Schlussphase meiner Beraterzeit für Lesedi la Batho und Rays of Hope

Seit vergangener Woche sitze ich über dem Schlussbericht zum Masterplan für Lesedi la Batho bzw. Rays of Hope. Damit ist die Schlussphase eingeläutet, und es hilft mir nun gar nicht mehr, die Augen davor zu verschließen: der so erfahrungs- und erlebnisreiche Aufenthalt hier in Südafrika nähert sich seinem Ende.

Einerseits macht es mir Spaß, nun (endlich) die vielen gesammelten Informationen richtig zu strukturieren, zu sortieren und nieder zu schreiben. Anderersets aber ist das bisweilen auch etwas mühsam, denn die Fülle der Themen ist groß, die inhatliche Verflechtung vielfach. Da helfen bei allem Ehrgeiz, es gut machen zu wollen, nur Geduld und Ausdauer.

Der eine Block des Masterplans wird sich mit den Erweiterungen bestehender sowie mit ganz neuen Aktivitäten befassen. Damit wird Lesedi la Batho wachsen und an Bedeutung gewinnen. Die zweite Säule beschreibt all die Maßnahmen, die notwendig sind, um Lesedi la Batho als Organisation für dieses Wachstum nachhaltig stabil zu machen. Lesedi la Batho hat mit derzeit fast 50 Mitarbeitern eine Größe erreicht, die stabile Strukturen mit klarer Arbeitsteilung und Delegation wie auch messbarem Management erfordert.

Eine besondere Freude ist, dass sowohl Chrisna und Loren als auch das Team in Mabopane mich tatkräftig unterstützen und diese Veränderung wollen. Sie sind es, die Lesedi la Batho zum besten Gemeindezentrum in einem Township der Region Gauteng, vielleicht sogar ganz Südafrikas machen wollen. Dabei hat LLB bereits heute einen guten Namen und ist gern gesehener Partner auch staatlicher Stellen.

Morgen werden wir im 5. Management-Workshop in Mabopane das für das Sponsoring wie auch fürs Management so wichtige, oft aber ungeliebte  Berichtswesen behandeln. Das messbare Planen und Steuern werden die beiden ersten ablauforganisatorischen Veränderungen sein, die jetzt eingeführt werden. Mit deren Hilfe kann Chrisna besser delegieren und darauf aufbauend nach und nach die neuen Aktivitäten starten.

Mir bleiben noch zweimal vier Arbeitstage. Das kommende Wochenende verlängere ich wie das eben zu Ende gehende (ich war im Krüger NP), um noch St. Lucia und seinen Naturpark am Indischen Ozean kennen zu lernen. Die Woche drauf werde ich bereits freitags abreisen …

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Die Zielgerade kommt in Sicht

Sechs von neun Wochen meines Aufenthalts hier in Südafrika sind nahezu vorüber. Erlebnis reiht sich an Erlebnis. Mein Erfahrungsschatz wächst täglich. Auch hielt ich schon drei Workshops zum Thema Projektmanagement und konnte dabei mit intensiven Diskussionen über die Vorgehensweisen manches meiner Erfahrung weiter geben. Die größte Herausforderung besteht für mich darin, die Köpfe der Mensche wirklich zu erreichen und ihnen Brücken zu bauen zu eigenen Lebenserfahrungen. Die Lernkultur hier ist eine andere als ich es von zu Hause gewöhnt bin: nur wenige machen sich wirklich systematisch Notizen. Meine Dokumentationen zu den einzelnen Workshops, die ich verteile und für die ich eigens für jeden einen Ordner besorgt hatte, bringen nur ca. 50% der Teilnehmer regelmäßig mit. So dauert es bisweilen, bis ich wirklich den verständigen Blick aufblitzen sehe. Und dann freue ich mich. Neulich arbeiteten wir Kennzahlen für den Output einiger Aufgaben Lesedi la Bathos heraus. Die leuchtenden Augen meiner Workshop-Teilnehmer sind meine Erfolgskennzahl!

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Mittlerweile kenne ich mich in Pretoria einigermaßen aus. Gestern am Wahlfeiertag radelte ich durch die Innenstadt. Vor den Wahllokalen hatten sich lange Schlangen gebildet, wie oben auf dem Rathausplatz zu sehen. Auch besuchte ich endlich mal den Bahnhof (s.u.), um als Bahner ein wenig Berührung mit dem hiesigen System zu bekommen. Nach allen Vorwarnungen meiner – weißen – Kollegen hier, die alle niemals die Bahn benützen, muss ich sagen, dass der Zustand ein deutlich besserer ist als erwartet.

Überhaupt ist die Sicherheitslage in Pretorias Innenstadt tagsüber nicht kritisch. Pretorias Innenstadt ist nur mittlerweile sehr fest in Händen der ohnehin sehr großen Mehrheit der Schwarzen, die anders leben als die kleine Minderheit der Weißen. Das wirkt manchmal befremdlich, weil alles viel chaotischer und schmutziger und vernachlässigter ist, aber unwohl fühle ich mich dort nicht. Die Menchen sind aufgeschlossen und neugierig, gerne zu einem Scherz aufgelegt. Freundlichkeit hilft auch hier, ganz schnell Abstände zu überwinden. Ich fühle mich in dieser Verhaltenseise sehr bestärkt!

Es gibt allerdings Gegenden in Pretoria und Umgebung, die ich besser nicht aufsuche, aber dorthin zieht mich auch nichts. Vom Auto aus habe ich da so manchen erschütternden Zustand gesehen bis hin zu Straßenschildern, die vor Überfällen warnen.20140507 09 Pretoria Bahnhof

Die Wochenenden nutze ich gerne und fast immer zu Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung. Am liebsten suche ich Parks mit Wildtieren auf. Daran kann ich mich nicht satt freuen.

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Diese Pausen brauche ich auch, um meine Gedanken und Eindrücke zu sortieren. Immer noch regen mich manche Erlebnisse sehr zum Nachdenken an. Auch die langen Autofahrten zu den Zielen eignen sich bestens für solch gedankliche Sortierarbeiten.

Das sich zunehmend heraus bildende Kaleidoskop-Bild aus den strukturellen Bausteinen des Masterplans, aus den Aktivitäten und den Möglichkeiten wie auch den Notwendigkeiten der Veränderung und des Wachstums von Lesedi la Batho beschäftigt mich zunehmend intensiv. Ja, die Zielgerade kommt schon in Sicht, auf der ich dann alles zusammen schreiben und in die in sich schlüssige Form bringen werde.

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Das Bild unten zeigt Chrisna, Loren und mich auf dem Empfang der schwedischen Botschaft anlässlich des 20. Jahrstages der freien Demokratie in Südafrika und der diesen Prozess fördernden Zusammenarbeit zwischen Schweden und Südafrika. Hintergrund: Eine schwedische Einrichtung gehört zu den Sponsoren Lesedi la Bathos.

Es gibt also viele Gründe, diese meine Auszeit als einmalig zu bezeichnen und weiterhin intensiv zu genießen!
20140429 05 Pretoria Schwed Botsch Chrisna Loren Joachim

Halbzeit

20140429 03 Mabopane 2. WS

Zum zweiten Management-Workshop in Mabopane war die Pastorin der Gemeinde, Dina Nkube, gekommen, eine würdige aber doch unkomplizierte und sehr herzliche Dame in blauem Hosenanzug. Sie eröffnete unseren Workshop mit einem Kirchengospel, den wiederum Sipho mit seiner kräftigen Stimme anführte. Danach hielt sie eine kurze Predigt, die alle Regeln der Rhetorik ausspielte und zum Beispiel die Wiederholung von kurz gefassten Kernaussagen seitens der Gemeinde einforderte. Entsprechend leidenschaftlich gingen die Teilnehmer mit, war auch ich berührt. Als Thema hatte sie die Geschichte Abrahams ausgewählt, den Gott aufgefordert hatte, das Land Chaldäa zu verlassen und zu neuen Ufern in Kanaan aufzubrechen, dazu alles Liebgewonnene zurück zu lassen und sich zu öffnen für Neues. Denn nur durch das sich Lösen vom Gewohnten kann es Fortschritt geben. Ich fand das einerseits herrlich passend für unsere Workshops, die ja neue Fähigkeiten und Chancen für diese Menschen vermitteln sollen! Aber natürlich fühlte ich mich auch selbst angesprochen, denn seit viereinhalb Wochen erlebe ich täglich Neues in völlig neuer Umgebung – und lerne so viel dazu!

20140429 01 Mabopane 2. WS

Ich bin jeden Tag aufs Neue froh, das Sabbatical angetreten zu haben und mich einer ganz anderen, ja gerade dieser Aufgabe bei Lesedi la Batho zu widmen. Nun ist schon Halbzeit meines Aufenthaltes hier in Pretoria. Ein erster Hauch von Wehmut schleicht sich ein, denn jetzt, vom Berg des Zeitbogens aus, kann ich das Ende schon erahnen.

Einerseits spüre ich mit wachsender Brisanz, mit meiner Aufgabe tatsächlich pünktlich fertig werden zu wollen (gerade wegen dieses Kitzels werde ich das schon schaffen), andererseits frage ich mich zunehmend, welche Lehren ich aus dieser ganz neuen Erfahrung vor allem für mein Berufslebens ziehen möchte. Eines weiß ich jetzt schon noch mehr als vorher zu schätzen: was für eine spannende und ausfüllende Aufgabe ich zu Hause habe, und wie sehr gerne ich mit meinem Team zusammen arbeite. Und auf das gute, wertschätzende, fürsorgliche und fördernde Miteinander kommt es an, wenn man nach Kanaan unterwegs ist. Und wer ist das nicht in dieser Zeit, in der Veränderung die einzige Konstante ist?

Der erste Workshop zum Thema Management mit dem LLB-Team in Mabopane

Der heutige, erste Workshop über Management mit dem Team der “Activity-Leaders” und einigen Potenzialträgern von Lesedi la Batho war ein richtiges Gemeinschaftserlebnis. Die Verbindung vom Team nicht nur zu Chrisna und Loren, sondern auch zu mir Neuling aus dem fernen Deutschland, kam schnell zustande. Es gab rege, teilweise lebhafte Diskussionen, ich habe so viel Identifikation mit Lesedi la Batho erfahren, toll!

Was mich besonders erstaunte: fast alle hatten sich ein wenig heraus geputzt. Ich kam mir in der Rolle des Workshopleiters in den Jeans etwas zu leger vor. Und alle(!!) waren pünktlich um 10.00 Uhr im Saal. Und pünktlich um 14.30 waren wir mit dem Programm des Tages durch! Ist das nicht vorbildlich?

Loren begann mit einer spielerischen Vorstellungsrunde. Anschließend redete ich mit dem Team über Lesedi la Batho: was ist LLB und was macht es erfolgreich? Eine sehr lange Liste entstand, der Stolz der Teilnehmer war richtig zu spüren. Am besten gefiel mir: “Lesedi la Batho, das sind wir.” 

Nach der Vorführung der auf Youtube neu eingestellten Filme über LLB, die viel Anklang fanden und manchen lustigen Kommentar hervorriefen, gab Chrisna einen Überblick über alle Aktivitäten. In der Diskussion dazu kamen etliche gute Ideen auf, wie sie weiter entwickelt oder gar ergänzt werden könnten. – Toller Input für den Masterplan LLB.

Dann goss ich etwas Wasser in den Wein: all die guten Ideen wie auch die laufenden Aktivitäten brauchen ein gutes Management. Was ist das? 

In vier Gruppenarbeiten entstanden mit viel mehr Eifer als geplant, sogar unter Dreingabe eines Teils der Mittagspause, Listen mit im Schnitt 10 Punkten zur Frage, was die Aufgaben eines Managers sind. Da manche – entgegen meines Plans – auch das nächste Thema der Skills der Manager mit einbezogen, hatten wir gleich das ganze Spektrum :-). Und es wurde in der Diskussion zu den Gruppenpräsentationen recht emotional! Es gibt deutliche Erwartungen, das Wort Leadership fiel mehrmals in Abgrenzung zu rein autoritärer, ansagender Führung.      

Andererseits nannten Teammitglieder Punkte, die gutes Management definitiv nicht enthalten sollten. Von diesem klaren Bild war ich recht angetan. 

Nächstes Mal werden wir diese Sammlung dann in Aufgaben und Skills sortieren und diese darin klassifizieren und ausdefinieren.

Dann werde ich auch die Frage stellen, wie der Anspruch in das tägliche Tun jedes Einzelnen übertragen werden kann. Denn darum geht es: wie können diese Mitarbeiter von LLB mehr Managementverantwortung übernehmen und ihre Aufgaben eigenverantwortlicher weiter entwickeln?

Sorgen über die weiteren Workshops mache ich mir nun kaum noch, es gibt ja offensichtlich prima Voraussetzungen. Übrigens: gerade die Trainer der Fußballteams an den Schulen waren mit besonders klaren Vorstellungen dabei.

Maggies Bäckerei sorgte für das leibliche Wohl, was natürlich auch gut ankam.

Und jetzt? Nächsten Dienstag geht es weiter. Bis dahin muss ich noch einiges vorbereiten, aber bei der Resonanz, da macht das doch Spaß.

Unten: zum Gruppenfoto rufen alle “Lesedi”! 

Neben der Arbeit für Lesedi la Batho finde ich auch Zeit für herrliche Ausflüge. Über die Osterfeiertage hielt ich mich zum Wandern in den Drakensbergen auf. Das Foto soll Symbol für diese einzigartige, zum Weltnaturerbe zählende Landschaft sein.

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Lesedi la Batho – Licht für die Menschen in Mabopane

Ich möchte heute gerne durch die erwähnten 7 Bereiche der Aktivitäten von Lesedi la Batho in Mabopane führen.

Auf dem Foto links ist die Straßenfront des Gemeindezentrums zu sehen mit dem Autowaschplatz, einer Geschäftsaktivität, die erst am Anfang steht und mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat, da die Mädels, die das betreiben, nicht jeden Tag kommen und z. B. auch noch kein Werbeschild angebracht haben. Vielleicht wird daraus einmal der achte Bereich der Aktivitäten, verbunden mit einer Autoreparatur?

Der Eingang zum Gelände ist rechts beim weißen Auto.

Von dort aus ergibt sich der Blick auf den unten abgebildeten Hof mit den beiden langgestreckten Gebäuden, in denen nicht nur LLB untergebracht ist.

Links ist der Informationstisch zu sehen, an dem auch Tageszeitungen ausliegen und wo man Unterstützung bei der Jobsuche und Bewerbung bekommen kann.

1. die Social Enterprises: Bei den grünen Stühlen ist das erste Unternehmen der Social Enterprises untergebracht: 1a die Bäckerei mit dem Café (heute wieder eine herrlich lockere und noch warme Zimtschnecke gegessen!). Gegenüber arbeitet das Team von 1 b der Näherei und des Perlenhandwerks. Dort entstehen jedes Jahr 10.000 Teddybären, auch Schürzen, Perlenstickereien und andere bunte Perlenprodukte (Tiere, …)

Hinter der Bäckerei sind 1c die Kleinkinder in der Baby Day Care und Health Care untergebracht. Das sind vorwiegend Kinder von Teenager-Müttern, die derweil in die Schule oder zur Arbeit gehen können. Das Zentrum bietet aber auch Unterstützung bei der Erziehung und Kleinkindpflege und Ernährung an.

Wiederum hinter dem Baby Day Care-Zentrum liegt 1d das Computer-Trainings-Zentrum, wo Jugendliche und Erwachsene die Benutzung von Computern und gängigen Programmen sowie des Internets erlernen können. Heute gab es dort auch eine Schulung zur Nutzung geeigneter Internetseiten zur Jobsuche.

Im Schulungsraum ist – leider – auch das Möbellager untergebracht, in dem sich gut gemeinte Möbelspenden stapeln, die aber von Anfang an unbrauchbar, weil kaputt sind. Da würde Aufräumen helfen, umso mehr, da gleichzeitig Platznot herrscht. Ein Nebenthema in meinem Masterplan für LLB.

Noch weiter hinten, immer noch auf der rechten Seite, ist der allgemeine Trainingsraum, wo 2. das Gesundheitsprogramm seine Schulungen abhält. Dabei geht es um Aus- und Weiterbildung der Sozialarbeiter und Sport-Coaches, damit sie den Kindern an den 7 High-Schools in Mabopane wie auch ihren Lehrern und Eltern die Vorsorge zur Vermeidung von Krankheiten wie TB und HIV beibringen, ihnen aber im Falle der Erkrankung auch Beratung geben, wo sie sich behandeln lassen können und wie sie sich zu verhalten haben, um zu genesen und andere nicht anzustecken. In diesem Raum wie auch im Hof des Gemeindezentrums gibt es 3. die Schulungen zum Sport-Programm, in dem es fast ausschließlich um das von der deutschen GIZ geförderte Fußballspielen geht. Auf dem Bild unten mit mir im Vordergrund (bitte T-Shirt beachten!) sind gerade die Sport-Coaches beieinander. Weitere Bildungsprogramme sind 4. das Berufsbildungsprogramm, das 12 Wochen dauert und neben theoretischen Schulungen auch praktische Ausbildung in den vier Social Enterprises umfasst und mit einem Zertifikat endet.

Als 5. ist das Teenager-Schwangerschaftsberatungsprogramm zu nennen, in dem Teenager-Müttern geholfen wird, mit der Erkenntnis der Schwangerschaft umzugehen (Kind bekommen, zur Adoption frei geben oder abtreiben?), Kindererziehung zu erlernen (s.o.), aber auch Unterstützung im Umgang mit Schwangerschaft und Kind in ihren meist kritischen sozialen Umfeldern. Als 6. ist das Anti-Gewalt-Programm zu nennen, in dem Kinder und Jugendliche lernen, sich gegen häusliche und andere Gewalt zu wehren.

Der 7. Bereich der Aktivitäten widmet sich der Kunst und dem Kunst-Handwerk. Auch der Bereich ist noch neu, aber schon recht aktiv. Die drei letzten Angebote gibt es weitgehend direkt an den 7 High Schools.

Chrisna und seit einem Jahr auch Loren haben da ordentlich was auf die Beine gestellt. Und das  – das muss ich bewundernd anerkennen – ganz aus sich heraus und fast ausschließlich mit ganz persönliche Einsatz und Mikromanagement. Bevor es an weitere Aufgaben gehen kann, heißt es, ein Management aufzubauen, sonst fällt bald einer der 7 Jonglierbälle runter. Das wie auch ein solider Entwicklungsplan für weitere Ideen sind meine spannenden Aufgaben!

Erste Eindrücke meiner Sabbatical-Zeit bei Lesedi la Batho

im Büro im Loftus Sradium, Pretoria, jetzt besteht das Team für 2 Monate aus 5

Maggie´s akery

Baby Day Care

Lesedi la Batho – Light for the people.
Nach einer Woche Miterleben und Beobachtung steht eines schon fest: diese Organisation lebt und bewegt viel. Chrisna Groenewald und Loren Miller arbeiten mit Leib und Seele für die Projekte, die sie in den letzten Jahren ins Leben gerufen haben. Langsam durchdringe ich die Vielfalt und konnte schon viel über die noch nicht umgesetzten Vorhaben und Träume erfahren. Ich habe großen Spaß an der Analyse und der Strukturierung der Tätigkeiten und werde dabei mitgerissen von der Energie und Begeisterung Chrisnas. Wo immer ich hinkomme, erlebe ich herzlichstes Willkommen gepaart mit dem südafrikanischen sonnigen Gemüt. In dieser Umgebung kommt mir meine Tätigkeit gar nicht wie Arbeit, sondern wie eine willkommene Abwechslung und Anregung vor. Wie weit ist mein Berufsalltag zu Hause in Deutschland schon weg! Diesen Abstand wollte ich mit meinem Sabbatical gewinnen und spüre schon jetzt, wie gut und richtig und wichtig diese Entscheidung nach fast 30 Jahren Berufstätigkeit für mein Unternehmen ist.

Es ist schön, mein dort gewonnenes Können in diesem für mich so anderen Umfeld der sozialen Aktivitäten einzusetzen und dabei selbst vielleicht am meisten zu lernen: über die Kultur Südafrikas und insbesondere im Township Mabopane, über die Begeisterung und den Idealismus all der Menschen, die für Lesedi la Batho arbeiten, über die Inhalte der sozialen Projekte und Unternehmungen, über die sozialen Strukturen und Verhältnisse der Menschen in Mabopane und was es alles braucht, um menschenwürdige Verhältnisse für die Bedürftigen zu schaffen. Am meisten beeindrucken mich im Gemeindezentrum zum einen die Babystation, in der Kleinkinder vorwiegend von (sehr jungen!) Teenager-Müttern betreut werden, so dass die jungen Mädchen / Frauen ihre Ausbildung fertig machen können und die Unterstützung für die Kindererziehung bekommen, die ihre Familien meist nicht zu geben bereit sind, zum anderen Maggies Bäckerei mit Café, die sich als soziales Unternehmen schon weitgehend selbst trägt und sich zum Magnet und zur Begegnungsstätte vieler Menschen entwickelt hat. Maggie bildet dabei mit Begeisterung andere Frauen im Beruf des Bäckers aus und steckt voller Ideen, wie sie ihr Geschäft ausbauen kann. Andere Initiativen haben bis dahin noch einen weiten Weg vor sich.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Seit Sonntag ist ein weiterer Berater auf Zeit im Einsatz. Joachim wird für die nächsten 8 Wochen in einem Community Projekt in Pretoria, Südafrika gemeinsam mit dem Team den Masterplan für die nächsten 5 Jahre erarbeiten. Schon jetzt lautet die Aussage unseres Projektpartners vor Ort: “Ihr habt uns den richtigen Mann zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geschickt!” Wenn das kein guter Start ist?

Von Zeit zu Zeit wird uns Joachim hier an seinen Erfahrungen und Eindrücken teilhaben lassen. Wir freuen uns darauf, dich zukünftig via Blog ein wenig bei deiner Arbeit zu begleiten!

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Als Berater auf Zeit in Tanzania

Elke Dieterich, Marketingleiterin kündigt 2009 ihren Job und geht für 7 Monate als Beraterin auf Zeit in ein AIDS-Waisen Projekt nach Tanzania.

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