Erwartungsdruck verbunden, sie in dieser Auffassung nicht enttäuschen zu wollen:

1.) “Karriere-/ Berufslaufbahnberatung”: ich werde im Rahmen von Einzelcoaching mit den älteren Schülern jeweils an der persönlichen Vorstellung arbeiten, was sie gut können, was ihnen Spaß macht, worin ihre beruflichen Träume bestehen und wie sie diese erreichen können – natürlich kann das in einem Alter von 13-15 Jahren noch nicht konkret festgesetzt werden, aber wir wollen damit einen ersten “Samen pflanzen” und eine Basis schaffen.

2.) “Value-, Skills- und Kompetenztraining”: Neben diesen konkreten Ideen für jeden Einzelnen sollen sie auch für übergreifende Skills und Kompetenzen sensibilisiert werden, die für einen späteren beruflichen Erfolg ausschlaggebend sind (z.B. Führungs-, Kommunikations- und Teamkompetenzen) und gleichzeitig ihre Reflexionsfähigkeit darin schulen, wo und wie sie das im Alltag an der Joybells School eh schon lernen und erfahren. Dabei war den Singhs die Thematisierung von Werten wie z. B. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig – nicht unbedingt eine typische indische Haltung ;-) Col S.S. und Joy haben ihre eigene Vision, dass die Kinder irgendwann im internationalen Kontext arbeiten (sie haben privat ein großes internationales Netzwerk, was sie dafür nutzen können) und erst mal frei über Berufe träumen können. Hierzu ist es jedoch wichtig, dass sie sich später in diesem Kontext auch bewegen und anpassen können.

3.) “Projektarbeit“: Für das Value-, Skills- und Kompetenztraining steht noch im Raum, mir ein Projekt zu überlegen, um es erfahrbar/ erlebbar zu machen. Ggf. passen auch Übungen aus meinem Trainingskontext (Indoor- wie Outdoor), da diese auch immer praktisch und greifbar sind und danach reflektieren werden können. Ein Projekt hätte den Vorteil, dass ich mit ihnen gleichzeitig auch etwas zum Thema “Projektmanagement” machen könnte. Aber das wird sich noch zeigen.

4.) “Deutschunterricht”: Neben den übergreifenden Themen werde ich mit den übrigen Kindern an ihren Deutschkenntnissen arbeiten. Klingt im ersten Moment evtl. seltsam, aber ich denke, auch das ist in mehrerlei Hinsicht brauchbar: Col S.S. Singh hat eine Reiseagentur mit vielen deutschen Kunden – darüber hinaus hat der Premierminister von Indien erst heute in seiner Rede zum Nationalfeiertag betont, dass der Tourismus in Indien eine wichtige Rolle ist – und Deutsche reisen gerne ( also ein potentielles späteres Betätigungsfeld für die Kinder). Außerdem gibt ein großes deutschsprachiges Netzwerk an persönlichen Kontakten und Support für die Joybells School. Mir persönlich liegt bei Deutschunterricht vor allem am Herzen, dass die Nachhaltigkeit durch weitere deutschsprachige Volunteers sichergestellt werden kann und es sich nicht nur um einen “one shot” handelt.

Insgesamt fühlt sich für mich der Projektauftrag rund an und ich denke, dass ich mit meinem Trainings- und Coachingbackground hier tatsächlich einen Mehrwert stiften kann. Ich wollte ein Projekt das “hands on” ist und das habe ich hiermit auch :) Jetzt gilt es das Ganze mit Leben zu füllen, denn am Montag geht es direkt mit dem neuen Stunden- und Lehrplan los, den wir dafür eigens ausgearbeitet haben.

 

Der Countdown

Bevor ich mit euch meine Erfahrungen der ersten Tage und das Ankommen in “meinem” Projekt – der Joybells School in der Nähe von Dehradun/ Indien – teile, möchte ich euch gerne noch daran teilhaben lassen, wie es mir unmittelbar in den letzten Tagen vor meiner Abreise erging:

Auf was habe ich mich da nur eingelassen?! Diese Frage hat mich im Vorfeld unweigerlich umgetrieben, je mehr ich mich mit Indien befasst und der Kultur und den Gegebenheiten vertraut gemacht habe. Es ist ein Land voller Gegensätze, das stärker als andere die Gemüter polarisiert und bei dem sich gleichzeitig alle darüber einig waren, dass ich es entweder lieben oder hassen würde. In Indien gibt es von allem zu viel: Zu viel Menschen. Zu viel Lärm. Zu viel Gestank. Zu viel Armut. Zu viel Korruption. Auf der anderen Seite “das Land mit den 1000 Gesichtern”: prunkvoll, farbenfroh, multi-kulturell und -spirituell, faszinierend. Man prophezeite mir im Vorfeld, ich wüsste in den ersten Stunden, zu welcher Fraktion ich gehöre. Ich war gespannt, zumal ich Indien eigentlich ursprünglich für mich eher ausgeschlossen hatte. Aber ich war und bin noch immer davon überzeugt, dass sowohl die Begegnung mit Elke von Manager für Menschen (die mein Leben zu diesem Zeitpunkt prägen und elementar verändern sollte) als auch die Auswahl des Projekts (und da habe ich auf mein Herz und nicht meinem Kopf gehört) seinen Sinn hat. Also war ich gespannt und neugierig, was mich erwarten würde.

Im Vorfeld häuften sich mit näherndem Abreisetag auch die Fragen, ob ich mich denn freuen würde und schon aufgeregt wäre. Klar war da ein gewisses Gefühl von Vorfreude und auch Stolz, dass ich es wirklich durchziehe. Mehr als das überwog allerdings der Respekt vor den Herausforderungen verbunden mit einem gewissen Maß an Angst und Selbstzweifeln. Ich weiß, dass es sich so oder so lohnen wird, dass es eine einmalige Erfahrung wird, dass ich vermutlich ständig an meine Grenzen stoßen und diese dann überwinden werde, dass es sich im Nachhinein alles als halb so schlimm herausstellt und der Blick zurück vieles verklären und somit zu einer wunderbaren Erinnerung werden lässt. Aber gerade wenn man am Anfang steht ist der erste Schritt bekanntlich ja der Schwerste und in Zeiten der Unsicherheit dieses Wissen nur bedingt hilfreich. Meine Mutter fährt die Strategie der Verdrängung. Keine Schlechte wie ich finde. Zumindest wenn die Angst nicht Oberhand gewinnen soll. Die Vorbereitungen haben mich ebenfalls gut abgelenkt. Alleine die Beantragung eines Visums kann eine tagefüllende Beschäftigung sein – indische Bürokratie lässt grüßen! Und ansonsten hat mich die Anteilnahme aus meinem Umfeld überwältigt und mir zu guter Letzt noch mal richtig den Rücken gestärkt.

Was mich aber auch nicht davor bewahren sollte, kurz vor Abflug doch noch mal kalte Füße zu bekommen. Dieser Schritt raus aus der Komfortzone mit Anlauf und Kopfsprung war einfach zu deutlich spürbar! Aber es half alles nix! Umkehren war keine Option, also wurden die Füße in dicke Socken und Bergstiefel gesteckt und los ging es! Hinein in mein ganz persönliches Abenteuer als Berater auf Zeit nach Indien! Mehr dazu, meiner Ankunft und den ersten Tagen an der Joybells School dann in Kürze wieder hier. Die ersten Tage waren aufregend und ich bin immer noch dabei, meine Eindrücke sacken zu lassen, um sie dann mit euch zu teilen. Aber so viel vorweg – ich wurde mit offenen Armen empfangen, habe die Kinder direkt ins Herz geschlossen (sie machen es einem aber auch wirklich nicht schwer) und erfahre viel Dankbarkeit seitens der Familie Singh, die Gründer und Leiter der Schule. Was will man mehr für den Anfang ;-)

Erste Impressionen aus dem Zug bei meiner Ankunft

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Armut in Indien

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Müllberge noch und nöcher - die Schweine mittendrin

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