Karibu Tanzania Steffi und Phil

Karibu Tanzania hiess es für Steffi und Phil Ende Oktober. Eine Woche haben sie mit mir in Dar-es-Salaam verbracht, die schönen Seiten gesehen, aber auch einmal hinter die Kulissen schauen können.
Ihr Feedback möchte ich euch nicht vorenthalten…


„Liebe Elke,
wir möchten uns ganz herzlich bei dir für die Karibu-Tanzania-Woche bedanken. So bunt und vielfältig wie Tanzania ist, genauso bunt und vielfältig war unsere Woche mit dir. Mit deinem Netzwerk und deiner offenen, herzlichen Art hast du uns einen Einblick in das „Real Tanzania“ gegeben.
Das Spaghetti-Kochen über dem offenen Feuer gemeinsam mit den Waisenhaus-Kids, die abenteuerlichen Bajaji-Fahrten durch strömenden Regen, die leckere Tamarinde-Mango-Suppe und natürlich auch der Blick aufs türkisene Meer sind nur einige wenige der Wahnsinns Erinnerungen, die wir von der gemeinsamen Woche mitnehmen. Du hast alles super organisiert und wir haben uns mit dir und all deinen Freunden hier sehr wohl gefühlt.
Asante sana Elke! 
Keep up the good work!
Steffi & Phil“


Liebe Steffi, lieber Phil,
es war toll euch hier zu haben und euch ein wenig am tansanischen Leben teilhaben zu lassen. Ihr seid großartig gewesen. Ihr habt alles mitgemacht, hattet keinerlei Berührungsängste, dafür aber viele Ideen und Impulse. Danke dafür – auch im Namen von Daniel und den anderen Menschen, die ihr in der Woche getroffen habt.
Karibu tena! Elke


Wer nun Lust bekommen hat, sich selbst einmal abseits der Touristenpfade zu bewegen… Karibu Tanzania ab Ende Januar 2018!


#1 Postkarte aus Mwanza_Tansania


Heute: Dünnpfiff. Mit allem pipapo. Ein demoralisierender Sonntag im Hotel-Bett, mein zweiter Sonntag in Mwanza. Mit mehr als 600.000 Einwohner ist Mwanza, besser Großraum Mwanza, nach Dar es Salam die zweitgrößte Stadt in Tansania und an dem überwältigend schönen Viktoriasee gelegen. Drama. Die Gedanken nach Hause werden größer an solchen Tagen. Immer wieder bin ich in den sozialen Netzwerken unterwegs, meine Verbindung zu meiner Welt. Die Wertschätzung für das, was ich kenne, brauche, habe, erhöht sich zurzeit. Frischer Röstkaffee, stabiles Internet, geordneter Straßenverkehr, Freunde, Familie. Nach mehr als zwei Wochen in Ostafrika ist der Schalter noch auf Durchhalten gestellt. Manchmal ploppt die Frage auf, was ich hier eigentlich tue. Ich hoffe, ich stelle bald um auf: mehr Humor, Leichtigkeit, Freude. Ein Schritt in diese Richtung könnte sein: Ich habe mich via airbnb bei Anne, einer niederländischen Physiotherapeutin, die seit 15 Jahren in Mwanza u.a. mit Kindern mit körperlichen Einschränkungen arbeitet, eingemietet. Eine weitere Perspektive auf den hiesigen Alltag, Empfehlungen was ich unternehmen kann, Unterstützung bei der Einschätzung von Alltäglichem. Röstkaffee.

Community Work: erste Eindrücke

Mein neues Büro/My new office: Fadhili Teens Tanzania

In der vergangenen Woche erste Einsätze im Außendienst. Die Woche davor war ich vor allem im Büro von Fadhili Teens Tanzania (FTT), einer kleinen Nichtregierungsorganisation (NGO) mit einer Vielzahl von Aktivitäten zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere Mädchen und jungen Frauen, im Sinne von gesellschaftlicher Inklusion und Ermutigung. Fadhili Teens ist ein lokaler fünfköpfiger Organismus auf einem mir unübersichtlichen Markt an Nichtregierungsorganisationen – alle wollen helfen – im Land. Fadhilis Stärke liegt in der Communityarbeit. Zugleich ist die Organisation mitten in einer Diskussion für ein konkreteres Mission Statement und wird darin durch einen externen Berater unterstützt. Das Strategiepapier soll für die nächsten fünf Jahre Multiplikator*innen wie die Projektförderer United Nations Development Programme (UNDP) und Liliane Foundation davon überzeugen, dass die Themen und Arbeitsweisen von Fadhili Teens finanzielle Unterstützung benötigen. Heute etwa habe ich erfahren, dass schwangere Teenager hierzulande nicht mehr zur Schule und nach der Geburt des Kindes nicht zurückkehren dürfen. Der tansanische Präsidenten John Magufuli hat dies im Juli verkündet. Menschenrechtsorganisationen laufen Sturm.

Mehr Sichtbarkeit jenseits eines Roll-up

Wenig von dem, was Fadhili Teens tut, ist sichtbar. Außer einem Roll-up mit Logo in dem 15 Quadratmeter-Büro, einem knappen Mission Statement und einem Organigramm, keine Website, keine Social Media-Aktivität, kein Flyer, kurz keine Plattform, in der die aktuell fünf Projekte zwischen Öko-Toiletten in Kindergärten und Grundschulen sowie Mädchenarbeit in knapper Form in Kisuaheli und Englisch dargestellt sind. Presseresonanz gibt es – dies nur nebenbei – in einem Land mit einer vielstimmigen Presselandschaft. Für die Schaffung von mehr Sichtbarkeit bin ich angefragt, seit langem verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des tanzhaus nrw in Düsseldorf. Nur so viel: Ich habe bislang nur einen Hauch von Ahnung, was zwischen Power Point-Präsentation und Website für eine tansanische Organisation wie Fadhili Sinn macht. Ein freundliches und langsames Eingewöhnen im Office mal mit, meistens mit weniger Internet wurde mir durch meine fünf Kolleg*innen Athanas, Vivi, Emi, Anitha und Stella möglich gemacht. Nebenan ein Kiosk und ein Metzger, gegenüber der Mittagstisch von Mama Mele und – ganz wichtig – Judith aus dem Hinterhaus, die uns mit sauberen Tassen für Nescafe, Chai und Wasser sowie auf Bestellung mit Chapati, der tansanischen Variante des Fladenbrotes, versorgt. Eine meiner ersten bitteren Erfahrungen? Mein Englisch ist nicht wirklich gut, das meiner Kolleg*innen jedoch – zumindest was die Aussprache angeht – stellt eine weitere Herausforderung für mich dar. Dass Kenntnisse des vorherrschend praktizierten Kisuaheli hierzulande die Voraussetzung sind, um überhaupt in Kontakt zu kommen, hatte ich unterschätzt. Ich habe heute meine Kolleg*innen darum gebeten, mir täglich einige Minuten ihrer Zeit für ein paar Übungen in ihrer Sprache zu geben.

Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht

Community Activist Herrmann, Mama Brenda, Community Activist Margarete (v.o./from up), Mwanuua (großes Bild/big picture)_Fotos: fadhili teens tanzania/vu

Endlich also raus! Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen und „Field Workern“ Vivi und Emi von Fadhili Teens machen wir Hausbesuche bei einer Reihe von Menschen, die regelmäßig Unterstützung durch die Organisation erhalten, darunter Manyasi, Brenda, Zainabu, Harima und Mwanuua. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Implementierung und Unterstützung von sogenannten „Community Activists“, die Mädchen und Frauen zumeist in ländlichen Regionen auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und sozialen Status begleiten, darunter Margarete und Herrmann. Ja, Herrmann. Die Kolonialgeschichte Tansanias ist auch eine deutsche. So erhalte ich von zwei Projekten von Fadhili Teens und damit von einem Teil der hiesigen Realität einen ersten unmittelbaren Eindruck vor Ort. Ein Projekt nennt sich „Child Support“ und stellt Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Einschränkungen aus ärmsten Verhältnissen in den Mittelpunkt. Weit außerhalb Mwanzas lebend, manchmal versteckt und häufig ohne Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und sozialer Teilhabe. Ausgehend von der Methodik „Community Based Rehabilitation“ (CBR) werden Familien, oft Klein-Bauern, ermutigt, beraten und und mit einer finanziellen Unterstützung, die zur Selbsthilfe beiträgt, gefördert. Das andere Projekt „Safe, Healthy and Productive Communities for Tanzanian Girls and Younger Women“ konzentriert sich auf das Themenfeld Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen wie Missbrauch, körperliche Übergriffe, Vergewaltigung und Selbstausbeutung. Gemeinsam mit einer größeren lokalen Organisation, den Amani Girls, mobilisiert Fadhili Teens Community Activists, zu denen neben Margarete und Herrmann in den Districts Mago und Kongolo viele andere Menschen zählen. Sie vermitteln jungen Frauen in sogenannten „Clubs“ sowie in Schulen mit einfachen Bildern Visionen jenseits von einer viel zu oft unfreiwilligen Mutterschaft. Logistisch und zeitlich sind die Haus- und Schulbesuche aufwändig. Die Menschen wohnen weit draußen, in Dorfgemeinschaften, die ich bei jeder dieser langen Fahrten hinaus als faszinierend erlebe. Die Straßenverhältnisse sind schlecht, die öffentlichen Verkehrsmittel wie das Dalla-Dalla meist überfüllt und wenn nicht, wird so lange nach Kundschaft gesucht, bis es voll ist. Das Dalla-Dalla ist das meist benutzte Transportmittel in Tansania, ein japanischer Kleinbus in einem technisch maximal ausreichenden Zustand, dafür aber gerne mit Solar TV oder Louis Vuitton-Imitat-Bezügen ausgestattet. Zu schnell, zu eng, aber eine der schönsten Möglichkeiten, Land und Leuten näher zu kommen. Häufig hilft nur noch ein Piki-Piki, eines der unzähligen Motorrad-Taxis, die dich fast überall hinbringen, oder der Rücksitz eines Fahrrad-Taxis. Geht doch.

„We call it double disability“

Da ist etwa Manyasi, 19 Jahre und mit umgedrehten Käppi unterwegs. Man hat ihm als Kleinkind wegen einer Krebsdiagnose den rechten Unterschenkel amputiert. Wir treffen ihn in einer Mini-Werkstatt an, ein im Dorf platzierter Kiosk mit Durchreich-Theke. Hier finden zwei Menschen Platz, Manyasi und ein junger Mann vom Fach, der sich auf die Konstruktion von einfachen elektrischen Zusammenhängen versteht. Der Mann vom Fach erhält für die Betreuung „kleines Geld“ von Fadhili Teens, so dass Manyasi aus dem Haus kommt, sein Recht, etwas lernen zu können erhält, und so Teil eines ökonomischen Struktur werden kann. Wir haben kurz zuvor Manyasis Familie besucht, die in einfachsten Verhältnissen lebt, irgendwo weit draußen. Zu fünft auf minimalem Raum, keine Privatsphäre, für mich unvorstellbar. Die Eltern schlafen immerhin in einem Doppelbett, soweit ich das in der Dunkelheit des geschätzt zehn Quadratmeter großen Hauses erkennen kann und ich vermute, die Enkeltochter, das Kind eines der Töchter von Mama Manyasi, darf da auch noch rein. Die Tochter ist weg, niemand weiß so genau wohin, das Kind ohne Vater. Im kahlen Vorraum dann ein blaues zusammengepresstes Netz nur, das als Moskitonetz dient, und ein Stück Schaumstoff. Manyasis Matratze. Es gibt elektrisches Licht, das er selber konstruiert hat. Mama Manyasi, eine beeindruckende Frau, die das finanzielle und soziale Wohl dieser Familie spürbar verantwortet, zeigt mir die Prothesen ihres Sohnes. Sie haben nie zu irgendetwas getaugt. Außer vielleicht Menschen wie mich zu empören. Einfachste Holzprothesen, die mir beim Anschauen schon weh tun. Manyasi hat sie wegen der Schmerzen nie getragen. „We call it double disability“ hat mir Athanas Evarist, der Leiter von Fadhili Teens, später gesagt. Die Armut gekoppelt mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung lässt die Menschen insbesondere in den ländlichen Regionen in Verhältnissen ohne irgendeinen Gestaltungsraum zurück.

Immer wieder: Single Moms

Harima (großes Bild/big picture), eine Freundin von/a friend of Mama Zainabu, Mama Manyasi (v.o./from up)_Fotos: fadhili teens/vu

Und da ist Brenda, die wir im weiteren Umfeld von Mwanza besuchen. Die Zwölfjährige ist mit einer schweren zerebralen Lähmung auf die Welt gekommen. Wie diese Hirnschädigung bei ihr entstehen konnte, zumeist – so Wikipedia – durch Sauerstoffmangel kurz vor oder während der Geburt erklärbar, kann mir niemand sagen. Sie spricht nicht, versteht vielleicht etwas, braucht für alles, für die Nahrungszufuhr, für die Körperhygiene für den Toilettengang Hilfe, sitzt – immerhin – aufrecht in einem rosa Kleid sichtlich abgemagert in einem zu großen einfachen Rollstuhl und schaut uns – ich erlebe es so – vorwurfsvoll an. Die Hände und Füße sind schmal und weisen wie vieles andere auf eine bestimmte Form der Zerebralbewegungsstörung hin. Und wieder diese Düsternis im Raum, nicht viel größer als acht Quadratmeter, in dem das Bett den meisten Raum einnimmt, in dem alles dieser dreiköpfigen Familie untergebracht ist. Hier sehe, spüre und rieche ich die Armut. Mama Brenda ist wie so viele mit einem Kind mit Einschränkung eine Single Mom. Fadhili Teens hat Mama Brenda mit einer einmaligen finanziellen Start-up-Förderung unterstützt: Sie verkauft jetzt Gemüse, Kohl, Zwiebeln, grüne und weiße Paprika und Tomaten, drei Minuten von zuhause entfernt und erwirtschaftet so ein Einkommen. Als ich Vivi um eine Einschätzung dessen bitte, was er hier aktuell vorfindet, was quasi sein Erfolgskriterium ist, lautet die Antwort: Mama Brenda hat sich durch ihr Einkommen ein Mobiltelefon gekauft und uns vor Kurzem von einer Krankenstation anrufen können, um uns um Hilfe zu bitten. Brenda hatte sich ihre linke Hand verletzt, indem sie in die Speichen ihres Rollstuhles gekommen war. Mama Brenda war es möglich, sich selbstständig auf einer Krankenstation Hilfe zu holen. Und: Sie hat uns benachrichtigt. Ein Erfolg.

Von Harima und Mwanuua

Ein anderes Mädchen mit einer Zerebralparese sitzt vor dem Haus, als wir kommen, und lächelt. Sie lächelt durchweg während unseres Besuches und eine Kontaktaufnahme zu ihr ist möglich. Harima ist 25 und kann selbstständig laufen, hilft im Haushalt und entlastet ihre Mutter so. Das ist viel und eine überzeugende Argumentation gegenüber den Müttern, sich auf ein Hilfsprogramm für ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen einzulassen, erzählt mir später jemand mit viel Praxiswissen. Die Wege sind weit und kosten Zeit und Geld. Auch hier unterstützt Fadhili Teens die alleinerziehende Mutter durch einen einmaligen finanziellen Zuschuss, den sie in eine Art Mini-Stand zwei Minuten vom Haus entfernt investiert hat. Und ihre selbstgemachten Krapfen sind gut! Zainabu hingegen treffen wir an diesem Tag nicht an, weil sie noch in der Schule ist. Dafür aber ihre junge Mutter, wieder eine Single Mom, mit einem Baby auf dem Rücken. Wir bleiben nicht lange und ich bedauere, das 14-jährige Mädchen, das eine starke Fehlstellung des rechten Fußes hat, nicht kennengelernt zu haben. Es bleibt der nachhaltige Eindruck von Mwanuua, einem Mädchen in Mwanzas Außenbezirk Kigombe, das ich am nächsten Tag kennenlerne und das sein linkes Bein als Kind durch einen Unfall verlor. Der Weg in ihr Dorf via Dalla-Dalla, mit kurzfristig behobenen Motorschaden, und später auf dem Rücksitz eines Fahrrad-Taxis ist für so viele hier Alltag. Für mich: ein Abenteuer. Vor der Lehmhütte, die bei Regen in sich zusammensinken muss, sitzen wir dann eine Weile und ich versuche, mit Mwanuua auf Englisch in Kontakt zu treten. Sie geht zur Schule, nur diese Woche nicht, und spricht deshalb ein bisschen Englisch. Spröd und deshalb faszinierend wirkt diese junge Frau – genauso wie ihre Mutter übrigens – wie sie mir mit Teenager-Ohrringen und Nasenpiercing und ihrer einfach zusammengesetzten unbehandelten Holz-Krücke, die nicht zu ihr passen will, gegenüber sitzt. Sie wartet auf eine Prothese.

Erfahrungsbericht von Angela Vucko

Aunt Fee in Nepal

Zum zweiten Mal haben wir einen Berater auf Zeit bei NCF Nepal in Pokhara.
Nach Izabella in 2014, unterstützt Fee nun für 5 Monate im Marketing und Verwaltung.

Im aktuellen Newsletter von NCF stellt sich Aunt Fee vor:

“End of last year I took the decision that I would like to do something different. I used to work for different industrial enterprises for the last 8 years and now I decided that it would be time for a social sabbatical to do something good. So finally, I traveled across the world to volunteer for an organization that is known as “Namaste Community Foundation, Pokhara” for five months in the beginning of May. To bring in my professional experience in helping in administration as supporting with annual reports, fundraising, updating website, generating a new presentation to present the whole foundation as well as presenting each dedicated program to support NCF to go a step further, translating official documents, writing biographies for each of the kids to be send to the godparents. Beside the administration work, for sure, I will also take some time to support the children home by playing with the kids, assisting in the kitchen at mealtimes, teaching and just having fun with them. Now I have already halftime and so far, I have the strong feeling that Namaste Community Foundation and especially the Children’s House is a place so full of love and laughter. The house mothers and “didis” do a great job providing guidance, love, and support to each of the kids – a true family experience. Working with the staff is an incredibly inspiring experience. Since the beginning the kids are calling me “Auntie Fee” and it is always nice to reach the children home and get greeted with a lot of smiling faces. I will do my best to support the organization during my remaining stay with my knowledge. I am happy to get the opportunity to play a small part in the building at Namaste Community Foundation.”
Always your Aunt Fee

Zum kompletten Newsletter…

Siem Reap/Kambodscha… Ich bleib dann mal länger!

Theoretisch wäre meine Zeit hier bei EGBOK und in Siem Reap inzwischen vorbei. Aber eben nur theoretisch. Praktisch habe ich meinen Aufenthalt hier um weitere 2 Wochen verlängert und meinen Aufenthalt in und um Kambodscha um einen Monat. Im Prinzip ist damit über meine aktuelle Situation und die vergangenen Wochen schon alles gesagt. Ich fühle mich so wohl und gut aufgehoben, dass ich mich entschlossen habe, länger zu bleiben.

Inzwischen ist es im EGBOK Haus sehr ruhig geworden, weil die Studierenden seit knapp 2 Wochen den zweiten Praktikumsteil ihrer Ausbildung absolvieren. D.h. sie sind alle für 3 Monate wahlweise in Hotels oder Restaurants, in denen sie all das praktisch umsetzen können, was sie bisher gelernt haben. In Vorbereitung darauf, wurden „Probe-Interviews“ abgehalten, bei denen immer ein Khmer-sprechender Kollege/Kollegin und ein „westerner“ anwesend sein sollten. Die Studierenden wurden jeweils einzeln in einen Raum gerufen, in dem dann eben u.a. auch ich saß. Ich weiß gar nicht, wer zu Beginn aufgeregter war, weil mir die Führung des Interviews obliegen sollte. Es gab eine Liste mit Fragen auf englisch, die sich auf die bisherige Ausbildung, aber auch auf einige eher persönliche Dinge, wie z.B. Fragen nach Familie, Geschwister bezogen. Diese Fragen hatten die Studierenden vorher auch erhalten und konnten sich entsprechend darauf vorbereiten. Das Ganze sollte dazu dienen, eine solche Situation zu simulieren und den Studierenden ein wenig mehr Selbstsicherheit zu geben. Insgesamt waren die Gespräche auf 3 Tage verteilt mit jeweils ca. 15 minütigen Interviews und einer anschließenden Einschätzung mit der Kollegin oder dem Kollegen. Besonders gut hat mir daran gefallen, dass ich die Möglichkeit hatte, etwas mehr über die Studierenden zu erfahren und ihnen ein wenig „näher“ zu kommen. Und da war die ganze Bandbreite dabei. Von eher schüchtern und nervös auftretenden Jugendlichen, die einfach alle Fragen auswendig gelernt hatten und nun alles runter beteten, was Ihnen im Gedächtnis geblieben war, über relativ entspannte Kandidaten bis hin zu wirklich beeindruckenden Gesprächen. Einige von ihnen erzählten auch sehr persönliche Dinge, wie beispielsweise vom Tod eines oder gar beider Elternteile, Zeiten bei Onkeln und Tanten oder in Heimen. Ich war jedenfalls von jeder und jedem einzelnen tief beeindruckt und wusste einmal mehr, warum ich hier war und von dem Projekt so begeistert bin.

Inzwischen ist meine letzte Woche angebrochen und obwohl ich mich natürlich auch darauf freue, wieder nach Hause zu fahren, fällt mir der Abschied auch sehr schwer. Ich hatte vor ein paar Tagen die Gelegenheit, den Studierenden hier einen kleinen Vortrag über mein Heimatland zu präsentieren und das war definitiv eines der Highlights hier. Zu sehen, mit welcher Begeisterung sie alle Informationen aufgenommen haben, wie interessiert sie nachgefragt haben, war einfach großartig und hat sehr viel Spaß gemacht. Als Höhepunkt des Ganzen habe ich (Klischee…Klischee…) einen Schnellkurs im „Schuhplatteln“ gemacht und die Studierenden und Kolleginnen und Kollegen waren so begeistert, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten. Ein tolles Erlebnis und für mich die schönste Art, mich von den Jugendlichen hier zu verabschieden. Es gab natürlich noch viele andere gemeinsame Erlebnisse, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann. Jetzt heißt es also Abschied nehmen! Ich werde noch ein bisschen in Asien bleiben bevor ich dann meine Heimreise antrete. Der nächste Beitrag wird dann wohl von Rückkehr und Rückblick handeln.

 

EGBOK – als Beraterin auf Zeit in Siem Reap/Kambodscha

Seit über zwei Monaten bin ich nun als Beraterin auf Zeit für EGBOK (Everything’s Gonna Be Ok) hier in Siem Reap, Kambodscha tätig. Und die Zeit ist nur so dahin gerast und tut es immer noch. Aber der Reihe nach.

Es war ein langer Weg, der mich hier hin geführt hat und das nicht nur im geographischen Sinne. Bereits vor mehr als 3 Jahren hatte ich zum ersten Mal Kontakt mit Manager für Menschen und es gab auch schon erste Gespräche mit einigen Projektträgern. Zum damaligen Zeitpunkt musste ich jedoch einsehen, dass ich noch nicht wirklich bereit war, diesen Schritt zu gehen. Ich hätte zu viel improvisieren müssen, zu vieles, wenn überhaupt nur mit schlechtem Gewissen machen können. Schweren Herzens musste ich damals mein Vorhaben verschieben, rückblickend war das allerdings eine gute und richtige Entscheidung. Nun also ein neuer Anlauf. Und wieder wurden passende Projekte vorgeschlagen, Kontakte hergestellt und Interviewtermine vorbereitet. Alles klang auf seine Weise spannend, als das Projekt in Kambodscha dazu kam, war die Entscheidung dann aber relativ schnell getroffen. Meine große Affinität zu Asien war hier sicher ein ausschlaggebender Faktor, aber auch das Projekt selber schien sehr interessant zu sein. Dass jemand gesucht wurde, der oder die aus dem Bereich PR und Marketing kommt, rundete das Profil für mich, als jemand, der seit mehreren Jahren in diesem Feld arbeitet, ab. Nach mehreren skype Gesprächen und email-Austausch war es dann abgemacht: Ich gehe nach Siem Reap und arbeite für EGBOK!

Mitte Februar ging es los. Da ich mich langsam annähern wollte, habe ich noch einen Zwischenstop in Bangkok eingelegt, schon alleine um den Jetlag und den Temperaturunterschied von -8 Grad in Berlin zu 34 Grad in Bangkok verarbeiten zu können. Bis hierhin noch auf vertrautem Gebiet, in Bangkok war ich schon viele Male zuvor. Dann kam der Tag der Anreise nach Siem Reap, nur eine knappe Stunde Flug und doch ein ziemlicher Schritt. Ich war noch niemals vorher in Kambodscha und wusste insofern nicht wirklich, was mich erwarten würde. Der Flug war pünktlich, die Abwicklung am Immigration Schalter dauerte dann etwas länger, währenddessen hatte ich einen bangen Blick auf das Gepäckband, das sich schon bedenklich geleert hatte, ohne dass ich bislang meinen Koffer gesehen hätte. Und dann wurde es zu Gewissheit: Mein Koffer war nicht da. Da mir das nicht zum ersten Mal passierte, bin ich zum lost & found Schalter und nach einer mit Händen und Füßen geführten Unterhaltung bekam ich einen Zettel in die Hand gedrückt und die Zusicherung, dass mein Koffer sicher mit einem der 3 Flüge, die heute noch aus Bangkok ankommen würden, mitgeliefert werden würde. Draußen wurde ich dann aufs Herzlichste von zwei meiner neuen Kollegen empfangen, die leider 1 ½ Stunden ausharren mussten und schon geglaubt hatten, ich hätte es mir anders überlegt. Mit dem Tuk Tuk (Taxis gibt es Siem Reap praktisch nicht, das Tuk Tuk ist das klassische Fortbewegungsmittel) ging es dann zu meinem Hotel. Das hatte ich vorab für ein paar Tage gebucht, um erst mal eine Anlaufstelle zu haben. Wie sich herausstellte, befand es sich fußläufig zum Büro von EGBOK. Mein Start im Büro war für den nächsten Tag geplant. Also erst mal ankommen und erste Erkundungen unternehmen. Umgeben von Menschen auf Fahrrädern, Mopeds oder in Tuk Tuks wird schnell klar, dass hier nur die „Barang“, also Ausländer, zu Fuß gehen.

Dann also der nächste Tag, mein erster offizieller Arbeitstag. Mein Gepäck war übrigens noch nicht eingetroffen, was mein Wohlbefinden ein wenig einschränkte, da ich nun mit den gleichen Klamotten rum laufen musste, wie am Tag zuvor. Allerdgins machte das ohnehin keinen großen Unterschied, da ich nach dem knapp 10minütigen Fußweg ins office bereits komplett durchgeschwitzt war. Dann gab es die erste Einführungsrunde durch das Büro. Hände schütteln, Funktion und Namen merken (zum Glück tragen hier alle Namensschilder!). Dann bekam ich meinen Einarbeitungsplan für die erste Woche und ich war schon ziemlich beeindruckt, wie straff hier alles durchorganisiert war. Es waren Treffen mit allen Abteilungen vorgesehen, das Ganze würde mich ein paar Tage beschäftigen. Aber zunächst ging es auf eine Stadtrundfahrt, die eine meiner kambodschanischen Kolleginnen mit mir auf ihrem Motorroller unternahm. Einmal quer durch Siem Reap, wobei mir das Krankenhaus und eine gute Apotheke (ein Zeichen?!), ein paar Sehenswürdigkeiten wie der Royal Palace, aber auch Hotels gezeigt wurden, die mit EGBOK zusammen arbeiten. Dazu später mehr. Damit war der erste Tag dann auch praktisch schon rum und für mich hieß das, zurück ins Hotel und so kurz nach 20.00 Uhr war ich im Bett. Praktisch noch nichts gemacht und trotzdem total erledigt. Vom Gepäck keine Spur! Am nächsten Morgen gings dann wieder ins office und diesmal bestand der Tag aus vielen Treffen, jeder Menge Informationen und Fragen. Und zwischendurch immer mal wieder zumindest kurze Begegnungen mit den Studierenden, also mit den Menschen, um die es hier eigentlich geht. Egal, wo ich hin kam, wurde ich mit einem lauten „Hallo Teacher!“ und der typisch kambodschanischen Geste der vor der Brust zusammen gelegten Hände gegrüßt. Mittags war ein gemeinsames Essen mit allen Kollegen geplant, das zur Verabschiedung von zwei anderen Volunteers und gleichzeitig zu meiner Begrüßung veranstaltet wurde. Reihum sollte nun jede/r etwas zu mir sagen oder mir eine Frage stellen. Natürlich wurde gefragt, wo ich her komme und warum ich nach Kambodscha gekommen bin. Einige beschränkten sich aber auch einfach nur darauf, sich bei mir dafür zu bedanken, dass ich da bin. „Thank you for coming to my country and for your support!“ Das war einfach nur überwältigend.

Jetzt aber etwas zu EGBOK und dazu, was sich dahinter verbirgt. EGBOK, die abgekürzte Form von Everything’s Gonna Be OK, ist eine NGO, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unterprivilegierten kambodschanischen Jugendliche eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättenbereich zu ermöglichen. Kambodscha ist nach wie vor eines der ärmsten Länder Südostasiens und nur 4 % der Jugendlichen absolvieren eine Hochschulausbildung. EGBOK nutzt hier die wachsende Hotel- und Gastronomieindustrie um die Armut in den örtlichen Gemeinden zu lindern und den Jugendlichen die Grundlage für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. EGBOK wurde im Jahr 2009 gegründet und hat seitdem mehr als 600 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglicht und – fast noch entscheidender – 100% aller Absolventen konnten innerhalb eines Monats nach ihrem Abschluss einen festen Arbeitsplatz finden. Neben der beruflichen Ausbildung in den Bereichen Food and Beverage, Housekeeping und Grundlagen in der Küche, werden Englisch und Mathematik unterrichtet und Computerkenntnisse vermittelt. Der Ansatz geht aber weit über die fachliche Ausbildung hinaus, d.h. es wird sich intensiv um die Jugendlichen gekümmert, es gibt Kurse, Rollenspiele und andere Veranstaltungen, in denen das Selbstvertrauen aufgebaut, soziale Kompetenz vermittelt und auf Führungspositionen vorbereitet werden soll. Dabei darf niemals vergessen werden, dass die Jugendlichen aus zum Teil ärmlichsten Verhältnisse kommen, viele von ihnen als Kinder Alleinerziehender oder als Waisen aufgewachsen. Die meisten sprechen kein Wort englisch, einige beherrschen selbst die eigene Muttersprache nur rudimentär. Die gesamte Ausbildung dauert ein Jahr und beinhaltet neben dem theoretischen Teil auch viele praktische Abschnitte und ein dreimonatiges Praktikum in einem Hotel oder Restaurant. Aktuell sind 45 Studierende hier vor Ort, 19 Männer und 26 junge Frauen, das Alter liegt zwischen 17 und 24 Jahren. Sie alle sind seit August letzten Jahres hier bei EGBOK, d.h. bei meiner Ankunft hier gerade mal seit 6 Monaten und es ist einfach unglaublich, welche Entwicklung sie alle bereits jetzt gemacht haben. Alle begegnen mir mit einem offenen Blick und einem ständigen Lächeln, einige bleiben gerne stehen und halten ein kleines „Schwätzchen“. Die Präsenz und der tägliche Kontakt zu den jungen Menschen hier ist das, was dieses Projekt ganz besonders macht.

Für mich galt es nun erst mal, mich zurecht zu finden und runter zu kommen. Und das ist mir schwerer gefallen, als ich im voraus gedacht habe. Während des Vorbereitungsseminars in Frankfurt war das einer der Punkte, die unter eventuell zu erwartenden Schwierigkeiten aufgeführt wurden, von den ich gedacht habe, das wird mir garantiert nicht passieren. Also, dass ich mich selber überfordere und meine Ziele zu hoch stecke. Und doch ist genau das eingetreten. PR?! Kann ich! Klar kann ich das, aber eben unter bestimmten Bedingungen und die sind hier nun mal komplett anders als zu Hause. Es hat mich wirklich viel Zeit und Energie gekostet, das einzusehen und zu akzeptieren. Ich kann sagen, dass ich den ersten Monat gebraucht habe, um das zuzulassen. Auch wenn ich glaube, dass das ziemlich normal ist, empfinde ich es rückblickend gesehen als verschwendete Zeit und kann selber nicht mehr nachvollziehen, was da los war. Einer der Gründe ist wahrscheinlich, dass ich aus dem extrem stressigen Arbeitsalltag raus gekommen bin und ich erst langsam realisiert habe, dass ich hier in einer ganz anderen und neuen Situation bin, in der andere Maßstäbe gelten und niemand von mir erwartet, dass ich von 0 auf 100 durchstarte. Das fing damit an, dass ich am Anfang immer dachte, ich müsste mich an die Arbeitszeiten halten, die hier nun mal für alle Angestellten gelten. Von 9.00 bis 18.00 Uhr sind die offiziellen Bürozeiten und obwohl mir mehrfach gesagt wurde, dass es ok ist, wenn ich außerhalb arbeite oder mal einen halben Tag frei mache, habe ich mich damit sehr schwer getan. Vielleicht auch deshalb, weil ich die einzige war, die das wenigstens ab und an gemacht hat. Das führte dazu, dass vor allem die ersten 4 Wochen extrem anstrengend waren. Inzwischen hat sich das hervorragend eingependelt. Ich verbringe immer noch sehr viel Zeit im Büro oder im hier ja auch noch vorhandenen Restaurant oder setze mich einfach zum Unterricht der Studenten dazu. Gleichzeitig nehme ich mir aber auch immer öfter die Freiheit, früher zu gehen und mir meine Zeit einzuteilen. Etwas, was Temperaturen, die mit Beginn der Regenzeit auch mal um oder über 40 Grad liegen, einfach wichtig für mich ist.

Dass ich diese Balance gefunden habe, liegt nach inzwischen mehr als 2 Monaten sicher auch daran, dass ich immer mehr Teil des Teams geworden bin. Teil eines großartigen Teams! Wie oben beschrieben, geht es hier weiter darüber hinaus, den Jugendlichen eine Berufsausbildung zu geben. Es ist einfach unglaublich, was das – vor allem aus kambodschanischen Mitarbeitern bestehende – Team leistet. Natürlich gehört ein ziemlich großes Maß an festen Regeln, Vorgaben und Organisation dazu. Etwas, was von außen betrachtet und auf den ersten Blick vielleicht etwas zu strikt und zu absolut scheinen mag. Bei näherer Betrachtung kann ich sagen, dass es nur so funktioniert und ich zugleich sehe, dass die Jugendlichen hier mit unglaublichem Engagement und Spaß bei der Sache sind. Denn das ist etwas, was hier definitiv nicht zu kurz kommt. Es wird immer berücksichtigt, dass es sich um junge Menschen handelt, die in eine komplett neue Welt kommen und unter völlig fremden Bedingungen leben und lernen.

Weitere Einzelheiten zu den Aktivitäten und Entwicklungen im nächsten Blogbeitrag.

P.S. Mein Gepäck ist nach 4 Tagen (!) angekommen.

Tanzania – The Baobab Home

Wir, Ellis und Nora sind derzeit als Berater auf Zeit in Bagamoyo in Tanzania im Baobab Home. Dieses Projekt wurde 2004 gegründet und begann mit einem Kinderheim, dem Baobab Home. Dort leben derzeit 9 Kinder und zwei Mamas. Später kam eine Schule dazu, in der derzeit 87 Kinder zur Grundschule gehen und komplett in englisch unterrichtet werden. Das Baobab Home, als auch die Schule, namens Steven Tito Acadamy befinden sich auf einer ca. 12 ha großen Farm. Die beiden Gründer des Projektes Terri und Caito haben zudem zwei verschiedene HIV Programme ins Leben gerufen. Zum einen werden HIV-positive Einwohner von Bagamoyo während der Wartezeit im Krankenhaus mit einem warmen Frühstück versorgt und des Weiteren gibt es ein Programm für HIV positive Kinder, stronger together, welches den Kindern einen Rahmen gibt, sich mit anderen betroffenen Kindern am Wochenende zu treffen, um Erfahrungen im Umgang mit der Krankheit auszutauschen und in der Gruppe verschieden Aktivitäten durchzuführen. Sie lernen Tanzen, arbeiten kreativ und haben Spaß miteinander.

Dieses Projekt und insbesondere die Kinder haben uns sehr beeindruckt. So führen sie mehrmals im Jahr, wenn es die Gelder zulassen, verschiedene Theaterstücke auf, um anderen HIV positiven Kindern zu helfen, sollten diese ausgegrenzt oder unwürdig behandelt werden (was leider sehr häufig vorkommt) oder aufzuklären. Für dieses Projekt haben wir jetzt ein paar Spendengelder zusammenbekommen und können/konnten schon verschiedene Sachen umsetzen. So gab es mit 45 Kindern einen Ausflug in den hiesigen Snake- und Krokodilpark, die Kinder bekommen ein neues Dach für ihr Gelände und es gibt einen Ausflug in ein ca. 60 km entferntes Krankenhaus, wo die Kinder in der Theaterstück aufführen können.

Ein ganz tolles Projekt und ganz tolle Kinder. Wir verneigen uns und sagen Danke!

Abschlussfeier in ungewohnten Räumlichkeiten

Von November 2016b bis Februar 2017 war unsere Beraterin auf Zeit Doris in einem Ausbildungs-Projekt im Bergurwald von Peru.
Die dortige Organisation hat sie mit Ideen zur Entwicklung des Tourismus im unterstützt und ein überzeugendes Konzept erstellt.

Im aktuellen Newsletter des deutschen Vereins berichtet sie über das Abschussfeier in der Sekundarschule.
Zum Artikel…

Kraftvolle Metaphern wirkungsvoll eingesetzt

Mein Auftrag in Camphill war es, eine Organisationsanalyse durchzuführen. Wie macht man das?
In Absprache  mit dem Management habe ich semi-strukturierte „conversations“ mit ca. 40 Mitarbeitern durchgeführt. Darüber hinaus gab es intensive Gespräche mit dem Managementteam.
Da ich Projekte gern vom Ende her denke, war die Frage der Auswertung und Rückmeldung sehr präsent in meinem Kopf. Am Anfang war es eher ein weises Blatt, das sich aber mit jedem Gespräch etwas mehr füllte. Nach ca. 10 Gesprächen kam mir die Idee: Viele Gesprächspartner benutzten bunte Bider, Vergleiche und Metaphern in ihren Schilderungen. Das war es! Aufgreifen, was an Angeboten da ist! So reifte in mir der Entschluss, meine Eindrücke an Metaphern festzumachen. Ein Beispiel: Ein Teilnehmer sagte mir, dass er viele „balloons“ über Camphill sehe, die aber alle unterschiedliche Farben und Formen hätten. Dieses Bild habe ich mit meinen Eindrücken ergänzt, dass alle diese „balloons“ im Boden von Camphill in Herzen verankert sind.

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Ein zweites Beispiel: Mein Eindruck war es, dass jeder Teilnehmer glaubte, es gäbe nur eine „richtige“ Perspektive – die eigene. Mit dem nachfolgenden Bild wurde es allen schnell klar, dass jeder aus seiner Perspektive eine andere Wahrnehmung haben kann.

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Ich hatte das Glück, dass eine sehr talentierte Mitarbeitern dabei war, die diese Metaphern in Bilder umsetzen konnte. Das war wunderbar! Diese Bilder entfalteten eine ungeheure Kraft, weil sich alle damit identifizierten und jeder ein kleines Stück dazu beigetragen hatte.
Was habe ich für mich als Lehre daraus gezogen? Ich arbeite mit dem „Material“, das mir angeboten wird und beziehe so weit wir irgend möglich alle Stakeholder mit ein.
Meine Belohnung bestand darin, die glücklichen Augen der Menschen zu sehen, die ihre Gedanken und Aussagen in den Bildern wiedererkannten. Danke.