NCF Nepal – das Volontärsleben

Wenn man als Volontär in ein Entwicklungsland reist, muss man sich auf einfachste Lebensbedingungen gefasst machen. So war ich innerlich auf das Schlimmste vorbereitet, um dann doch positiv überrascht zu werden. Das Himalayan Guest House, in dem alle Namaste-Volontäre untergebracht sind, ist sehr einfach aber durchaus sympathisch gemacht. Klar, die hygienischen Standards sind weit von dem entfernt, was wir von zuhause gewohnt sind. Aber solange es in der Nähe ein Geschäft  mit Reinigungsmitteln und Putzlappen gibt, kann man sich selbst behelfen. Das tat ich gleich am ersten Tag und seitdem fühle ich mich wohler.

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Die offene Dusche über dem Klo ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber es geht.

Unter dem mitgebrachten Moskitonetz fühle ich mich

Unter dem mitgebrachten Moskitonetz kann ich ohne lästige “Besucher” schlafen.

OK... die Konstruktion mit einem Metermaß aus meinem Reisnähzeug würde ich sicherlich nicht durch den TÜV durchkommen aber es funktioniert :-)

OK… die Konstruktion mit Metermaß aus meinem Reisenähzeug und Ventilatorblatt würde sicherlich nicht durch den TÜV durchkommen, aber es hält :-)

Etwas mehr Probleme hatte ich mit meinen “Mitbewohnern”. Und dabei meine ich nicht die anderen Volontärskollegen! Gleich in der ersten Nacht musste ich Bekanntschaft mit einem braunen Monster machen. Jeder, der ein tropisches Land bereist hat, weiß, dass Riesenkakerlaken auch vor Sternehotels keinen Halt machen. So war ich nicht überrascht, als ich das Prachtexemplar in meinem Bad entdeckt habe. Das Problem lag daran, dass das Ding auf meinem Kulturbeutel in der Nähe der Zahnbürste saß. Das war auch für mich etwas zuviel. Also die Jagd wurde eröffnet. Die erste Nacht ging 1:0 für das Viech aus. Schnell war er, das muss man ihm lassen. In der zweiten Nacht konnte ich den Überraschungsmoment und meinen Flip-Flop nutzen und war das lästige Insekt ein für allemal los. Das Bild dazu, das ich als Trophäe aufbewahre, möchte ich Euch ersparen ;-).

Nachdem ich alle undichten Stellen in meinem Bad gestopft habe, teile ich den Raum “nur noch” mit einem ca. 10 cm großen Gecko. Am Anfang hat es mich etwas gestört, weil ich mich von dem Tier irgendwie beobachtet fühlte. Aber nach 2 Wochen haben wir uns aneinander gewöhnt und achten darauf, dass jeder möglichst ungestört genau da bleibt, wo er hingehört. Er oben und ich unten :-).

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Irgendwie süß. Ich habe über einen Namen für ihn nachgedacht. Konnte mich aber bis jetzt nicht entscheiden.

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Seitdem er vergessen hat, seinen Schwanz einzuziehen, weiß ich auch wo er schläft :-)

Mit den zweibeinigen Mitbewohnern habe ich dagegen viel mehr Spaß. Es ist ein bunt gemischter, sympathischer Haufen aus Deutschland, England, Dänemark und Finnland. Wir sind gerade zu Siebt. Zwei Jungs, drei Mädels (alle unter 30) und zwei Frauen (beide über 30… deutlich darüber). Ich und Sofia aus Finnland gehören zu den Frauen!

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Das kleine Restaurant im Himalayan Guest House ist unser Ess-, Trink- und Arbeitszimmer.

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Auch bei Kartoffelschälen sind wir ein eingespieltes Team.

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Für Sofia und Sandy sieht es nach einem working afternoon aus ;-)

Volontäre sind für die NCF überlebenswichtig. Nicht nur als helfende Hand, sondern auch als Einnahmequelle. Die so genannte Volontaire-Fee variiert je nach Zimmerbelegung (im Einzel- oder Mehrbett) zwischen 350 und 500 Euro pro Monat. Kann man eigentlich nicht meckern, wenn man bedenkt, dass darin nicht nur die Übernachtung und Vollverpflegung sondern auch eine Spende an die NCF enthalten sind. Mit diesem Geld werden vor allem die administrativen Kosten der Organisation gedeckt.

NCF hat enorm viel Erfahrung in Zusammenarbeit mit Freiwilligen sammeln können. Die Betreuung ist sehr gut organisiert. Vom Pick-Up-Service, über Language&Culture Classes, bis zum gemeinsamen Sightseeing – es wird wirklich viel geboten.

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Man Singh, der Generalmanager, bringt uns in Rahmen der Culture Classes die nepalesischen Besonderheiten bei.

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Diese tolle Hängebrücke in der Nähe von Pokhara haben wir auf einer gemeinsamen Sightseeing Tour besucht.

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Damit wir etwas Abwechslung haben, wird 2x die Woche unser Volontaire Dinner in der Chilly Bar mitten im Touristeviertel serviert.

In den letzten 11 Jahren wurden bei der NCF über 600 Volontäre beschäftigt. Das macht über 50 pro Jahr. Wir haben heiß darüber diskutiert, ob das für die Kinder nicht zuviel ist. Sie können sich nur an wenige von uns richtig erinnern. Die Aunties und Uncles, wie wir von den Kids gennant werden, kommen und gehen. Es ist schön, wenn sie da sind, man vergisst sie aber schnell, weil neue Entertainer an Bord kommen. Ich persönlich denke, es ist gut so! Die Kinder sollen nicht das Gefühl haben, dass sie von den lieb-gewonnenen Menschen verlassen werden. Davon haben sie mehr als genug erlebt…

NCF Nepal – das Projekt

Ich kann mich jeden Tag aufs Neue begeistern, wenn ich sehe, wie professionell die NCF arbeitet. Visma Raj Paudel – der Gründer – ist ein Visionär, der die Organisation wie ein Wirtschaftsunternehmen leitet. Er sprudelt nur so von Ideen. Let’s bring that to the next level – ist sein Lieblingsspruch. Dabei macht er eine Handbewegung, die zeigt, dass da noch viel Luft nach oben ist :-). Ich liebe es, mit solch passionierten Menschen zusammen zu arbeiten.

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Visma zeichnet gerne, wenn er über seine Ideen spricht. Hier geht es um ein Trekking Event geplant für 2015   :-)

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Wenn kein Papier in der Nähe ist, dann muss eben der Boden herhalten :-)

Nach einem längeren Gespräch mit Visma, weiß ich ungefähr, wo sein Bedarf liegt. Auf einem 26.000 qm großem Stück Land in Ghachowk, ca. 17 km von Pokhara entfernt, soll ein Kinderdorf, ein Bildungszentrum für alleinstehende Frauen und ein Landwirtschaftsbetrieb entstehen. Das Land ist gekauft, jetzt muss “nur noch” der Bau finanziert werden.

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Das ist die einzige Außenfläche, auf der die Kinder von Namaste Children’s House spielen können…

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Und das ist das Grundstück in Ghachowk. Mit so viel Platz zum Austoben…

Für die Phase 1 braucht man ca. 204 Tsd. Euro. Mit einer “Buy a brick” Kampagne wurden bis jetzt ca. 30 Tsd. Euro eingenommen. Jetzt geht es darum, Ideen zu entwickeln, mit denen man vor allem institutionelle Spender überzeugen kann. Einfach wird es nicht. Es gibt doch so viele Organisationen, die genau das Gleiche wollen. Ich muss mir mal Gedanken machen…

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Für 50 Euro kann man einen Ziegelstein erwerben. Die Ziegel wird dann von den Kids mit dem Namen des Spenders bemalt. Man kann übrigens auch bequem über PayPal überweisen – mehr dazu unter: www.ncf-nepal.org

Aber zuerst möchte ich hautnah erleben, was die Organisation so speziell macht. Deswegen habe ich beschlossen, die ersten 3-4 Wochen als ein “normaler” Volontär zu arbeiten. Also ein Rädchen in der täglichen Maschinerie werden. Das heißt:
Von 9:00 bis 11:00:
–  Den Kleinsten beim Anziehen helfen
–  In die Schule begleiten
–  Verschiedene Hausarbeiten erledigen (putzen, waschen, bügeln, etc.)
Von 14:00 bis 17:00:
–  Kinder von der Schule abholen
–  Spielen
–  Gemüse für das Abendessen vorbereiten
–  Bei Hausaufgaben helfen

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Vorhänge waschen – wir hatten echt viel Spaß dabei :-). Hinter mir steht Nitu – die Hausmutter – eine tolle Frau!

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Justus, ein Volontär aus Deutschland hilft beim Brot backen.

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Teamwork bei Gemüse schneiden – es ist schön, zusammenzusitzen und sich Geschichten zu erzählen.

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Dabei Lernen nicht vergessen…Da die Unterrichtssprache Englisch ist, können die Volontäre in vielen Fällen auch richtig helfen.

Obwohl zum Namaste Community Projekt auch die Hörklinik und das Frauenzentrum gehören, bilden die beiden Kinderhäuser – Namaste und Onni – das Herzstück der Organisation. Die Geschichten der Kinder sind herzzerreißend. Um so schöner ist es, sie lachend und tobend zu sehen. Man hat wirklich das Gefühl, dass sie in einer großen Familie aufwachsen. Aber dazu mehr in einem der nächsten Beiträge :-)

 

NCF Nepal – die Ankunft

Das ist erst mein vierter Tag hier, aber trotzdem habe ich das Gefühl, meinen Lieblingsplatz gefunden zu haben. Die kleine Veranda vor meinem Zimmer, wenn im Hintergrund Gewitter mit Blitz und Donner aus der Richtung der mächtigen 8-Tausender aufzieht. Vierte Nacht und viertes Gewitter, dazu schwüle 28 Grad und das Zirpen der Grillen. Das ist Asien! Das liebe ich so!

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Bei Nacht, Blitz und Donner ist die Veranda fast noch gemütlicher

Aber fangen wir mal von vorne an. Ja, auch ich war aufgeregt und auch ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob ich mich da nicht übernehme. Aber sobald mein Kopf ausgeschaltet war, hat mein Bauch immer wieder meine Entscheidung bestätigt. Die 3 Monate bei Namaste Community Foundation Nepal fühlten sich einfach richtig an!!!

Zwei Tage vor dem Abflug, als der Koffer fast vollständig gepackt war, ist meine Aufregung komplett verflogen. Dafür wurde mein Mann immer unruhiger. Durch einen Zufall hat er Elke ans Telefon gekriegt, die wie eine gute Fee mit ihrer netten Stimme einen Zauberspruch losgelassen hat: MACHEN SIE SICH KEINE SORGEN. SIE WIRD ZURÜCKKOMMEN! So einfach, aber es hat gewirkt und Thorsten entspannte zusehends.

Die Reise war easy. Die Verbindung von München mit Turkish Airlines über Istanbul ist sehr empfehlenswert. Nicht nur, dass man einen bequemen Nachtflug hat, sondern auch bei der Landung in Kathmandu ein fantastisches Spektakel. Vorausgesetzt man sitzt auf der linken Seite und hat einen Fensterplatz. Die letzten 30 Minuten fliegt man nämlich entlang der Himalayakette und kann zusehen, wie sich die Gipfel der Berge in der aufgehenden Sonne rosa einfärben. Atemberaubend!!!

Ich wollte nicht in Kathmandu bleiben, sondern am gleichen Tag weiter zu meinem Zielort Pokhara fliegen. Da der Flug nur 25 Minuten dauert und für unsere Verhältnisse relativ günstig ist, habe ich beschlossen, später ohne Gepäck und ausgeschlafen nach Kathmandu zurückzukehren. Die Stadt ist faszinierend, verlangt aber gute Nerven, wenn man sie genießen möchte. Ich dachte Shanghai und Istanbul (in beiden Städten habe ich mehrere Monate gelebt) wären anstrengend, aber Kathmandu hat alles übertroffen. Oder ich war einfach zu müde…

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Einfach quer über 5 Spuren durchgefahren. Ohne Zwischenfälle!

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Genau so!

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Dafür ist das schon fast wieder gemütlich!

Die Arrangements mit der NCF, meiner Projektorganisation, haben perfekt funktioniert. Ich wurde immer überpünktlich abgeholt. Um 14 Uhr war ich in meinem Hotel. Pokhara hat mich mit strahlendem Sonnenschein, viel Grün und sauberer Luft empfangen. Nach 5 Stunden Aufenthalt in Kathmandu kam es mir vor, wie ein Paradies auf Erden! Vom ersten Augenblick an fühlte ich mich hier wohl.

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Auf dem Flughafen in Pokhara geht es entspannt zu.

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Was da hinter den Wolken durchblickt, ist der Machhapuchhare (6997 M). Der heiligste Berg der Nepalesen.

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Der schöne Weg am Phewa See

NCF gönnte mir zuerst 2 Tage Entspannung, damit ich mich von den Reisestrapazen erholen und mit der Stadt bekannt machen kann. Was ich mit großer Freude auch tat. Pokhara ist das touristische Zentrum von Nepal. Und so gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Nepalesen sind ein sehr freundliches, unaufdringliches Volk. Man wird zwar auf der Straße häufig angesprochen, dann aber sofort wieder in Ruhe gelassen, wenn man das Angebot nicht annehmen möchte. Das ist in der Tat sehr angenehm.

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Unter den Bäumen lässt sich gut entspannen – für Touris und Einheimische gleichermaßen.

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Und es gibt immer etwas interessantes zu entdecken

Am Freitag, ausgeschlafen und entspannt, hatte ich mein erstes Treffen mit dem Management von NCF. Narayan, den ich am ersten Tag kennengelernt habe, holte mich im Hotel ab. Und Überraschung…er kam mit einem Motorrad und ich durfte hinter ihm Platz nehmen. Eine ganz neue Art, Pokhara kennenzulernen.

Die Einrichtungen der NCF sind einfach aber liebevoll gestaltet. Ich habe beide Kinderhäuser und die Hörklinik besucht. Überall wurde ich sehr herzlich empfangen. Es stimmt schon, was Visma, der Gründer von NCF, mir versprochen hat – ich fühlte mich sofort in die Namaste Familie aufgenommen.

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Das Namaste Children House. Die Kinder sind gerade in der Schule.

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Die Hörklinik und ein echter Patient!

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Das Management Team – die Namen muss ich fleißig üben!

Am Samstag – der für die Nepalesen ein Feiertag wie unser Sonntag ist – hatte ich wieder frei. Am Sonntag beginnt die neue Woche und ich freue mich riesig auf die neuen Eindrücke und Herausforderungen. Genug entschleunigt – jetzt möchte ich wieder was tun :-).

Einen guten Start im Projekt!

Für Izabela ist heute ein besonderer Tag! Denn heute Mittag geht es endlich los.
Die Marketingexpertin wird in Pokhara / Nepal, an den südlichen Ausläufern des Anapurna-Massivs für die nächsten 3 Monate in einem Community Projekt beraten.
Izabela, wir wünschen dir eine gute Anreise, viele schöne Momente, wertvolle Erfahrungen und tolle neue Eindrücke.
Wir freuen uns schon jetzt auf deine ersten Blog-Einträge!
Nepal

Erfolgreicher Projektstart @Joybells

Mittlerweile bin ich schon wieder seit 3,5 Wochen in der Joybells School & Orphanage im Norden von Indien – Zeit genug, dass sich ein Gefühl des Angekommen-Seins eingestellt hat und sich erste Routinen entwickeln. Ja, ich kann wohl behaupten, dass ich einen neuen Alltag habe. Wie der aussieht? Zunächst einmal, dass spätestens morgens um 6.00 Uhr der Wecker klingelt, wenn ich nicht sowieso schon vorher von selbst wach bin – was eigentlich immer der Fall ist. Trotzdem stelle ich noch immer in kontrollierender Manier den Wecker – nur zur Sicherheit. Man kann ja nie wissen ;-) Mal sehen, ob ich das mit zunehmender Gelassenheit bzw. dem Vertrauen auf meine innere Uhr irgendwann im wahrsten Sinne des Wortes abstelle.

Anders als zu Hause fällt es mir hier überhaupt nicht schwer, früh aufzustehen, um mit den Kindern eine Runde Morgensport zu machen. Wir haben die morgendliche Joggingrunde um das Fußballfeld her um mit anschließender kurzer Yogaeinheit eingeführt, um uns auf eine zweiwöchige Expedition in die Berge vorzubereiten. Auf die Frage von SS Singh, ob ich sie nicht auf eine schon von langer Hand geplante Expedition Ende September begleiten möchte, habe ich natürlich spontan und aus vollsten Herzen zugesagt. Mit so einem Ziel vor Augen lassen sich die Runden morgens leichter drehen. Noch dazu ist es hier in den frühen Morgenstunden noch angenehm frisch – obwohl wir mitten in der Natur sind, umgeben vom Dschungel und den Bergen, heizt sich die Luft nach 9.00 Uhr merklich auf und es entsteht eine drückende Schwüle. Insofern gleicht das Leben hier dem der Südländer in Europa – mittags wird nach dem Lunch erst mal Siesta gemacht, um den heißesten Stunden des Tages zu entfliehen.

Aber zurück auf Start: nach dem Morgensport und einem stärkenden Frühstück (manchmal sogar mit noch dampfend-frischen Pancakes – ein Traum!), heißt es um 8.00 Uhr dann aufstellen zur Morgen-Assembly – der gemeinsame Start in den Schultag, in dem der Sinn für Disziplin und Ordnung vollsten zur Geltung kommt. Exakt aufgestellt in Reih und Glied, die Schuluniform sauber und perfekt sitzend werden Gebete und Lieder rezitiert, um schließlich immer mit der indischen Nationalhymne zu enden. Ich frage mich, warum sich dieser Hang dann eigentlich nicht im indischen Alltag und der Kultur wieder spiegelt, wo er doch im Schulsystem in Perfektion gelebt werden muss. Auf staatlichen Schulen noch mal potenzierter als in Joybells, da hier die oberste Maxime lautet, dass die Kinder voller Liebe zu Selbstverantwortung und Mitsprache erzogen werden. Sie sollen darüber hinaus auch die Vielfalt aller Kulturen und Religionen kennen- und tolerieren lernen, so dass die Morgen-Assembly aus einer wilden Mischung ladakhischer Lieder, hinduistischer und christlicher Gebete besteht. Die wechselnden Volunteers aus unterschiedlichen Ländern tragen natürlich auch zu einem übergreifenden Kulturverständnis bei, mit dem die Kinder hier wie selbstverständlich aufwachsen. Irgendwie schon ironisch – auf der einen Seite so viel Weltoffenheit und Wissen, auf der anderen Seite kennen sie nicht mal das Leben außerhalb der Mauern von Joybells und wurden bis dato noch so gut wie nie mit der wirklichen Realität konfrontiert bzw. können sich nicht daran erinnern (die meisten Kinder zuminderst nicht – leider gibt es auch ein paar traurige Ausnahmen, deren eigenen Erfahrungen mit der Realität besser nicht stattgefunden hätten).

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Mein Vormittag gestaltet sich dann so, dass ich mich zunächst eine Stunde mit den Kleinsten beschäftige (Kindergartenalter zwischen 4 und 6 Jahre), was das mit Abstand anstrengendste und nervenaufreibendste von allem ist ;-) Danach bin ich froh, eine Stunde bei den Ältesten (13-15 Jahre) zu sein, die über amerikanischen Fernunterricht die Möglichkeit haben, ihren Abschluss online zu erlangen. Hier helfe ich bei individuellen Fragen, wo ich kann – meistens muss ich mich selbst erst einlesen und lerne dabei ebenfalls sehr viel. Ich nutze die Zeit mit den Älteren für mich auch, um sie zu beobachten und besser kennen zu lernen, um ein Gefühl für jeden einzelnen zu entwickeln, das ich dann wiederum fürs Coaching nutzen kann. Danach stehen dann jeweils zwei Deutschstunden mit “Standard 3” (6-9 Jahre) und “Standard 5” (9-12 Jahre) an – hier kommen mir meine Trainerskills zu Gute, um den Unterricht so erlebbar und unterhaltsam wie möglich zu machen. Trotzdem schüttel` ich mir das nicht so einfach aus dem Ärmel und bin dann mittags erst mal fix und fertig und Siesta-reif ;-)

imageDann geht die eigentliche Arbeit ja erst richtig los, weil ich nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr immer das Einzelcoaching mit einem der älteren Schüler habe, was auch vor- und nachbereitet werden will. Am Donnerstag war ich mit der ersten Runde durch und ich finde, dass sie ganz gut gelaufen ist. Hab ihnen das als “career-questionaire” verkauft – wir haben in den Einzelgesprächen viel über ihre beruflichen Träume, aber auch ihre Stärken und Interessen geredet und gemeinsam reflektiert, in welchen Situationen sie das im Alltag erleben und in Joybells erfahren. Zumindest haben wir es versucht – ich muss gestehen, dass mich der eine oder andere bei mancher Frage auch wie ein Auto angeschaut hat. Klar, was will man in dem Alter von 13-15 teilweise auch erwarten – oder habt ihr da schon gewusst, was ihr beruflich machen wollt (außer dass die Jungs alle von einer professionellen Fußballkarriere träumen) oder was euch wichtig im Leben ist?! In einer Phase wo die Hormone Purzelbäume schlagen und man sich manchmal gar nicht selbst ertragen kann. Naja, ich werde sie damit einfach weiter “nerven” und hoffen, dass sie doch auch etwas damit anfangen bzw. für sich mitnehmen können. Einige von ihnen haben auch schon sehr konkrete Zukunftsvisionen und -vorstellungen – bei anderen beginne ich mit dem Projekt jetzt eben damit, dass sie anfangen sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. Zumindest ist jeder Einzelne am Ende der Stunde freudestrahlend gegangen und hat mich umarmt – sogar die pubertierenden Jungs – aber vielleicht waren sie auch einfach nur froh, dass die Fragestunde mit der Ollen vorüber ist ;-) Und um gerade zu den Jungs auch einen Zugang zu bekommen, habe ich damit angefangen, bei ihrer nachmittäglichen Lieblingsbeschäftigung – dem Fußballspielen – mitzumachen. Anstrengend und lustig zugleich (für sie wahrscheinlich eher belustigend)…

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Freitag stand dann unser erster gemeinsamer “Praxisnachmittag” an – jeden zweiten Freitag wollen wir das Ganze auch praktisch erlebbar machen und die Kompetenzen trainieren. Was gestern konkret hieß im sogenannten “Leadership-Walk” zu lernen, jemand anderes zu führen und umgekehrt auch jemanden blind zu vertrauen. War neben einer Menge Spaß auch lehrreich und ich glaube, sie finden Gefallen daran. Zu guter Letzt habe ich ihnen noch eröffnet, dass sie sich ein Projekt überlegen sollen, an dem wir die “Projektmanagemenkompetenzen” trainieren können. Ich habe ihnen mal die Idee mitgegeben, ein eigene Pharrell Williams “Happy”-Joybells School Version zu produzieren… sprich ein Musikvideo zu drehen, das sie selbst planen müssen, sich eine passende Choreographie überlegen, in der sie auch alle anderen Kinder und Joybells-Mitarbeiter mit einbeziehen können und letztlich dann auch technisch umzusetzen. Ohne mich jetzt selbst zu loben – ich glaube das war ein Volltreffer! :) (vielleicht lobe ich mich an der Stelle auch einfach mal selbst für die Idee, auf die ich schon ein bißchen stolz bin). Für mich wäre das die perfekte Mischung aus Fun, unterschiedlichen Skills (vor allem auch die, die sie mir in den Interviews gesagt haben wie z.B. Organisieren, Interesse an Technik, Begeisterung für Musik und Choreographie, Sportlichkeit) und ein Projekt, bei dem alle beteiligt werden können und es ein konkretes Ergebnis gibt). Sie haben zwei Wochen Zeit, sich das zu überlegen, alternative Ideen zu entwickeln und Freitag in 2 Wochen tagen wir dann das erste Mal als Projektteam und treffen eine Entscheidung. Dann weiß ich mehr und werde euch sicherlich wieder berichten…

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Alles in allem also eine erfolgreiche Woche – der Projektauftrag ist gut angelaufen, wie ich finde. Zu guter Letzt kam gestern nach zwei Wochen Joy Singh aus Dehli zurück – und mit ihr im Gepäck drei kleine Hundewelpen – Zuwachs für die Joybells-Familie und eine schöne Wochenendbeschäftigung! Der Umgang mit Tieren und die Fürsorge für sie ist sowieso eine gute Schule für Kinder… mein Coachingkopf rattert schon wieder los ;-) Es steht also gerade alles im Zeichen der Wiedersehensfreude und Jubel, Trubel, Heiterkeit. In diesem Sinne: ein schönes und erholsames Wochenende euch allen!

Erste Eindrücke

Ich nutze das lange Wochenende in Indien – begründet durch den Nationalfeiertag am 15. August – meine Eindrücke aus den ersten eineinhalb Wochen zu sammeln. Endlich komme ich dazu und habe ein wenig Ruhe, denn die ersten Tagen waren doch sehr aufregend und turbulent:

Angekommen in der Joybells School wurde ich zunächst sehr herzlich und offen von der Familie Singh und den insgesamt 36 Kindern im Alter zwischen 4 und 15 Jahren empfangen. Die Kinder sind es gewohnt, dass wechselnde Volunteers zum Unterrichten an die Joybells School kommen – insofern wirkten die Umarmungen anfangs auf mich mehr aus einer Verpflichtung und Höflichkeit heraus. Sobald sie mich dann etwas besser kannten, kam das Interesse und das Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit wie von selbst – man kann sich schließlich gar nicht mehr retten vor Kindern, die auf einem herum klettern, die Hand halten oder einem einfach nur nahe sein wollen. Wirklich herzzerreißend süß!

Da in der ersten Woche meines Einsatzes noch eine Gruppe von 12 englischen Volunteers vor Ort war (2 englische Lehrer mit einer Gruppe ihrer Schülerinnen), konnte ich die ersten Tage viel mitlaufen, beobachten und mich in die ganze Situation einfühlen. Col SS Singh und Althea Joy Singh – die Gründer und Leiter der Schule – haben sich viel Zeit genommen, mit mir über meinen Einsatz hier zu sprechen und mir wertvolle Einblicke in die Entstehung und Philosophie der Einrichtung sowie ihrer persönlichen Haltung und dem Background der Kinder gegeben. Meine anfängliche Befürchtung sie könnten mich wie die sonst üblichen Volunteers nur in der Rolle als Lehrerin sehen wich einem Gefühl der Erleichterung, als sie mir signalisierten, sie sähen in mir auch einen Mehrwert in anderen Bereichen – jenseits des klassischen Unterrichts. Als wir uns auf folgende Haupteinsatzfelder verständigt haben, waren sie sich einig, dass ich genau die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt wäre – schmeichelnd auf der einen Seite, aber auch gleichzeitig mit einem mir selbst auferlegten hohen Erwartungsdruck verbunden, sie in dieser Auffassung nicht enttäuschen zu wollen:

1.) “Karriere-/ Berufslaufbahnberatung”: ich werde im Rahmen von Einzelcoaching mit den älteren Schülern jeweils an der persönlichen Vorstellung arbeiten, was sie gut können, was ihnen Spaß macht, worin ihre beruflichen Träume bestehen und wie sie diese erreichen können – natürlich kann das in einem Alter von 13-15 Jahren noch nicht konkret festgesetzt werden, aber wir wollen damit einen ersten “Samen pflanzen” und eine Basis schaffen.

2.) “Value-, Skills- und Kompetenztraining”: Neben diesen konkreten Ideen für jeden Einzelnen sollen sie auch für übergreifende Skills und Kompetenzen sensibilisiert werden, die für einen späteren beruflichen Erfolg ausschlaggebend sind (z.B. Führungs-, Kommunikations- und Teamkompetenzen) und gleichzeitig ihre Reflexionsfähigkeit darin schulen, wo und wie sie das im Alltag an der Joybells School eh schon lernen und erfahren. Dabei war den Singhs die Thematisierung von Werten wie z. B. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wichtig – nicht unbedingt eine typische indische Haltung ;-) Col S.S. und Joy haben ihre eigene Vision, dass die Kinder irgendwann im internationalen Kontext arbeiten (sie haben privat ein großes internationales Netzwerk, was sie dafür nutzen können) und erst mal frei über Berufe träumen können. Hierzu ist es jedoch wichtig, dass sie sich später in diesem Kontext auch bewegen und anpassen können.

3.) “Projektarbeit“: Für das Value-, Skills- und Kompetenztraining steht noch im Raum, mir ein Projekt zu überlegen, um es erfahrbar/ erlebbar zu machen. Ggf. passen auch Übungen aus meinem Trainingskontext (Indoor- wie Outdoor), da diese auch immer praktisch und greifbar sind und danach reflektieren werden können. Ein Projekt hätte den Vorteil, dass ich mit ihnen gleichzeitig auch etwas zum Thema “Projektmanagement” machen könnte. Aber das wird sich noch zeigen.

4.) “Deutschunterricht”: Neben den übergreifenden Themen werde ich mit den übrigen Kindern an ihren Deutschkenntnissen arbeiten. Klingt im ersten Moment evtl. seltsam, aber ich denke, auch das ist in mehrerlei Hinsicht brauchbar: Col S.S. Singh hat eine Reiseagentur mit vielen deutschen Kunden – darüber hinaus hat der Premierminister von Indien erst heute in seiner Rede zum Nationalfeiertag betont, dass der Tourismus in Indien eine wichtige Rolle ist – und Deutsche reisen gerne ( also ein potentielles späteres Betätigungsfeld für die Kinder). Außerdem gibt ein großes deutschsprachiges Netzwerk an persönlichen Kontakten und Support für die Joybells School. Mir persönlich liegt bei Deutschunterricht vor allem am Herzen, dass die Nachhaltigkeit durch weitere deutschsprachige Volunteers sichergestellt werden kann und es sich nicht nur um einen “one shot” handelt.

Insgesamt fühlt sich für mich der Projektauftrag rund an und ich denke, dass ich mit meinem Trainings- und Coachingbackground hier tatsächlich einen Mehrwert stiften kann. Ich wollte ein Projekt das “hands on” ist und das habe ich hiermit auch :) Jetzt gilt es das Ganze mit Leben zu füllen, denn am Montag geht es direkt mit dem neuen Stunden- und Lehrplan los, den wir dafür eigens ausgearbeitet haben.

 

Der Countdown

Bevor ich mit euch meine Erfahrungen der ersten Tage und das Ankommen in “meinem” Projekt – der Joybells School in der Nähe von Dehradun/ Indien – teile, möchte ich euch gerne noch daran teilhaben lassen, wie es mir unmittelbar in den letzten Tagen vor meiner Abreise erging:

Auf was habe ich mich da nur eingelassen?! Diese Frage hat mich im Vorfeld unweigerlich umgetrieben, je mehr ich mich mit Indien befasst und der Kultur und den Gegebenheiten vertraut gemacht habe. Es ist ein Land voller Gegensätze, das stärker als andere die Gemüter polarisiert und bei dem sich gleichzeitig alle darüber einig waren, dass ich es entweder lieben oder hassen würde. In Indien gibt es von allem zu viel: Zu viel Menschen. Zu viel Lärm. Zu viel Gestank. Zu viel Armut. Zu viel Korruption. Auf der anderen Seite “das Land mit den 1000 Gesichtern”: prunkvoll, farbenfroh, multi-kulturell und -spirituell, faszinierend. Man prophezeite mir im Vorfeld, ich wüsste in den ersten Stunden, zu welcher Fraktion ich gehöre. Ich war gespannt, zumal ich Indien eigentlich ursprünglich für mich eher ausgeschlossen hatte. Aber ich war und bin noch immer davon überzeugt, dass sowohl die Begegnung mit Elke von Manager für Menschen (die mein Leben zu diesem Zeitpunkt prägen und elementar verändern sollte) als auch die Auswahl des Projekts (und da habe ich auf mein Herz und nicht meinem Kopf gehört) seinen Sinn hat. Also war ich gespannt und neugierig, was mich erwarten würde.

Im Vorfeld häuften sich mit näherndem Abreisetag auch die Fragen, ob ich mich denn freuen würde und schon aufgeregt wäre. Klar war da ein gewisses Gefühl von Vorfreude und auch Stolz, dass ich es wirklich durchziehe. Mehr als das überwog allerdings der Respekt vor den Herausforderungen verbunden mit einem gewissen Maß an Angst und Selbstzweifeln. Ich weiß, dass es sich so oder so lohnen wird, dass es eine einmalige Erfahrung wird, dass ich vermutlich ständig an meine Grenzen stoßen und diese dann überwinden werde, dass es sich im Nachhinein alles als halb so schlimm herausstellt und der Blick zurück vieles verklären und somit zu einer wunderbaren Erinnerung werden lässt. Aber gerade wenn man am Anfang steht ist der erste Schritt bekanntlich ja der Schwerste und in Zeiten der Unsicherheit dieses Wissen nur bedingt hilfreich. Meine Mutter fährt die Strategie der Verdrängung. Keine Schlechte wie ich finde. Zumindest wenn die Angst nicht Oberhand gewinnen soll. Die Vorbereitungen haben mich ebenfalls gut abgelenkt. Alleine die Beantragung eines Visums kann eine tagefüllende Beschäftigung sein – indische Bürokratie lässt grüßen! Und ansonsten hat mich die Anteilnahme aus meinem Umfeld überwältigt und mir zu guter Letzt noch mal richtig den Rücken gestärkt.

Was mich aber auch nicht davor bewahren sollte, kurz vor Abflug doch noch mal kalte Füße zu bekommen. Dieser Schritt raus aus der Komfortzone mit Anlauf und Kopfsprung war einfach zu deutlich spürbar! Aber es half alles nix! Umkehren war keine Option, also wurden die Füße in dicke Socken und Bergstiefel gesteckt und los ging es! Hinein in mein ganz persönliches Abenteuer als Berater auf Zeit nach Indien! Mehr dazu, meiner Ankunft und den ersten Tagen an der Joybells School dann in Kürze wieder hier. Die ersten Tage waren aufregend und ich bin immer noch dabei, meine Eindrücke sacken zu lassen, um sie dann mit euch zu teilen. Aber so viel vorweg – ich wurde mit offenen Armen empfangen, habe die Kinder direkt ins Herz geschlossen (sie machen es einem aber auch wirklich nicht schwer) und erfahre viel Dankbarkeit seitens der Familie Singh, die Gründer und Leiter der Schule. Was will man mehr für den Anfang ;-)

Erste Impressionen aus dem Zug bei meiner Ankunft

Erste Impressionen aus dem Zug bei meiner Ankunft

Armut in Indien

Armut in Indien

Müllberge noch und nöcher - die Schweine mittendrin

Müllberge noch und nöcher – die Schweine mittendrin

शुभ यात्रा  – Gute Reise!

 …und viele schöne Momente, wertvolle Erfahrungen und tolle neue Eindrücke.
Für 3 Monate wird Annelie ein Schulprojekt in Dehradun am Fuße des Himalaya unterstützen. Wir freuen uns schon jetzt auf deine ersten Blog-Einträge!

Time to say “Kwa Heri Tanzania” for Rick

Wednesday, 18 June 2014
Ending my 5 weeks work t KCC and saying farewell
Suddenly my five weeks in KCC are coming to an end. With this in mind I spent three full days before going to Zanzibar finishing various pieces of work and preparing my report and recommendations for the Directors but also for Molly’s Network who started the organisational development process and will accompany it in the next year or so.

I was rather frustrated for some of this time as I had little contact with my main partners in KCC. Rashid was on a course (of the five weeks I have been around he was away for two) and Nas was totally preoccupied with the planning and visa applications for a 2½ month tour in the Autumn in Germany, Austria and Slovenia with 7 of the acrobats/dancers, all courtesy of KinderKulturKaravane (sounds a very interesting organisation and another reason to go to Hamburg some time). How would KCC ever manage to carry on what we’d started when we seemed to be halting even when I’m around? I know from personal experience how demanding this organisational development process will be and how easily one can get distracted by everyday concerns. Wasn’t I being totally unrealistic to think I could just come round for five weeks, inject a bit of Vitamin-whatever and think KCC could just carry on where I left off?

Perhaps it was inevitable that I would have serious doubts towards the end of my time here, as it became clearer what I wouldn’t have time to do and where the challenges for the directors would be. Happily two things raised my spirits. Firstly a good talk with Nas, where I realised how far we’d come and how much he’d taken on board. Just listening to him reminded where we had been just four weeks ago. I’d already forgotten the big discussion we had had almost as soon as I’d arrived. Rashid and he were planning to tell the volunteers how high the allowance would be which they should receive, even though it was far from clear that KCC would ever get any more money from TANZICT to finance it (see blog “Money, the source of so many problems, also here“ for more about that story).

On a scrap of paper they had written down lots of names and how much money they thought each should get, all in preparation for a volunteers’ meeting three days later. It was soon clear that they’d overseen some names, that the Board of Directors hadn’t been informed let alone had it decided on what was being proposed in its name and that the criteria behind their proposals were far from clear and probably wouldn’t stand much scrutiny from a potentially critical audience. All of this was being done under the pressure (which turned out to be self-imposed) that they must tell the volunteers something. Luckily I could convince them that this was unwise and even counter-productive given the problems the last time money was available to be distributed. Looking back on this episode now, it was as if Nas and Rashid were having a mild panic. Because of their own feelings of weakness and maybe guilt (as they had managed things so badly last time, even though the main ‘culprits’ were no longer around) they were assigning the volunteers with too much power and at the same time not taking on their responsibility as directors. Since then I’ve been hammering home the importance of realigning the power structure; that is, the necessity of consulting and informing the volunteers and members but that they as directors must make the management decisions at the operational level. Talking to Nas made me realise how much more resilient he had become. Four weeks ago he was considering resigning and now he was ready to take on the responsibility and was looking forward to improving their management; in his words, he felt strong again!

The other development which helped me was finding out that a new Kenyan volunteer, Wangoi, was prepared and interested in taking on various tasks which I had started or recommended, as long as they were clearly defined and manageable. So I felt there would be some extra resources when I’d left.

Thus when it came to reviewing what we’d achieved in the past five weeks with the Board of Directors at their regular Monday morning meeting I was feeling a lot happier. I started my report though with a broadside blast on the way the Board has been very lax and careless about their financial control and reporting. Fortunately as I’ve often praised the work they do and been very understanding of the problems they’ve got into and certainly as we like and respect each other they could accept the criticism and, I think, take it to heart. I warned them if they didn’t tighten up their procedures and take more responsibility for their finances, then they will start to lose the backing of their supporters and donors and then they will soon have to shut up shop (the book keeping, for example, is in an unbelievable mess and there’s no way they could knock the accounts for 2013 into shape sufficiently to get them audited).

At the end of the Board meeting we had a round of more personal feedbacks and I was very moved by the words of appreciation I received. It was lovely to hear their new confidence and resolution to carry on what we’ve started. Nas said again how much stronger he felt; Rashid was happy that he now knows more clearly what he has to do and he wants to get on with it; Sakina admitted how out of her depth and helpless as Finance Director she had felt but now with the prospect of a new computer, book-keeping software and 5 days advice and coaching from an accountant she could wait to start. It sounded as if I had helped to remove a blockage in the system. Since then I’ve had a bit of time to reflect on this and realise now more deeply how the crisis around Christmas time had made them so unsure of themselves that they had become almost paralysed, as if they had suffered a slight trauma. I don’t know how the Board was before, of course, but when I arrived it was as if they weren’t able to make clear decisions and didn’t work as a unit. Obviously after such a short time they’re not yet out of the woods. At one stage in this meeting it felt like a problem had been found into which (nearly) everybody was being drawn, as if they were all firemen ready to put out a fire, rather than asking the director responsible if there was a fire at all or was it just a burning match and, if there was, could he manage it by himself. With so many suggestions for help even he had started to become unsure if he had a fire (I was sure he hadn’t).

In the afternoon some of the Directors with whom I went  with some of those with whom I had worked most (Nas, Rashid, Sakina and also Wangui) to meet Liz from Molly’s Network at the ex-pat and, by Kigamboni standards, expensive resort at Mikadi Beach for a small celebration and de-briefing. After lunch I presented my report detailing what we’d achieved and my recommendations on how to proceed. Liz and I see eye-to-eye on such things so there wasn’t much discussion. With so much consensus we were all cautiously optimistic about the future. We all confirmed that the timing of my visit, although not planned, couldn’t have been better. I told Liz that I felt that KCC wouldn’t have had the know-how and resources to pull themselves up by their bootstraps and that I thought Molly’s network should not just assess where an organisation needs to improve its management but also more carefully scrutinise if they are able to do the work basically on their own. (Molly’s Network provide mainly guidance and a structure, but nothing like what I’ve been able to contribute in the way of time and resources). Altogether we spent a very pleasant few hours chatting in a relaxed atmosphere in a lovely place.

My work wasn’t yet finished for the day though. In the evening I finally managed to meet Jeath, the one director who I hadn’t been able to meet as he has his own Safari Company for which he has to work a lot at the moment. I’d only had sporadic and brief contact with him by email. It was bit of a funny meeting as I was far more up-to-date about things in KCC than he was. I wanted not just to tell him what we’d been doing in the last few weeks, but I was also interested that he gets an idea of who has been influencing KCC so much in the last few weeks, in the hope that he can get into the spirit of the management developments when he gets back in a couple of months’ time. I also wanted him to hear my criticisms of some of the things the Board had done, things of which he had also been a part. I think it went okay.

And then it was time to leave! In the last few days I’ve been more and more looking forward to going home, in particular to see Beatrice, and Maurice, Simone and Florian. But when it came to saying good-bye I felt quite sad to go. I’ve had such a lovely time with such lovely people ……

A short holiday in Zanzibar and African Child Day

Tuesday, 17 June 2014
A short holiday in Zanzibar
So far I’ve only been in Dar es Salaam and its suburb Kigamboni. Last time I was in Tanzania I’d been to three National Parks, including the very impressive Ngorongoro crater, but near Dar es Salaam there’s nothing comparable, so it was okay not to do another safari. However I’d heard such good things about Zanzibar that I didn’t want to give that a miss.

Although Nas has been to many countries in Europe and Asia as an acrobat, he’d never been to Zanzibar although it is barely three hours by boat from Dar. So we arranged to go together for a few days at the end of my time here.

I had assumed that Zanzibar would be richer than on the mainland, partly from what I’d heard from others and partly as I’d heard that there’s a strong movement on the island to get independence from mainland Tanzania, as they feel they don’t profit enough from the income derived from tourism on the island. (Although if anybody gets the profit I guess it’ll be firms from abroad which run the hotels and bigger resorts).

But what I saw wasn’t like that. We didn’t stay in the touristy part but with William, a friend of Nas’, who lives about thirty minutes bus ride away from the centre (Stone Town) in an area even poorer than Kigamboni. (Hardly the usual destination for tourists: I didn’t see any other white-skinned people anywhere near the place in all the time we were there).

Zanzibar is noticeably more Arab and Muslim than the mainland with more women wearing veils or niqabs. Despite what the guide told me I felt a more uneasy atmosphere here. On the way to William’s home we passed a Hindu temple where the high perimeter walls with barbed wire had recently been reinforced with razor wire. I had images of police stations in Northern Ireland during the Troubles which–if my memories serve me well – also had razor wire for protection. And on our last day we heard that a bomb had been placed near a mosque killing one person and injuring three others. We were going to leave a few hours later anyway, but I was happy to leave after getting that news.

On a brighter note Stone Town was quaint, much in need of renovation unfortunately. I particularly liked the evening food buffet (for want of a better name) where we could wander from stall to stall admiring the food- mostly seafood – choosing what one wants and then having it freshly fried. All in a lovely evening ambience. The next day we took a boat ride to the nearby Prison Island which was only shortly a prison for its Arab owners who then sold it to the British who used it as a quarantine station after bubonic plague and yellow fever broke out in Egypt. Now it has a government owned hotel and a thriving group of giant tortoises, the oldest being 157 years young! I dived to the coral reef but as the waves were quite rough visibility was poor. To do the job properly I’d have needed more time and the proper equipment. Perhaps next time?

Another highlight of the trip – if you can call it that – was seeing the old slave market and the miserable conditions in which the slaves were kept before being sold. 50 in the small 3metre by 3 metre ‘room’ pictured here, the trench in the middle being used as a toilet. They had to sleep on top of each other. Over half of each batch used to die; the idea being to sort out the chaff from the wheat, as only the ones thought to be tough were considered good enough to be sold …….

My other memory will be of seeing the opening of the World Cup squatting on the floor with 30 other men and young lads watching a small screen with a picture of very bad quality and listening to a commentary which was fairly unintelligible and, I think, in French.  The reception kept on being interrupted but this didn’t stop the banter of the locals, most of whom didn’t seem to be so interested in the finesse of the game, but more in teasing the fans of the opposing team when their players missed a chance. Wonderful.

Wednesday, 18 June 2014
KCC plays the red piper on a day of the African Child
On Sunday I was able to experience a modern-day ‘Pied Piper of Hamlin’ happening hosted by KCC. Every year as their contribution to the Day of the African Child, KCC organises a procession starting from the centre which wends its way to a site for one of their performances. Led by 2 performers on stilts and accompanied by cacophony of percussion and singing mostly by Hassan, the shelter worker, children are drawn from their houses and join the procession. And this wasn’t just a gentle stroll, it was a fast walk, if not a canter (led of course by the men on stilts who of course thanks to their long legs could take long strides).
On one or two occasions I saw them asking permission from their parents and at least once I saw a mother remonstrating with her children and telling them to stay at home, but I think most of the kids just got caught up in the wonderful atmosphere and simply joined in! Four or five year olds carrying younger siblings on their backs; others losing shoes in the rush or because somebody had stepped on their sandals; irritated motorbike riders hooting their way past. All hectic and exhilarating.

Unfortunately when we arrived at the site there was a power cut – as so often here – and so we had to wait until a generator was organised and the momentum was rather lost. But when the entertainment started it was of the usual high standard and a lot of it: music, traditional dance, modern dance, hip-hop, drama, acrobatics, often with more than one team and performance. An afternoon filling event all performed by KCC members. After 5 weeks I’m still very impressed at what KCC manages to get together.

In 1976, thousands of black school children took to the streets of Soweto, South Africa. In a march more than half a mile long, they protested the inferior quality of their education and demanded their right to be taught in their own language. Hundreds of young boys and girls were shot down by security forces. In the two weeks of protest that followed, more than a hundred people were killed and more than a thousand were injured. 
To honour the memory of those killed and the courage of all those who marched, the Day of the African Child has been celebrated on 16 June every year since 1991, when it was first initiated by the Organization of African Unity (now the African Union).